Neue Broschüre im Kreis Kleve - Praktischer Leitfaden für schwierige Zeiten

„Kein Paragrafenwirrwarr“ enthält die neue Broschüre zum Thema „Trennung, Scheidung, Neuanfang“; sie bietet den Betroffenen vielmehr einen praxisnahen Leitfaden für dieses schwieriege Thema.
  • „Kein Paragrafenwirrwarr“ enthält die neue Broschüre zum Thema „Trennung, Scheidung, Neuanfang“; sie bietet den Betroffenen vielmehr einen praxisnahen Leitfaden für dieses schwieriege Thema.
  • hochgeladen von Corinna Denzer-Schmidt

Trennung und Scheidung sind ein tiefer Einschnitt in das Leben. Umso wichtiger ist es, dass Frauen in dieser Situation Zugang zu vielen wichtigen Informationen haben.

Deshalb haben die 14 Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Kleve erstmals gemeinsam eine Broschüre herausgegeben, die diese Informationen übersichtlich und praxisnah bündelt. Mit 5.000 Exemplaren geht die erste Auflage ab sofort an den Start. Denn auch der Kreis Kleve passt sich sozusagen an den bundesweiten Trend an und verzeichnet für 2013 einen Anstieg von 6,2 Prozent bei den Ehescheidungen. Deutschlandweit wird mittlerweile jede zweite Ehe geschieden.

Broschüre behandelt viele Aspekte

In der Broschüre enthalten sind u. a. Aspekte wie das Sorge- und Unterhaltsrecht, Eheverträge und Versorgungsausgleich. Eine Checkliste hilft dabei, an wichtige Dokumente und Unterlagen zu denken. Fachkundige Beratung durch Anwälte oder das persönliche Gespräch in den Beratungsstellen soll sie selbstverständlich nicht ersetzen. „Wir hatten bei der Erstellung Hilfe von einem Fachanwalt für Familienrecht“, berichtet Monika van Heek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goch, „und natürlich ist die Broschüre auch für Männer gedacht.“ Sie liegt ab sofort kostenlos in allen Rathäusern aus und kann auch über die Gleichstellungsbeauftragten der Städte bezogen werden.

Interkommunale Zusammenarbeit

Ist die erste Auflage vegriffen, könne man abesehen, wie groß der Bedarf noch ist und wie es mit den Finanzen aussieht. „So etwas geht nur über die interkommunale Zusammenarbeit“, betont Yvonne Tertilte-Rübo, Gleichstellungsbeauftragte in Kleve, „eine alleine kann das gar nicht stemmen.“
Trennung und Scheidung ist auch das Thema eines Infoabends, der am 20. März in der Stadtbücherei Goch, Pfalzdorfer Straße 47, stattfindet. Hier hält eine Fachanwältin einen Vortrag und beantwortet anschließend Fragen.
Seine Schatten voraus wirft der Internationale Frauentag am 8. März. Rund um dieses Datum bieten die Gleichstellungstellen etliche Veranstaltungen an. Die Flyer dazu liegen in den Rathäusern und anderen öffentlichen Stellen aus.

Vergewaltigung: Gesetzeslücken schließen!

Am Herzen liegt den 14 Gleichstellungsabeauftragten auch noch ein anderes Thema: Die Unterschriftenaktion von „Terre des Femems“, die sich dafür einsetzt, gravierende Lücken im Gesetz zu Vergewaltigung (§ 177) zu schließen. Dazu Yvonne Tertile-Rübo: „Momentan wird nur jeder 8. Sexualstraftäter verurteilt; das liegt zum einen daran, dass Frauen keine Anzeige erstatten und zum anderen kein Vertrauen in den Rechtsstaat haben“. Denn solange der Täter keine körperliche Gewalt anwende oder der Frau mit „gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben drohe“, liege im gesetzlichen Sinne keine Vergewaltigung vor. „Ein ,Nein‘ reicht also nicht aus! Wir sind sehr entsetzt und betroffen über diese Dinge“, so Tertile-Rübo. Unterschriftenlisten von „Terre des Femmes“ liegen z. B. auch in Räten und Ausschüssen oder an Infoständen aus. Am 24. März sollen die Unterschriftenlisten dann in Berlin übergeben werden.
Weitere Informationen dazu gibt es unter: www.frauenrechte.de

Autor:

Corinna Denzer-Schmidt aus Sonsbeck

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