Iraner Mehdi Salimpour setzt mit seinen Freunden ein Zeichen für gelebte Religionsfreiheit
Einer für Alle - Alle für Einen

Mehdi Salimpour (mit dem Veranstaltungsplakat in der Hand) und seine ehrenamtlichen Mitstreiter Dramaturgin Anna Chernomordik, Schauspieler Markus Kiefer und Regisseurin Rodica Lupu möchten auf das Schicksal zum Christentum Konvertierter im Iran aufmerksam machen und erzählen die Geschichte von Mehdi Diebaj. Foto: Gerd Kaemper
  • Mehdi Salimpour (mit dem Veranstaltungsplakat in der Hand) und seine ehrenamtlichen Mitstreiter Dramaturgin Anna Chernomordik, Schauspieler Markus Kiefer und Regisseurin Rodica Lupu möchten auf das Schicksal zum Christentum Konvertierter im Iran aufmerksam machen und erzählen die Geschichte von Mehdi Diebaj. Foto: Gerd Kaemper
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Im Jahr 2018 flüchtete Mehdi Salimpour aus seiner Heimat, dem Iran, weil ihm als zum Christentum Konvertiertem dort die Todesstrafe drohte. In den nicht ganz zwei Jahren in Deutschland und Gelsenkirchen hat der Iraner viele Freunde unter Kulturschaffenden gefunden und mit ihnen gemeinsam bringt er nun die Performance zur Unterdrückung der Konvertierten im Iran „Der Weg des Mehdi Diebaj“ auf die Bühne.

Seitdem der Elektroingenieur Mehdi Salimpour in Gelsenkirchen lebt, hat er an verschiedenen Theaterproduktionen mitgewirkt. Angefangen bei der „Fuga Perpetua“, zu deutsch „Ewige Flucht“ am Musiktheater im Revier, über „Alfred und Margarethe Zingler - Ein Leben im Widerstand“ bis hin zur Passion stand der Geflüchtete auf der Bühne und lernte dabei viele Kulturschaffende kennen.
Als er nun mit seiner Idee, eine Performance über das Leben und Leiden des Mehdi Diebaj auf die Bühne zu bringen an seine Bekannten heran trug, waren Anna Chernomordik, Dramaturgin am MiR, Markus Kiefer, Schauspieler, Rezitator und Regisseur, und Rodica Lupu, Schauspielerin und Regisseurin, sofort bereit, ihm zur Seite zu stehen.
„Als ich meinen Freund Abbas Mashayekh, einen Oud-Spieler aus Mainz fragte, ob er bereit wäre, die musikalische Untermalung der Performance zu übernehmen, war er sofort bereit dazu. Außerdem bemüht er sich derzeit darum, dass „Der Weg des Mehdi Diebaj“ im Januar oder Februar auch in Mainz zur Aufführung kommen kann“, erzählt Markus Kiefer, der sich über die Initiative des jungen Iraners freut. Denn durch das Theaterspiel lernt Medhi Salimpour nicht nur Menschen kennen, sondern verbessert auch zusehends seine Sprachkenntnisse.
Für seine drei Gelsenkirchener Mitstreiter steht fest: „Mehdi verdient Hilfe. Er möchte hier blieben und seine Wurzeln hier vertiefen.“ Dabei nimmt das Theaterspielen einen hohen Stellenwert ein, aber am liebsten würde er natürlich in seinem Beruf arbeiten. „Doch dazu fehlen ihm die nötigen Papiere. Er hat den B2-Sprachkurs absolviert und möchte mit C1 weitermachen. Seine Papiere als Elektroingenieur wurden anerkannt, aber kein Arbeitnehmer stellt einen Geflüchteten ein, der nur eine Duldung und keine Arbeitserlaubnis hat. Es ist ein Teufelskreis“, beklagt Anna Chernomordik. „Dabei ist es besonders krude, dass er nicht arbeiten darf, solange er nur eine Duldung hat. Sobald er aber einen Job nachweisen könnte, würde er eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten.“ Mehr als 700 Bewerbungen hat er bereits verschickt, leider ohne Ergebnis.

Die Geschichte des Mehdi Diebaj

„Ich habe mich als ignorant gefühlt, weil ich die Mehdi Diebaj nicht kannte“, gesteht Rodica Lupo, die selbst Christin und erschrocken darüber ist, dass es im 21. Jahrhundert noch solche Gräueltaten gegen Christen gibt im Iran.
Mehdi Dibaj wurden 1935 geboren und konvertierte in jungen Jahren zum Christentum und wurde später Pfarrer. Seitdem der Iran 1979 eine theokratische Republik wurde, geriet er immer mehr unter Druck durch die Regierung. 1983 wurde er verhaftet und später zum Tode verurteilt. Im Gerichtssaal bekannte er sich zu Jesus Christus und seinem Glauben und verkündete, gern zu sterben für seinen Herrn Jesus Christus.
Weltweite Proteste führten dazu, dass Diebaj 1994 aus dem Gefängnis entlassen wurde, das Todesurteil wurde aber nicht aufgehoben. Drei Tage nach seiner Freilassung wurde er entführt, seine Leiche wurde nicht ganz zwei Wochen später gefunden.
In der rund 30-minütigen Performance geht es um die Gerichtsverhandlung Diebajs. Anna Chernomordik erläutert: „Christenverfolgung gibt es offiziell nicht im Iran. Wird man aber als zum Christentum Konvertierter entlarvt, droht die Todesstrafe, weil man sich vom Islam abgewandt hat.“
„Es gibt keine Kirchen, die Konvertierte aufsuchen können. Gemeinsam gebetet wird im eigenen Wohnzimmer und so, dass es niemand erfährt. Denn wer dem Islam abschwört, wird diskriminiiert bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, aber auch im privaten Umfeld bis hin zu willkürlicher Schikane“, ergänzt Mehdi Salimpour, der Mitglied ist der Evangelischen Freikirche am Spinnweg und um seine Frau und Tochter bangt, die im Iran zurückbleiben mussten.

Die Performance: Der Weg des Mehdi Diebaj

Die Premiere der Performane „Der Weg des Mehdi Diebaj“ wird am Samstag, 12. September, um 20 Uhr im Alfred-Zingler-Haus am Margaretenhof 10 - 12 gefeiert.
Der Eintritt ist frei, aber es wird um Anmeldung gebeten unter Telefon 84307 oder per Email an ini.azh@gmx.de.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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