Grugahalle: Uraufführung des Martin Luther King-Chormusicals mit 2.400 Stimmen
Ein gesungener Traum

Eine riesige Weltkugel schickten die Darsteller des Chormusicals "Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt" auf die Reise durchs Publikum.
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  • Foto: Stiftung Creative Kirche
  • hochgeladen von Frank Blum

Plötzlich ist alles etwas anders: Für zwei Tage wurde die Bühne der Grugahalle vor den Rängen aufgebaut und die Halle war wie selten ausverkauft. Anlass war die Uraufführung des Chormusicals "Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt", die mit jeweils 1.200 Sängerinnen und Sängern zu einer beeindruckenden Show wurde.

Chöre und zahlreiche Einzelteilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik waren angereist. Mit dabei auch viele Sängerinnen und Sänger aus Essen, zum Beispiel der Projektchor Schonnebeck, die Reformation Singers Company und die Chorgemeinschaft EBO.
Gemeinsam mit internationalen Musical-Solisten, Big-Band und Streichorchester wurde die Geschichte des vor 50 Jahren ermordeten Baptistenpastors und Friedensnobelpreisträgers Martin Luther King auf die Bühne gebracht. Sein Kampf für die Gleichberechtigung und für die Menschenrechte stehen im Mittelpunkt des Muscials, bei dem 22 Lieder zur Aufführung kommen, zum Teil in deutscher, zum Teil in englischer Sprache.
Veranstalter des ökumenischen Projektes ist die Stiftung Stiftung Creative Kirche, Kooperationspartner sind die Evangelische Kirche im Rheinland und das Bistum Essen, die sich vor zwei Jahren zu einer Vertiefung der Zusammenarbeit verpflichtet haben. Erstmals kooperieren die Kirchen nun bei einem großen Chormusical. Mit im Boot ist auch der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden mit knapp 700 Baptistengemeinden, die die Konfession vertreten, in der Martin Luther King als Pastor gewirkt hat.
"Martin Luther lebte als Christ und Pfarrer seinen Glauben mit einem wachen Blick darauf, was um ihn herum geschah. Aus einer tiefen theologischen Überzeugung heraus hat der große Bürgerrechtler und Kämpfer für Gerechtigkeit und Frieden sich in die Politik eingemischt", so Präses Manfred Rekowski und Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ergänzt: "Der christliche Glaube ist politisch. Die Bibel ergreift Partei für die Schwachen, für die Fremden, für die Rechtlosen und die Armen. Martin Luther Kind war bekanntermaßen kein Katholik und kein katholischer Heiliger. Glücklicherweise haben wir in der Ökumene jedoch das Stadium der Abgrenzung und der Profilierung auf Kosten der anderen hinter uns gelassen."
Auch Leo Schouten vom Landesverband NRW im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland ist dankbar für die Zusammenarbeit mit der Stiftung Creative Kirche. "Mit eigenen Kräften hätten wir ein solches Musical nicht auf die Bühne bringen können. Martin Luther King war Baptist. Die in der ganzen Welt übliche Bezeichnung Baptisten wird von uns in Deutschland nicht verwendet, wir nennen uns Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden. Aber Martin Luther King war einer von uns. Darauf sind wir stolz und wir pflegen das Andenken unseres berühmten Mitbruders in besonderer Weise."
Während Gino Emnes in der Rolle des Martin Luther King wenig charismatisch und eher unauffällig daher kam, begeisterten besonders Karolin Konert als Heilige Geistin und Benjamin Eberling als Bull Connor und Alptraum.
Doch das sehens- und hörenswerte Musical lebt vor allem von der Kraft des starken Chores, der auch mit choreografischen Einlagen und Lichteffekten eine ganze Hallenseite des Ranges füllte. Bunt gemischt waren die Teilnehmer, der Jüngste gerade einmal acht Jahre jung und die Älteste mit 84 Jahren und großer Freude dabei.
Gleich drei Dirigenten brachten die zahlreichen Mitwirkenden gekonnt und mit viel Freude unter einen Hut. Klangstark auch die 15 Musiker der Band, die sich der kreativen Herausforderung einer ganz besonderen Aufführung souverän stellten.
Liberettist Andreas Malessa und die Komponisten Hanjo Gäbler und Christoph Terbuyken zeichnen für "Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt" verantwortlich und ihnen ist ein abwechslungsreiches Werk mit 22 eingängigen Songs gelungen. Wer Mitsingen mochte, konnte den Text und die Aufführung auf zwei großen Leinwänden verfolgen, die von verschiedenen Kameras direkt übertragen wurde.
Wer nun Lust auf das Chormusical bekommen haben sollte: Die nächste Aufführung findet am 20. Juni 2019 beim Kirchentag in Dortmund statt. Sängerinnen und Sänger werden noch gesucht. Infos: www.king-musical.de/dortmund. Und im nächsten Jahr ist "Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt" in ganz Deutschland auf Tour, zum Beispiel am 29. Februar 2020 im RuhrCongress in Bochum.

Eine riesige Weltkugel schickten die Darsteller des Chormusicals "Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt" auf die Reise durchs Publikum.
Das Chormusical lebt vor allem von der Kraft des starken Chores, der eine ganze Hallenseite des Ranges füllte.

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