Essen packt an! "Vorbild für Nachbarstädte"

Wo zuerst anpacken? Ohne Essen packt an! wäre die Stadt noch nicht so weit. Fotos: Schattberg
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Wahnsinn! Die Facebook Initiative Essen packt an! ist süchtig; mittlerweile über 4000 Anpackende! Auslöser: Orkantief „Ela“ traf die Stadt mitten ins grüne Herz.

Während die verheerenden Schäden auf rund 63,3 Millionen Euro von Oberbürgermeister Reinhard Paß geschätzt werden, spricht die CDU von 200 Millionen Euro. Kein Thema für Essen packt an! Die sägen, schneiden, schuften weiter. BeispielTrümmerfeld Spielplatz Kasseler Straße.

Totenstille herrscht seit Pfingstmontag am Spiel- und Bolzplatz Kasseler Straße. Der Treffpunkt für Kinder aller Altersklassen, für Jugendliche, für Erwachsene ist weg. Verschwunden. Begraben von zig umgeknickten Riesenbäumen.
Bis Samstag. Hier das kleine „Wunder“ der Auferstehung.

Sven Brauer, Spielplatz-Pate, strahlt königlich, sowie Nachbarn. Helfer. Mit Essen packt an! Kind und Kegel sind mobilisiert, elektrisiert. Machen Unmögliches möglich. Sie räumen auf. Stunde für Stunde. „Die Stadt Essen hat im Moment einfach keine Leute. Die Aufräumarbeiten gehen nach Prioritäten.“

Also, lassen die Anpackenden Sägen „singen“. Helf-Engel durch Essen packt an! sind die Freunde Pascale. Warum das Schuften im Dreck? Der 22-jährige Schüler, jetzt Semesterferien und der 21-Jährige, Sicherheitsdienst: „Wir haben jetzt Zeit, können was Produktives für die Kinder machen.“ Florian, 24, Sicherheitsdienst: „Wir wollen den Nachbarstädten zeigen, wie Zusammenhalt aussehen kann!“

Ganz bei der Arbeit, hoch konzentriert, zerlegt mit der Kettensäge die 22-jährige Schülerin Vivian einen Baum, Klotz um Klotz. „Ein Tag nach dem Orkan hörte ich von der Internet-Gruppe. An der Bärendelle, der Bärenhöhle war ich schon dabei, weil sonst die Stadt Essen nicht fertig wird.“ Schnappt sich ihr Werkzeug, schuftet weiter.

Fragen sind Nebensache. Fortschritt ist Hauptsache. So sieht es auch Blumen Senner, Hamburger Straße. Ein Anruf der „Kasseler“ genügt, schon lässt der Inhaber Berufliches liegen, hilft mit drei-Meter-Stocksäge mannslange „tote“ Äste aus Baumkronen auf den Boden zu „beerdigen“.

Immer im Auge der Großen fegen und fegen Kinder ihren Bolzplatz blitzblank. Nach Stunden zieht die elfjährige Marie Bilanz: „Jetzt ist aber Schluss mit Laub fegen. Die nächsten Blätter fallen ja schon wieder runter!“

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