Mein Stadtteil - denk.bar -

Wo drückt der Schuh? - Das Freizeitbad Oase wurde geschlossen. Ebenso vor einigen Jahren das Freibad Essen-West. | Foto: Michael Gohl / Archiv West Anzeiger
  • Wo drückt der Schuh? - Das Freizeitbad Oase wurde geschlossen. Ebenso vor einigen Jahren das Freibad Essen-West.
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Wie könnten Sie sich Ihren Stadtteil vorstellen? Augen schließen – Frohnhausen: Sauber! Ohne Hundekot. Anziehende Anlagen mit Blumen, Sträuchern, Bäumen – gepflegt. Wohnhäuser tipp-top, ohne Schmierereien. Ladenlokale mit peppigen Auslagen. Keine leer stehenden Geschäfte. Kinderjauchzen auf Sportanlagen, in Schwimmbändern… Frohnhausen, das Hinzieh-Paradies? Augen öffnen. Die Sozialdemokraten haben da einiges vor…

Ja, wo drückt Sie der Schuh? Sie arbeiten und leben oder betreiben Ihr Gewerbe seit vielen Jahren in Frohnhausen. Was treibt Ihren Puls höher? Wann kriegen Sie einen dicken Hals? Die SPD – der Ortsverein Essen-Frohnhausen - will es wissen. „Denn Sie kennen die Menschen die hier leben. Sie kennen die Sorgen, die Wünsche, die Hoffnungen sowie die Ängste der Nachbarn, Freunde, Bekannten. Dabei soll auch Kritik nicht unter den Tisch gekehrt werden.“

Post mit Fragen wurde verschickt. Gespannt auf die Ergebnisse? Am 14. Juli, im Forum APO-Haus, 19 bis 21 Uhr, erfahren Sie die ungeschminkte Wahrheit. Das Gespräch mit Petra Hinz - SPD Bundestagsabgeordnete, Udo Karnath - Ratsherr, Klaus Persch - Bezirks-Bürgermeister, wurde denk.bar getauft; denk.bar in und für Frohnhausen.

Ob daraus auch ein „mach.bar“ wird?

Wir waren neugierig. Hier ungeschönte Antworten von zwei Geschäftsfrauen.

Janet Müller, Frohnhauser Werberingvorsitzende, zu Frohnhauser Stärken:
„Frohnhausen ist zentrumsnah, sehr gut an Autobahnen angebunden. Das öffentliche Verkehrsnetz ist gut ausgebaut. Ich empfinde Frohnhausen wie ein Dorf inmitten – und zentrumsnah zur Stadt. Dadurch ist es sehr persönlich. Frohnhausen hat eine zwar nicht sehr große, aber dafür aktive, dienstleistungsfähige Kaufmannschaft, die ständig bemüht ist, den Stadtteil für die Bewohner attraktiv zu machen. Frohnhausen hat ein bewegtes, lebendiges, vielschichtiges Vereins-, Gemeindeleben (der Kunst geöffnet); aktive Jugendarbeit und den Förderverein Achilles, APO-Haus. Viel Grün in Parkanlagen, auch Seitenstraßen, mit schönen restaurierten Altbauten. Drei Mal wöchentlich Markt.

Unsere Chancen: „Häuser restaurieren, um Bewohner, die einkommensstark sind, nach Frohnhausen zu holen – somit Kaufkraftzuwachs. Darum restaurierte, alte Fassaden und die Wohnbausituation optimal nutzen. Gleichzeitig sollte man Familienangebote optimieren. Vorhandenes Potential muss noch besser genutzt werden – Marktplatz, Parks, Veranstaltungen initiieren, vorhandene Initiativen sollten von Seiten der Politik unterstützt werden – beispielsweise finanziell.“

Hier sehe ich Probleme: “Steigende Altersstruktur. Folglich muss unbedingt etwas für junge Leute geboten werden, um sie hier zu halten oder hierher zu gewinnen. Schließung der Geschäfte auf der Mülheimer Straße - mittlerweile auch Frohnhauser-, Berliner Straße – ohne adäquaten Ersatz (nicht die 20. Dönerbude, Goldankauf, Billigfleisch, Internetcafe oder Spielhallen) sondern Geschäfte, die der Bevölkerung etwas bringen, damit sie sich wohlfühlen. Wegzug guter Kaufkundschaft! Wenig aktive Beteiligung. Ungepflegte Straßenoptik. Mehr Freizeiteinrichtungen für Kinder, Jugendliche. Bäume werden nicht beschnitten, Baumbeete sind verschmutzt oder werden zerstört. Alte Bänke nicht restauriert.“

Gefahren: „Zunehmende Geschäftsschließungen. Beschaffungskriminalität nimmt zu. Gettosieren ausländischer Bewohner. Hauseigentümer sollten Fassaden renovieren, um adäquate Mieter zu gewinnen; Gewerbevermieter darauf achten, an wen sie vermieten!“

Waltraud Schöne, Ex-Werberingvorsitzende: „Es ist wichtig für Frohnhausen, dass sich viele Menschen Gedanken machen. Leute angesprochen werden, die in unterschiedlichen Funktionen hier arbeiten. Denn die wissen genau, welche Probleme in Frohnhausen bearbeitet werden müssen. Wir müssen mehr für die Kinder tun – die Freizeitangebote sind viel zu gering. Im APO-Haus wird zwar sehr gute Arbeit geleistet, aber es ist trotzdem noch zu wenig. Wir dürfen die Kinder nicht vernachlässigen. Sie sind unsere Zukunft.“

Weiter führt sie auf: „Ich vermisse Programme für Familien. Die ziehen zwar nach Frohnhausen, aber dann ziehen sie auch schnell wieder weg, weil wir sie nicht halten können. Es fehlen beispielsweise sportliche Möglichkeiten. Da müssen wir dringend was tun.
Ein anderes Problem ist die Sauberkeit. Wir müssen Bürger mehr darauf hinweisen, dass es ihr Zuhause ist, in dem sie sich befinden. Ferner den Eltern, Kindern – in Kindergärten, Schulen – immer wieder vermitteln, dass Abfall in dafür vorgesehenen Behältnisse gehört. Und - dass man keine Häuser, Autos beschmiert. Dass die Grünanlagen gepflegt werden müssen - auch vor der eigenen Haustür! Das geht nur Hand in Hand.“

Sie appelliert eindringlich an die Vermieter. „Die sind genauso gefordert; beispielsweise bei der Vermietung von Ladenlokalen nicht überteuerte Mieten zu nehmen, um die Geschäftsräume langfristig vermietet zu bekommen; ferner – leer stehende Ladenlokale zu pflegen. Wenn wir nicht aufpassen, unseren Ortsteil attraktiver zu machen – für Familien – wird es in Frohnhausen immer mehr Leerstände geben. Unser Stadtteil blutet aus!“

Autor:

Ingrid Schattberg aus Essen-West

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