Schreckensbild der Kiesindustrie ist unseriös
Flächen im Regionalplanentwurf des RVR ermöglichen Kiesabbau für 25 Jahre

Die Fraktion DIE LINKE im Regionalverband Ruhr (RVR) hält die Kritik von Christian Strunk, Geschäftsführer der Kiesfirma Hülskens, an der vorgesehenen Ausweisung von Flächen zur Gewinnung von Kies und Sand im Regionalplanentwurf des RVR für völlig überzogen. Der RVR ist nach dem Landesentwicklungsplan NRW verpflichtet, Abbauflächen für die nächsten 25 Jahre auszuweisen. Diese Vorgabe wird auch erfüllt.

Wolfgang Freye, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE dazu: „Das Schreckensszenario von Herrn Strunk ist absolut unseriös. Der Regionalplanentwurf weist zur Rohstoffgewinnung zusätzliche Flächen in einem Umfang von 350 ha aus. Das ist ein Bedarf, den man auf der Grundlage der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Fördermengen der Kiesindustrie ermittelt hat. Mehr Orientierung an den Interessen einer Industriebranche ist nun wirklich nicht mehr darstellbar und uns stellt sich eher die Frage, ob der Bedarf nicht zu hoch veranschlagt ist. Die Interessen des Naturschutzes und der Siedlungsentwicklung kommen da zu kurz.“

Ein anderes Kriterium des Verbandes zur Ermittlung der Flächen sind die Daten des Geologischen Dienstes NRW zur Mächtigkeit der Vorkommen im gesamten Ruhrgebiet.

Tomas Grohé, planungspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im RVR dazu: „ Auch hier könnte die Kies-ndustrie zur Sicherung der Versorgung der Bauindustrie die Initiative ergreifen, in dem sie Kiese und Sande entsprechend der Mächtigkeit des Vorkommens abbaut. Nur das bedeutet natürlich mehr Investitionen in Technik, mehr Aufwand bei der Aufbereitung des Materials und wahrscheinlich auch weniger Gewinn in der gleichen Zeit. Hierzu scheint man nicht bereit zu sein. Das Beharren der Kiesindustrie auf der Ausweisung von Flächen wie Ginderich-Pettenkaul bei Wesel halten wir für falsch. Diese Fläche kann man aus unserer Sicht nur ablehnen, um die ausgewiesenen Trinkwasserreserveflächen zu sichern und zu erhalten.“

Die Fraktion DIE LINKE im RVR erwartet von der Kiesindustrie sich sachlich in den Prozess der Aufstellung des neuen Regionalplans einzubringen und ihrerseits stärker für den Abbau von Restriktionen auf den bereits gesicherten Flächen einzusetzen. Schließlich ist jeder Hektar Kiesabbaufläche ein Hektar weniger für Wohnen, Landwirtschaft und Naturschutz. Außerdem muss die Bauindustrie mehr für das Recycling von Bauschutt tun. Technische Möglichkeiten, die bei Weitem noch nicht ausgereizt sind, gibt es genug.

Autor:

Heike Kretschmer aus Essen-West

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