Andreas Göbel gibt aus Zeitgründen den Vorsitz des Werdener Werberings ab
Ein begehrter Stadtteil zum Einkaufen

Kirstin Drichel und Andreas Göbel stehen dem Werdener Werbering vor.  
Foto: Henschke
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Der Schock war nicht unerheblich. Kirstin Drichel gingen sofort tausend Dinge durch den Kopf. Andreas Göbel hatte soeben verkündet, dass er nach insgesamt 14 Jahren den Vorsitz des Werdener Werberings abgeben müsse.

Nicht nur seine Stellvertreterin musste diese Nachricht erst einmal verdauen. Sie habe nur gedacht: „Ach du Schande. Jetzt stürmen alle auf mich zu und wollen mich bequatschen, erste Vorsitzende zu werden. Aber das kann ich nicht leisten. Ich habe eine Physiotherapiepraxis mit festen Terminen, da bleibt nicht die Zeit, die nötig wäre.“ Genau das wäre ja nun auch sein Problem, erklärt Goldschmied Andreas Göbel: „Uns hat nach acht Jahren eine Mitarbeiterin verlassen, was ja auch okay ist. Aber nun müssen meine Frau und ich mit einer Auszubildenden die deutlich gestiegene Belastung auffangen. Es geht einfach nicht anders. Besser, ich steige jetzt gezielt aus, bevor ich spontan hinschmeißen muss.“

Nachfolge noch nicht in Sicht

So wie es ausschaut, wird Kirstin Drichel nach der Mitgliederversammlung am 11. März den Werbering kommissarisch führen. Denn eine Nachfolge für Göbel ist (noch?) nicht in Sicht. Man sucht intensiv. Aber das wird knifflig: „Der Andreas ist bestens vernetzt. Er sitzt ja mitten im Ort und konnte sofort reagieren, wenn es irgendwo brannte. Zum Beispiel bei Problemen mit der Weihnachtsbeleuchtung.“ Der scheidende Vorsitzende betont, dass es ohne Hilfe sowieso nicht geht: „Ich habe vor zehn Jahren nach einer längeren Pause das Amt erneut übernommen. Das wollte ich eigentlich gar nicht. Ich habe mich auch nur darauf eingelassen, da eine Geschäftsführung installiert wurde.“ Und im Vorstand wurde auf Augenhöhe diskutiert: „Es geht nur, wenn man nicht alleine herrscht, sondern die wichtigen Entscheidungen mit den anderen bespricht. Ich habe mich nie als den alleine Seligmachenden verstanden.“ Das Ergebnis macht den 57-Jährigen doch ein wenig stolz: „Werden ist ein begehrter Stadtteil zum Einkaufen. Immer noch hoch angesehen. Das nehme ich jetzt mal mit auf unsere Kappe, vor allem wegen unserer Veranstaltungen. Viele haben sich gehalten, andere gibt es nicht mehr. Wir haben immer neue Events erfunden.“ Wobei es Kirstin Drichel wurmt, dass manchen das Stehvermögen fehlt: „Es braucht doch Zeit, so eine neue Veranstaltung zu etablieren.“ Beim Gesundheitstag etwa habe das nicht funktioniert. Sie selbst hat ein neues Steckenpferd entdeckt: „Ich schreibe auf unserer facebook-Seite Essen-Werden über unsere Mitglieder." In der Serie „Was bewegt Werden?“ hat sieseit Mai schon etliche Unternehmen vorgestellt. Den Leuten gefällt’s offensichtlich.

Ein Appeltatenfest

2019 wird es eine bunte Palette an Veranstaltungen durchgeführt. Klaus Strehlau kümmert sich um ein neu installiertes Event am 1. September: Ein Appeltatenfest mit musikalischem und kulinarischem Angebot, nach einer Idee von Anke Hemmerle-Kock und Thomas Schmitz. Zum Ludgerusfest natürlich abgestimmt mit der Gemeinde: Gregor Meder als Vorsitzender der Ludgerus-Gemeinschaft sitzt im Orgateam und Propst Jürgen Schmidt begrüßt das Fest ausdrücklich. Rolf Sachtleben ist wie gehabt verantwortlich für die beiden Stoff- und Tuchmärkte am 7. April und 15. September sowie gemeinsam mit Ralf Laserich für den Weihnachtsmarkt. Zu diesen vier Events wird es verkaufsoffene Sonntage geben. Ein verkaufslanger Abend wird der 21. Juni sein. Zum Sommeranfang bringt die Fête de la Musique Stimmung ins Abteistädtchen: „Wir haben vor, die Fête gemeinsam mit Carsten Linck vom Bürgermeisterhaus zu machen. Es wird auch einen gemeinsamen Flyer geben. Wir wollen Musiker finden, die durch die Straßen von Werden ziehen und an verschiedenen Orten musizieren.“

„Ich bin dann mal weg“

Seit geraumer Zeit wird eine Öffnung des Werberings propagiert. Die Satzung sieht schon lange vor, dass nicht nur Kaufleute Mitglied werden können. Andreas Göbel gibt sich kämpferisch: „Zum Beispiel sollten alle Vermieter im Werbering sein. In ihrem eigenen Interesse. Aber diese Zusammenarbeit ist noch ausbaufähig.“ Derzeit sind es 80 Mitglieder, wie Göbel nachrechnet: „Plus einer Neuanmeldung, die ich noch auf dem Schreibtisch liegen habe.“ Von denen könnte im Prinzip jeder den Vorsitz übernehmen. Allerdings sollte das Profil stimmen: „Man muss schon ein Auge haben auf die Nöte der Kaufleute und der Kunden.“ Unterstützung ist versprochen: „Ich habe bereits auf drei Din A4-Seiten aufgelistet, was ich da so alles getan habe.“ Kirstin Drichel sagt: „Toll, dass Andreas mit seiner Erfahrung weiter hilft.“ Also mischt sich der alte Vorsitzende doch weiter ein? Da schaut der Goldschmied ernst: „Nö. Ich bin dann mal weg.“ Göbel wird in den Beirat einziehen, mehr geht nicht.

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