Als die APO im Ruhrpott ankam...

Zu 50 Jahren "aktuelles forum" wurde die Festschrift „50 Jahre aktuelles forum - auf einen Blick“ herausgegeben, deren Titel mit historischen Bildern der Begegnung von Rudi Dutschke mit Johannes Rau aufwartet und das hier (von links) die Projektleiterin Karolina Hajjar, Bildungsreferentin Verena Reichmann, Leiter Markus Schröder und der Vorsitzende Hans Frey in Händen halten. Foto: Gerd Kaemper
  • Zu 50 Jahren "aktuelles forum" wurde die Festschrift „50 Jahre aktuelles forum - auf einen Blick“ herausgegeben, deren Titel mit historischen Bildern der Begegnung von Rudi Dutschke mit Johannes Rau aufwartet und das hier (von links) die Projektleiterin Karolina Hajjar, Bildungsreferentin Verena Reichmann, Leiter Markus Schröder und der Vorsitzende Hans Frey in Händen halten. Foto: Gerd Kaemper
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Wo: Hans-Sachs-Haus, Ebertstrau00dfe 11, 45879 Gelsenkirchen auf Karte anzeigen

...entstand vor 50 Jahren in Gelsenkirchen das aktuelle Forum
50 Jahre alt und derzeit wieder so wichtig wie in seinen Anfängen ist der Verein "aktuelles forum" (af), dessen Entstehung auf einen lockeren Diskussionskreis im damals noch eigenständigen Wanne-Eickel und vier Jahre später der Begegnung von Rudi Dutschke und Johannes Rau bei einer Veranstaltung im damals ebenfalls noch eigenständigen Wattenscheid zurückgeht.

Einladung für alle Interessierten

Am Montag, 15. Oktober, feiert das "aktuelle forum" ab 15 Uhr seinen 50. Geburtstag mit einer Jubiläumsveranstaltung im Foyer und Bürgersaal des Hans-Sachs-Hauses und alle Interessierten sind eingeladen, sich über die Arbeit des Trägers von politischer und kultureller Weiterbildung wie auch der Jugendhilfe zu informieren.
Das Highlight des Jubiläumsempfangs dürfte die Zusage von Peter Maffay für sein Kommen sein, denn der Musiker mit rumänischen Wurzeln ist mit seiner Stiftung ein Kooperationspartner des af bei dessen Projekt „young workers for romania“. Ebenso erfreut ist der Vorsitzende des af Hans Frey darüber, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Festrede hält.

In 50 Jahren von einer halben zu zehn Stellen

Man schrieb das Jahr 1964 als im beschaulichen Wanne-Eickel ein lockerer Diskussionskreis junger Leute zusammentraf, der die Idee hatte, eine Plattform für junge Leute über alle Parteigrenzen hinweg zu schaffen. „Dabei sollten aktuelle Themen, die die Jugend bewegten, besprochen und diskutiert werden“, schildert Hans Frey die ersten zarten Anfänge des af.
Am 30. Januar 1968 konstituierte sich das af als NRW-weiter gemeinnütziger Verein unter dem Gründungsvorsitzenden Johannes Rau. Die erste aufsehenerregende Veranstaltung ließ nicht lange auf sich warten: Am 4. Februar 1968 traf sich Rau, der zu der Zeit SPD-Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag war, mit dem Studentenführer Rudi Dutschke in Wattenscheid zu einer inzwischen legendären öffentlichen Podiumsdiskussion.
„Das waren bescheidene Anfänge damals. Wir hatten gerade mal eine halbe Stelle, die sich um die Belange des Vereins kümmerte, anzubieten“, erinnert sich Hans Frey. Inzwischen gibt es zehn hauptamtlich Tätige unter der Leitung von Markus Schröder und der Jahresumsatz des eher kleinen Weiterbildungsträgers liegt bei einer Million Euro. 2017 zählten die Mitarbeiter in den angebotenen 91 Seminaren mehr als 2.270 Teilnehmer, zu denen noch die Projektteilnehmer kommen, so dass allein im letzten Jahr bis zu 4.000 junge Leute in den Genuss von Angeboten des af kamen.
Inzwischen sieht sich das "aktuelle forum" als regional, national und (hauptsächlich) international. Denn seit 2008 gibt es das Projekt „Young Workers for Europe“, bei dem junge Leute, die sonst vielleicht nicht in den Genuss kommen würden, andere Länder und Leute kennenzulernen, in aller Welt aktiv werden. Sie legen vor Ort selbst Hand an und lernen dabei Land und Leute, aber auch die Probleme vor Ort kennen.
„Wenn dann der Bürgermeister kommt und den jungen Leuten für ihre Hilfe dankt, sind diese manchmal schier überfordert, weil sie eine solche Anerkennung oftmals noch nie in ihrem Leben erfahren haben. Das stärkt die Persönlichkeit und das Selbstwertgefühl dieser jungen Leute“, berichtet Hans Frey.
Markus Schröder schildert: „Wenn Jugendliche aus Duisburg-Marxloh aus Rumänien zurück sind, stellen viele von ihnen fest, dass es ihnen hier sehr gut geht gegenüber den Leuten, von denen sie sich gerade verabschiedet haben. Das öffnet ihnen die Auge für ihre eigenen Umstände und Umgebungen.“

