Wo einst die Aak getreidelt wurde - „Treidelplatz“ und „Spielschiff“ verweisen auf die Historie der Ruhrschifffahrt

Freuen sich schon auf die Eröffnung des Treidelplatzes im nächsten Frühjahr: v.l.n.r. Alfred Kleinfeldt, Dietmar Rudert, Peter Bankmann und Carl-Hans Weber.
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  • Freuen sich schon auf die Eröffnung des Treidelplatzes im nächsten Frühjahr: v.l.n.r. Alfred Kleinfeldt, Dietmar Rudert, Peter Bankmann und Carl-Hans Weber.
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Die Ruhr war vor rund 150 Jahren, als es noch keine Eisenbahn gab, die vielbefahrenste Wasserstraße Europas. Mithilfe von „Aak“ genannten Flachbooten wurde vornehmlich Kohle transportiert.

Ihren Höhepunkt erreichte die Schifffahrt 1860, als mit eben diesen Ruhraaken 867.734 Tonnen Steinkohle verschifft wurden.
Auf der Ruhr waren zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, wie Klippen, Sand- und Kiesbänke. Zahlreiche flache und steile Abschnitte machten den Bau von Schleusen erforderlich. Auf dem Leinpfad wurden die Ruhraaken „getreidelt“, also von kräftigen Pferden am Ufer ruhraufwärts gezogen. Auf dem Weg zurück nach Duisburg trieben die mit Kohle beladenen Boote mit der Strömung ruhrabwärts, auch von Segeln unterstützt.
Genau zwischen Papiermühlenschleuse und Schleuse Neukirchen, just an der Stelle, wo heute die Brücke die Ruhr überspannt, pendelte einst eine Fähre über den Fluss. Hier wurden die bis zu 400 Meter langen Zugleinen für die Aaken auf das gegenüberliegende Ufer gewechselt.
Peter Bankmann beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte der Aaken und freut sich ganz besonders, dass dieses einst elementar wichtige Transportmittel auch bei der Neugestaltung des Spielplatzes auf der Brehminsel berücksichtigt wird.
Grün und Gruga hat dazu eine entsprechende Planung erstellen lassen, Mittelpunkt wird das „Spielschiff“ sein, ein Spielgerät zum Rutschen, Klettern, Balancieren und Rollenspiel, in Anlehnung an die historische Ruhrschifffahrt mit ihren Aaken, denen damit ein Denkmal gesetzt werden soll.

Ein Spielschiff auf der Brehminsel

Der historische Platz an der Ruhrbrücke, mit großem Bezug zur stolzen Vergangenheit des Ruhrgebietes, wartete lange darauf, zu neuem Leben erweckt zu werden. Unter dem Motto „Wege zum Wasser“ wurden die Treppen zur Ruhr angelegt, endlich kam der Biergarten, eine „Hall of Fame“ unter der Brücke ermöglicht Sprayern, auf legalem Weg ihre farbenfrohen Graffitis zu präsentieren. Ein Höhepunkt war auch die Übertragung der Fußball-WM unter dem Schutz der Brücke.
Nun erhielt die Bezirksvertretung den Antrag des Bürger- und Heimatvereines, ihn „Treidelplatz“ zu benennen. Der historische Bezug zu Werden und die Identifikation mit der Ruhr als Wasserverkehrsweg überzeugten die Politiker. Unter Punkt 15 ihrer Tagesordnung beschlossen sie einstimmig, diesen Vorschlag der Stadtverwaltung zur Umsetzung vorzulegen.

Die Jedermänner

Ursächlich beteiligt: Die Jedermänner des Werdener Turnerbundes, die bei der Eröffnung des Biergartens in lustiger Runde zusammensaßen und - wie bei ihnen nicht unüblich - heftig diskutierten: „Wie heißt denn der Ort, an dem wir hier so gemütlich sitzen?“ „Hier ist das Hardenbergufer“ hieß es, „Ach Quatsch, natürlich heißt es Breuer-Ufer“ oder doch „Heyerstrang, was denn sonst?“
So ging es munter hin und her. Alfred „Freddy“ Kleinfeldt berichtet: „Plötzlich kam uns Jedermännern mit unserem Senior Hans Brinkmann der zündende Gedanke: Treidelplatz! Das wäre doch die richtige, historisch belegte Bezeichnung.“ Carl-Hans Weber und Dietmar Rudert vom Werdener Bürger- und Heimatverein griffen die Idee gerne auf, sorgen nun für die Umsetzung.
Im kommenden April wird offizielle Eröffnung sein. Eingeladen werden alle Werdener Bürger, Politik, Prominenz.
Aber Ehrengäste werden doch bestimmt die Jedermänner sein, die „heimlichen“ Namensgeber?

Freuen sich schon auf die Eröffnung des Treidelplatzes im nächsten Frühjahr: v.l.n.r. Alfred Kleinfeldt, Dietmar Rudert, Peter Bankmann und Carl-Hans Weber.
Solch ein Spielschiff wird auf der Brehminsel an die Ruhraaken erinnern.
Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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