Dreister Trickbetrug
Hagener Senior fällt auf Coronatrick rein

HAGEN. Ein 85-jähriger Mann aus Boele ist am Mittwoch, 8. September, Opfer von dreisten Trickbetrügern geworden. Der Senior erhielt am Vormittag einen Anruf von einer Frau, welche sich als seine Cousine ausgab. Diese gab an, dass sie schwer an Corona erkrankt sei und nun in einem Hamburger Krankenhaus liege. Weiterhin redete die Frau dem 85-Jährigen ein, dass sie für eine medikamentöse Behandlung 35.000 Euro benötige.

Der ältere Herr wurde beauftragt nachzusehen, wieviel Bargeld er im Haus hat. Kurze Zeit später rief die vermeintliche Cousine erneut an und wies denn Mann an, mit einem Taxi zur Pforte eines Krankenhauses in der Dreieckstraße zu fahren. Das Hagener Krankenhaus würde angeblich mit dem Hamburger Krankenhaus zusammenarbeiten.

Der 85-Jährige machte sich daraufhin mit einem fünfstelligen Bargeldbetrag und zusammen mit seiner 75-jährigen Schwester - welche derzeit bei ihm zu Besuch ist und auch das Telefonat der Betrüger mitbekommen hat - mit einem Taxi auf den Weg zu dem Krankenhaus.
Dort angekommen meldete sich die angebliche Cousine telefonisch auf dem Handy der Schwester. Sie wies die beiden Senioren an, sich schräg gegenüber der Pforte des Krankenhauses aufzuhalten. Dann würde eine Frau kommen und das Geld in Empfang nehmen. Zudem wurden beide angewiesen, der Frau keine Fragen zu stellen. Außerdem teilte die vermeintliche Cousine mit, dass der Rentner nach der Geldübergabe auf einen Arzt warten solle. Dieser würde ihm eine Quittung übergeben.

Gegen 11.30 Uhr erschien dann eine Frau zu Fuß an der verabredeten Stelle, nahm ein Couvert mit dem Geld des Seniors in Empfang und verließ den Tatort. Der übergebene Betrag lag dabei unterhalb der geforderten 35.000 Euro, da der Rentner nicht über mehr Barmittel verfügte. Der Schaden beläuft sich aber dennoch auf einen fünfstelligen Bereich. Zusammen mit seiner Schwester wartete der 85-Jährige dann eine Stunde lang auf den Arzt und eine Quittung. Dieser erschien nicht.
Nachfragen des älteren Herrn im Krankenhaus brachten ebenfalls keinen Erfolg.

Völlig aufgelöst rief der Senior dann seine tatsächliche Cousine in Hamburg an und stellte schmerzvoll fest, dass er offensichtlich Opfer von dreisten Betrügern worden ist. Im Anschluss erstattet er eine Anzeige bei der Polizei.

Personenfahndung

Die Frau, an die das Geld übergeben worden ist zirka 30 Jahre alt, ist zirka 1,70 Meter groß, hat schwarze schulterlange Haare, eine normale Statur, südländisches Aussehen, und war luftig bunt angezogen. Sie sprach akzentfreies Deutsch.

Sachdienliche Hinweise
zu der Frau werden unter der Tel. 0231/9862066 erbeten.


Hinweis der Polizei

In diesem Zusammenhang weist die Polizei erneut darauf hin, dass Angerufene niemals an ihnen unbekannte Personen Geld übergeben sollten. Im geringsten Zweifel sollte das Telefonat immer beendet und die Polizei informiert werden.
Im aktuellen Fall haben die Betrüger als Übergabeort das Umfeld eines Krankenhauses - welches in keinerlei Zusammenhang mit der Tat steht - ausgenutzt, um ihrem Treiben einen vermeintlich seriösen Anstrich zu verleihen.
Sprechen Sie mit ihren älteren Angehörigen über solche Betrugsmaschen am Telefon.

Autor:

Lokalkompass Hagen aus Hagen

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