Musica sacra

Fröhliches Cäcilienfest mit Heinz Brümmer, Karla Schmidt, Pater Dietmar Weber, Andreas Kempin, Bruder Michael Kuchler,  Brigitte Przybyl und Friedhelm Schappat. 
Foto: Henschke
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Die Chorgemeinschaft St. Kamillus / Christi Himmelfahrt sucht musikalischen Nachwuchs

Cäcilia von Rom ist eine Märtyrin der frühen christlichen Kirche. Sie ist die Schutzpatronin der Kirchenmusik. Aber auch der südfranzösischen Stadt Albi, Organisten, Orgelbauer, Instrumentenmacher, Sänger, Musiker und der Dichter.

Auch oben in Heidhausen an St. Kamillus ist Cäcilia zu finden. Frisch ist es geworden, auf der Empore empfindlich kalt. Doch aus der Höhe jubilieren die Stimmen und geben der Messe einen feierlichen Rahmen. Pater Dietmar Weber dankt dem Chor für seine vielfältigen Einsätze bei den Gottesdiensten. Im Gemeindezentrum nehmen die Mitglieder und ihre Angehörigen Platz an festlich geschmückten Tischen. Die Vorsitzende Karla Schmidt begrüßt ihre Sängerinnen und Sänger zum Cäcilienfest: „Ich denke, wir können ein fröhliches Gesicht aufsetzen. Unser Chef war offensichtlich zufrieden mit uns.“ Andreas Kempin, Kantor an St. Ludgerus, entschuldigt sich fast: „Ich bin da manchmal sehr streng.“ Aber der Chorleiter sieht eben noch viel Potenzial: „In Ihnen steckt noch vieles, was Sie noch gar nicht denken.“

Stolze Historie

Am Tag der Grundsteinlegung für die Kirche St. Kamillus traten sie zum ersten Mal auf: Die Männer des neu gegründeten Kirchenchors „St. Cäcilia Heidhausen“. Das war am 18. Juli 1900. Erster musikalischer Leiter war übrigens Adolf Wimber, Hauptlehrer der Coelestinschule. Knapp 118 Jahre später ist es selbstverständlich, dass bei der Chorgemeinschaft St. Kamillus / Christi Himmelfahrt auch Frauenstimmen erklingen. Denn obwohl es schon in den 1920er Jahren einen „Jungfrauenchor“ gab und dieser nach und nach immer häufiger zu gemeinsamen Aufführungen eingeladen wurde, blieb man strikt getrennt. Erst 1956 nahm das Erzbistum Köln eine Satzungsänderung für Mitgliedschaften im Kirchenchor vor. Nun hatte Heidhausen endlich seinen gemischten Kirchenchor. Ständig wechselnde musikalische Leitungen taten aber dem Zusammenhalt nicht gut, viele Sänger und Sängerinnen verließen die Gemeinschaft. Erst mit dem langjährigen Chorleiter und Organisten Herbert Blum begann 1967 eine neue Ära und der Chor erlebte einen ungeahnten Aufschwung. Unter dem Vorsitz von Elmar Göke und Heinz Brümmer pflegte der Chor neben seinen sakralen Aufgaben auch verstärkt die Geselligkeit.

Rekordverdächtiges Jubiläum

Zwei Chormitglieder können für langjährige Treue und Zuverlässigkeit ausgezeichnet werden. Bruder Michael Kuchler zeigt sich überrascht, dass er schon 25 Jährchen dabei ist. Dann wird es geradezu rekordverdächtig: Heinz Brümmer ist stolze 75 Jahre mit von der Partie! Schon als Knabe trat er in den Kirchenchor St. Heinrich in Krefeld-Uerdingen ein. Auch nach diversen Umzügen blieb er der sakralen Musik erhalten. Ob in Worms-Hochheim im Chor Mariakron oder in Essen-Dellwig bei St. Michael, erst recht in der Heidhauser Chorgemeinschaft, der er 1975 beitrat. Später war er fast zwanzig Jahre lang ihr Vorsitzender. Im April 1983 wurde ihm für seine vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten die Bundesverdienstmedaille verliehen. Besonders freudig begrüßt wird Neuzugang Friedhelm Schappat. Bevor das große Büffet zum Schmausen einlädt, übermittelt Dietmar Weber Grüße von Pater Jörg Gabriel. Der weile zurzeit auf Norderney: „Auch um den Kopf frei zu bekommen für kommende Aufgaben. Da hilft eine frische Meeresbrise ungemein.“

Pioniere mit Nachwuchssorgen

Pater Weber hat in diesem Kirchenchor einen ganz besonderen Geist entdeckt. Denn im Mai 2010 taten sich die Heidhauser und die Fischlaker von Christi Himmelfahrt zusammen. Dank der guten Vorarbeit der beiden Vorsitzenden Karla Schmidt und Monika Witt gab es da keine Schwierigkeiten. Karla Schmidt hatte sich bei der Zusammenfindung beider Chöre besonders eingesetzt und wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt, Stellvertreterin ist Brigitte Przybyl. Pater Weber sieht hier Pioniere im Pfarreientwicklungsprozess: „Die einzige Gruppe, die schon wirklich und aktiv zusammengeht.“ So ein Entwicklungsprozess sei ein schwieriges Unterfangen: „Aber nicht aufgeben!“ Das will man gerne tun, doch das freudige Singen im Chor wird begleitet von der Sorge um den Nachwuchs. Das stimme schon nachdenklich, sagt Karla Schmidt: „Manchmal habe ich das Gefühl, unsere Schutzpatronin ist in die Jahre gekommen. Vielleicht sollten wir die heilige Cäcilia mal anrufen? Sie sollte sich mal wieder um neue Stimmen für unseren Chor kümmern.“ Der Schwerpunkt liegt auf Chormusik des 16. bis 20. Jahrhunderts, a cappella oder mit Orgelbegleitung. Launig lädt das große Plakat ein zum Mitsingen: „Junge dürfen im Chor alt werden und Alte werden durch Gesang wieder jung.“ Morgenmuffel könnten aufatmen, denn die Proben fänden abends statt. Immer mittwochs von 19.30 bis 21.30 Uhr im Gemeindezentrum St. Kamillus an der Heidhauser Straße 275. Bedingungen gibt es kaum: Musikkenntnisse sind zwar hilfreich, aber nicht notwendig. Freude am Singen genügt völlig.

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