Parlamentarisches Patenschafts-Programm
Amerika hautnah

Markus Töns (l.) und Nadine Bentz posieren gemeinsam vor der SPD-Zentrale mit einer Amerika-Flagge. Fast ein Jahr lang hat Nadine Bentz das Experiment Austauschjahr gewagt. | Foto: Gerd Kaemper
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Nadine Bentz flog als "parlamentarisches Patenkind" von Markus Töns für ein Jahr in die USA Was viele Jugendliche sich erträumen, ist für Nadine Bentz aus der Feldmark Wirklichkeit geworden: Mithilfe des parlamentarischen Patenschafts-Programmes reiste sie in die Vereinigten Staaten von Amerika und lebte dort zehn Monate lang als Austauschschülerin.

17 Jahre jung ist die gebürtige Gelsenkirchenerin, die im Juni von ihrem Auslandsjahr in Amerika heimkehrte. Seit August letzten Jahres lebte sie bei einer Gastfamilie im kleinen Örtchen Charleston, das im Bundesstaat Arkansas liegt. "Charleston ist eine sehr kleine Stadt mit 2500 Einwohnern. Die Schule war dementsprechend auch klein", erzählt Nadine Bentz. "Ich habe in einer Gastfamilie mit zwei Töchtern gelebt." Auch drei Hunde gehörten zu ihrer neuen Familie, was sie besonders freute, denn: "Ich habe zuhause auch einen."
Woran sich Nadine gut erinnern kann, sind sehr viele Wochenendausflüge: "Ich war viel mit der Gastfamilie und Freunden an den Wochenenden unterwegs. Wir waren ganz viel wandern und auch mal Kanu fahren." Neben den Ausflügen in die Natur, die Arkansas en masse zu bieten hat, standen auch Tagestrips in andere Bundesländer wie Tennessee und Texas an. "Ich bin sehr froh, in so einer netten Gastfamilie gelandet zu sein", resümiert sie.

Kein Abschluss in Amerika

Die Charleston High School besuchte Nadine als "Junior", also als Schülerin der Stufe unterhalb der Abschlussklasse, den "Seniors", weshalb sie keinen Abschluss erwarb. "Die Schule lässt Austauschschüler nicht zu den Seniors, weil es den Schülern gegenüber unfair wäre, die seit Jahren die Schule besuchen", so Nadine.
Wie die Gelsenkirchenerin erzählt, hatte sie anfangs Probleme, Freunde zu finden, da sich alle Schüler von der Grundschule an kannten. "Ich habe mich dann mit anderen Austauschschülern angefreundet", sagt sie, lernte aber auch amerikanischen Mitschüler besser kennen: "Besonders im letzten Halbjahr habe ich viel mit meinen amerikanischen Freunden gemacht."
An ihrer Schule schloss sie sich dem Volleyballteam an. "Sport wird in Amerika ja sehr groß geschrieben", erklärt sie. "Wir hatten täglich zwei bis drei Stunden Training." Nadine schaffte es zuerst nicht, den Ball zu berühren, wie sie lachend zugibt, konnte allerdings nach der Season mitspielen.
Auch im Unterricht hielt sie mit. "Die Schule dort ist einfacher als in Deutschland. Mir fiel es nur ein bisschen schwer, im Biologieunterricht Englisch zu reden." Ein Problem, das sich mit der Zeit legte. "Die Erwartungen im Unterricht sind auch ganz anders. Ich hatte das Gefühl, mündliche Noten gibt es nicht." Jedem Schüler wurden Aufgaben zugeschickt, die bearbeitet werden mussten, bevor sie dann wieder zurückgeschickt wurden.

Fächer, die es in Deutschland nicht gibt

Ihr Stundenplan bestand auch aus Fächern, die sie so aus Deutschland nicht kannte: Sie hatte die "Finanzklasse" gewählt, die in Deutschland in Fächern wie Sozialwissenschaften enthalten ist, und auch ein Fach, in dem über das Familienleben aufgeklärt wurde.
Zusammenfassend schaut sie sehr positiv auf ihre Zeit in Amerika zurück und empfiehlt dieses Erlebnis jedem, der auch über einen Austausch nachdenkt: "Man wird selbstständiger, selbstbewusster und lernt viele neue Freunde und eine neue Kultur kennen."
"Ihren Mut bewundere ich", erklärt auch Markus Töns, SPD-Mitglied des deutschen Bundestages, der die Patenschaft für Nadine Bentz übernommen hatte.
Aus insgesamt drei Bewerbungen hatte sich Nadine Bentz durchgesetzt, dabei spielten Lehrerbeurteilungen, sprachliche Kenntnisse und auch soziales Engagement eine Rolle, welches die Schülerin als Pfadfinderin eindeutig zeigte. Auch die innere Stabilität war ein treibender Faktor.
Trotz dieses tollen Erlebnisses sind Nadines zukünftige Pläne bodenständig. Am Essener Gymnasium am Stoppenberg hat sie noch drei Jahre Schule vor sich, ehe sie ihren Abschluss macht.
Amerika hat sie dabei allerdings im Hinterkopf, wie sie im Gespräch verrät: "Ich hoffe, nächstes Jahr oder in zwei Jahren noch einmal dorthin fliegen zu können."

Markus Töns (l.) und Nadine Bentz posieren gemeinsam vor der SPD-Zentrale mit einer Amerika-Flagge. Fast ein Jahr lang hat Nadine Bentz das Experiment Austauschjahr gewagt. | Foto: Gerd Kaemper
Nadine Bentz (r.) lebte im naturreichen Bundesstaat Arkansas. Markus Töns freut sich immer, jungen Menschen dieses Erlebnis ermöglichen zu können. | Foto: Gerd Kaemper
Autor:

Nikola Leinweber aus Gelsenkirchen

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