Heimatverein Kessel führt Haushaltsbefragung zum Thema Windkraft im Reichswald durch: "Ziele wurden übertroffen"

Der Verkehrs- und Heimatverein Kessel gegen Windräder im Reichswald, rechts unser Interviewpartner Peter Sinsbeck.
  • Der Verkehrs- und Heimatverein Kessel gegen Windräder im Reichswald, rechts unser Interviewpartner Peter Sinsbeck.
  • hochgeladen von Franz Geib

Mit der Aufstellung von fünf Banner in Kessel und Asperden macht der Verkehrs- und Heimatverein Kessel die Bevölkerung auf den geplanten Bau von Windturbinen im Reichswald aufmerksam. Gleichzeitig läuft eine Haushaltsbefragung in Kessel, bei der die Bürger ihre Einwände gegen den Bau der Windanlagen formulieren können. Wir fragten Peter Sinsbeck.

VON FRANZ GEIB

1. Herr Sinsbeck, Wie hoch sind ihre Erwartungen bezüglich einer Resonanz und wie viele Rückläufer möchten Sie anschließend weiterleiten?

"Zur Zeit besuchen 10 Mitglieder des Verkehrs- u. Heimatvereins Kessel alle Haushalte in Kessel. Wir hatten zunächst befürchtet, dass unsere Euphorie evtl. Dämpfer bekommen könnte. Genau das Gegenteil ist der Fall. Wir wurden überall sehr gut aufgenommen und viele Kesseler haben sich dafür bedankt, dass wir uns mit ihnen gegen Windindustrie im Reichswald stemmen. Das bisherige Ergebnis ist schon so gut, dass wir sehr zuversichtlich sind, nach Beendigung unserer Befragung der Öffentlichkeit ein Traumergebnis präsentieren zu können. Selbst unsere schon hoch gesteckten Ziele wurden schon übertroffen. Wir können sehr erfreut feststellen: „Kessel ist gegen eine Windkraftindustrie im Reichswald“. Die bisher von der Kesseler Bevölkerung an uns übergebenen Stellungnahmen übertreffen alle unsere Erwartungen."

2. Können sie bittekurz die Gründe formulieren, die gegen eine Ausweisung der Windenergiebereiche im Reichswald sprechen.

"Am Wandertag auf dem „Kartenspieler Weg“ hätte jeder der Politiker, der für die Windindustrie im Reichswald gestimmt hat, „rote Ohren“ bekommen, wenn er sich die Argumente der Teilnehmer angehört hätte. Genau hier liegt das Problem.
Es sprechen 100 seriöse Gründe gegen eine Windindustrie im und am Reichswald. Hier nur einige: Erhaltung des Landschaftsbildes/Zerstörung eines landesweit bedeutsamen Kulturlandschaftsbereiches, Gefahren für die Trinkwasserversorgung, Gefahr der Vorbelastung des Reichswaldes, Waldbrandrisiko (s. Brand einer Windturbine in Isselburg am 28.8.2016), Artenverlust der Flora und Fauna, Hoher Verlust von Lebensqualität der betroffenen Anwohner.
Nur 1 Grund der Befürworter hat echten Bestand: Profitgier der Betreiber. Alle anderen von ihnen genannten Gründe, wie Tschernobyl/Fukuschima, sind für mich nur Rechtfertigungsgründe. Neueste Untersuchungen zeigen: Gewinner sind letztlich nur die Betreiber und Grundstückseigentümer.

3. Im Falle eines Scheiterns Ihres Widerstands beziehungsweise einer Genehmigung zum Bau der Windanlagen befürchten Sie eine "Windturbinenstraße" von Kranenburg bis Asperden und eine tiefgreifende Veränderung der Landschaft. Das Land NRW forciert den Ausbau von Windanlagen, jedes Jahr kommen 100 neue dazu. Der Anteil der Anlagen in Wäldern beträgt derzeit 2,2 Prozent.Wie sieht das Land Ihrer Einschätzung nach in einigen Jahren aus, wenn der Ausbau weiter voranschreitet?

"Der Kreis bezieht seine Attraktivität zu einem erheblichen Teil vom intakten Landschaftsbild. Die weiten Flächen unseres schönen Niederrheins und die Ruhe in der Natur würden wir verlieren. Besonders der unberührte Reichswald ist ein Magnet für uns und für unseren Tourismus. Eine „Verspargelung“ würde unserem Tourismus großen Schaden zufügen. Er erschreckendes Beispiel bietet zum Beispiel die Eifel und der Westerwald. Aktuell verzeichnet der Tourismus im Kreis Kleve einen Zuwachs von 6 Prozent. Viele andere Gebiete müssen negative Zahlen nennen. Aber auch für den Kreis Kleve wäre es dann mit Sicherheit die letzte positive Zahl, die wir vermelden könnten." Drei Fragen an: Peter Sinsbeck vom Verkehrs- und Heimatverein Kessel

Autor:

Franz Geib aus Goch

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