Ausgerechnet Muttertag!
Die Senioren zwischen Goch und Weeze freuen sich Sonntag auf Besuch

Wie alle anderen Altenheime im Kreis Kleve auch hat sich das Altenheim der Bruderschaft zu Unserer Lieben Frau in Goch auf den Besucherandrang vorbereitet.
  • Wie alle anderen Altenheime im Kreis Kleve auch hat sich das Altenheim der Bruderschaft zu Unserer Lieben Frau in Goch auf den Besucherandrang vorbereitet.
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Die Senioren in Goch und ihre Angehörigen freuen sich schon: Ab diesem Wochenende dürfen sie nach der wochenlangen Schließung der Altenheime Wiedersehen feiern. Wie das gestaltet und gesteuert werden soll, wenn sich Familien nach sechs Wochen wieder begegnen, haben wir in verschiedenen Häusern gefragt.

VON FRANZ GEIB

Goch. Norbert Lamers ist Geschäftsführer im Altenheim der Bruderschaft zu Unserer Lieben Frau gGmbH in Goch und geht davon aus, dass morgen der große Ansturm kommt: "Uns haben bereits viele Angehörige signalisiert, dass sie unsere Bewohner besuchen wollen." Eilig haben Norbert Lamers und sein Team in dieser Woche ein Besucherkonzept erarbeitet: Ein separater Raum muss geschaffen, Spuckwände für die Tische gebaut und ein Zeitplan erstellt werden. Der Geschäftsführer macht keinen Hehl daraus, dass die von der Landesregierung beschlossene Lockerung zwar richtig sei, aber zur Unzeit kommt: "Der Erlass kam erst am Dienstag und uns bleibt nicht viel Zeit, ihn umzusetzen."

Mehr Personal gefragt

Die Umsetzung, so Lamers, erfordere zum einen mehr Personal, dass requiriert werden müsse, um die nach wie vor geltenden Kontakt- und Abstandsregelungen zu berücksichtigen. In einem eigens dafür geschaffenen Besucherraum könnten maximal 13 Tische aufgestellt werden, um den Abstand zu wahren. Zusätzlich müssten Mitarbeiter die Besuche im Auge behalten. "Man ist nicht allein, was für Angehörige und Bewohner natürlich nicht einfach ist", bedauert Norbert Lamers. Hinzu käme der hohe bürokratische Aufwand: Jeder Gast müsse zunächst einen Termin vereinbaren, und einen Fragebogen ausfüllen, um die Infektionsketten nachverfolgen zu können. Für jeden Besuch könne maximal eine Stunde eingeräumt werden. "Und das ausgerechnet am Muttertag. Wir haben ja vollstes Verständnis dafür, dass an diesem Tag jeder seine Angehörigen sehen will. Würde mir genauso gehen. Logistisch wäre der Montag als Starttermin aber sehr viel besser gewesen."


Vor Infektion schützen


"Wir begrüßen die Lockerung der Besuchsregelungen in Einrichtungen der vollstationären Altenhilfe, weil wir täglich sehen, wie gravierend die Einschränkungen sich auf das Wohlbefinden unserer Bewohner*innen auswirken", teilt uns Christian Weßels, der Sprecher der Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft mbH, zu der auch das Pfalzdorfer Josefshaus für Senioren zählt, auf Anfrage mit. Der dortige Leiter, Jörg Matenaers und sein Team sind vollauf damit beschäftigt, den vielen Besuchsanfragen so weit wie möglich gerecht zu werden. Christian Weßels: "Die Einhaltung von notwendigen Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften ist weiterhin zwingend erforderlich, um sowohl die BewohnerInnen als auch die MitarbeiterInnen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen." Neben dem obligatorischen Tragen eines Mund- und Nasenschutzes, gelten in Pfalzdorf und allen anderen Häusern folgende regeln: Besuchszeiten/-termine werden durch die Einrichtungsleitungen koordiniert, BesucherInnen müssen vor jedem Besuch eine Selbstauskunft erteilen und unterschreiben, Besucherzahl und Besuchszeiten sind begrenzt, die Besuche finden in einem dafür vorgesehen Raum statt, in Ausnahmefällen können bettlägerige Bewohner*innen von ihren Zugehörigen in den Zimmern besucht werden.

Knappe Frist zur Umsetzung

Frank Günzel der Geschäftsführer und Einrichtungsleiter vom Haus am Heiligenweg in Goch ist seit Donnerstag vollauf damit beschäftigt, die neuen Anforderungen gemäß der bereits seit Samstag (!) geltenden Corona-Lockerungen für Pflegeeinrichtungen zu erfüllen, sprich einen separaten Raum einzurichten, die Angehörigen der 80 Bewohner anzurufen und das Mitarbeiter-Team einzuplanen. "Da kommt Freude auf", spricht er die knappe Frist an, die ihm und seinen Kollegen bleibt, um die neuen Regelungen infrastrukturell und personell umzusetzen. Und das womöglich nur für dieses eine Wochenende, wie ihm vom NRW-Gesundheitsministerium mitgeteilt wurde. Ab Montag sollen die neuen Regelungen überarbeitet und optimiert werden. Die Senioreneinrichtungen im Kreis Kleve (hier das Altenheim zu Unserer Lieben Frau in Goch) sind auf den morgigen Andrang von Angehörigen der Bewohner vorbereitet.

Autor:

Franz Geib aus Goch

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