Das Projekt „young workers for romania“

Die Idee zu „young workers for romania“, nur einem von vielen Projekten des af, entstand durch das Engagement der Peter Maffay-Stiftung in Radeln. Dies ist ein Ortsteil der Hauptgemeinde Bunesti (Bodendorf), liegt mitten im rumänischen Transsilvanien und wurde ehemals von den Siebenbürger Sachsen bewohnt. Das stolze Dorf hat durch Abwanderung, Arbeitslosigkeit, Armut und unzureichende Infrastruktur stark gelitten. Gleichzeitig sind offenkundige Potenziale wie die landschaftliche Lage, die weitestgehend erhaltene malerische Architektur und die unverfälschte Natur praktisch ungenutzt.
Hier engagiert sich das af und entsendet, gefördert durch den ESF, das Landesarbeitsministerium und das Landesjugendministerium sowie unterstützt durch die Peter Maffay-Stiftung, zehn bis zwölf jugendliche Teilnehmer nebst zwei Pädagogen und einem Handwerker für 14 Tage. Die jungen Leute halfen nun einen Kinderclub und eine Turnhalle aufzubauen. Im August konnte dieser Treffpunkt als geschützter Raum für soziale Projekte mit Kindern und Jugendlichen eröffnet werden.
Die Vor- und Nachbereitung dieses Auslandsaufenthaltes beläuft sich auf ein halbes Jahr, weil die jungen Leute auf die Gegebenheiten in dem Land eingestimmt werden. Sie lernen einige Brocken der Sprache kennen, um die wichtigsten Dinge wie guten Tag und auf Wiedersehen, bitte und danke sagen zu können. Das Erlebte wird auch nachgearbeitet, damit die Erfahrungen verinnerlicht werden. Denn wie Hans Frey beschwört, ist „Auslandserfahrung in Zeiten der Globalisierung wichtiger denn je geworden.“
Mehr über die Arbeit des aktuellen forums und seine Geschichte erfährt man auf der Homepage aktuelles-forum.de. Zu 50 Jahren aktuelles forum wurde die Festschrift „50 Jahre aktuelles forum - auf einen Blick“ herausgegeben, deren Titel mit historischen Bildern der Begegnung von Rudi Dutschke mit Johannes Rau aufwartet und das hier (von links) die Projektleiterin Karolina Hajjar, Bildungsreferentin Verena Reichmann, Leiter Markus Schröder und der Vorsitzende Hans Frey in Händen halten. Foto: Gerd Kaemper  Am Montag, 15. Oktober, lädt das aktuelle forum alle Interessierten zu seiner Jubiläumsfeier ab 15 Uhr in das Foyer und Bürgerforum des Hans-Sachs-Hauses ab der Ebertstraße 11 ein. Der Eintritt ist frei und jeder Interessierte willkommen.

Das Festprogramm am Montag, 15. Oktober:
15 bis 17.30 Uhr: Präsentationen befreundeter Träger in NRW und der Kooperationspartner zu Möglichkeiten der
politischen Weiterbildung in Form eines Marktes der Möglichkeiten; Bühnenprogramm wie Filmbeiträge, Grußworte, Gepräche – alles bei Kaffee und Kuchen.
Gegen 16.20 Uhr: Statement und Diskussion mit Peter Maffay über das Projekt „young workers in romania“ und die Arbeit der Peter Maffay Stiftung.
18 bis 19 Uhr: Ansprachen des Ministerpräsidenten des Landes NRW Armin Laschet und des 1. Vorsitzenden des aktuellen forums Hans Frey, MdL a. D.
19 Uhr: Genussvoller Ausklang am Buffet
Zwischendurch gibt es immer wieder Musikbeiträge der Band „Schnitzel of Destiny“ des Kooperationspartner des af, der Musikschule im Bunker. Festprogramm

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