Bürgermeister sucht Schulterschluss mit der CDU

Hamminkelns Bürgermeister Holger Schlierf erläutert das weitere Vorgehen in der Schulpolitik. Petra Vogt MdL und Norbert Neß hören aufmerksam zu.
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Gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbands Hamminkeln machte Vorsitzender Norbert Neß unmissverständlich klar: „Der Elternwille gilt.“

Damit unterstützte er den Wunsch der überwiegenden Mehrheit der Grundschuleltern, im kommenden Jahr eine Gesamtschule in Hamminkeln zu errichten. Dem eindeutigen Ergebnis der Elternbefragung war eine mehrmonatige politische Diskussion vorausgegangen, in der die CDU vor allem auf eine größtmögliche Beteiligung der Eltern gedrängt hatte.

Neß räumte auf der Versammlung im Ringenberger Gasthaus Buschmann zugleich ein, dass die „Gesamtschule kein Herzensthema“ für die CDU gewesen sei. Der Rückgang der Bevölkerung und die schwindende Akzeptanz der Schulform Hauptschule machten jedoch Veränderungen unabwendbar. „Wir müssen das Beste daraus machen“, formulierte der CDU-Chef den Anspruch seiner Partei an eine neue Gesamtschule. „Wie können wir es erreichen, dass die neue Schule an den hervorragenden Ruf der Hauptschulen und der Realschule anknüpft?“

Aus Sicht des CDU-Vorsitzenden dürfe die Gründung einer Gesamtschule nicht „künstlich verklärt“ werden. „Die CDU wird den Prozess mit sachlicher Nüchternheit und präziser Ausrichtung in Richtung Qualität begleiten.“

Bildung, Leistung, Qualität

Bildung, Leistung und Qualität: Dieser Dreiklang müsse maßgeblich sein. Den Ball griff Bürgermeister Holger Schlierf auf. Gerne war er der Einladung des CDU-Stadtverbands gefolgt, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen und ein Grußwort an die CDU-Mitglieder zu richten. Auch den Eindruck, dass zwischen ihm und der CDU ein tiefer Graben klaffe, wolle er richtigstellen. So dankte er zunächst für die politische Unterstützung durch die CDU-Kreistagsabgeordneten Bernhard Borgers und Udo Bovenkerk in Fragen der Haushaltspolitik sowie bei den CDU-Stadtratsmitgliedern für die Mitwirkung bei der Leitbilddiskussion.

Beim Thema Schulpolitik erläuterte Holger Schlierf die weiteren Folgen aus dem positiven Votum der Elternbefragung. „Wir wollen eine qualitativ hochwertige Schule aufbauen“, beschrieb er die anstehende Aufgabe. Aus seiner Sicht sei die CDU-Auffassung nicht so weit von „der herrschenden Meinung im Rat“ entfernt. Es habe angesichts der Herausforderungen nicht viele Optionen gegeben. Mit einer Gesamtschule seien die meisten bildungspolitischen Ziele für Hamminkeln zu erreichen. „Das gelingt nur mit der CDU, der stärksten Ratsfraktion“, machte Schlierf seinen Schulterschluss mit den Christdemokraten deutlich. „Wir brauchen Sie ganz, ganz dringend“, appellierte er an die Versammlung.

Ehrliche Worte wählte der Bürgermeister mit Blick auf den Standort Dingden: Hier werde zunächst „die Rückabwicklung der Hauptschulen“ geschehen, seine Vision sei die Errichtung einer „berufsorientierten Zentrums“. Eine langfristige Standortgarantie sei zum heutigen Zeitpunkt noch zu früh.

Die „Einbettung der Diskussion vor Ort“ in die landespolitische Lage unternahm die neue bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Petra Vogt. Die Duisburgerin war auf Einladung von Neß nach Hamminkeln gekommen. „Gerade auch im ländlichen Raum war der Wunsch groß, auf die aktuelle Entwicklung zu reagieren“, erläuterte die Landtagsabgeordnete das Motiv für den Schulkonsens, den die CDU auf Landesebene im vergangenen Jahr mit Rot-Grün erzielt hat. „Der Schulkonsens ermöglicht das Angebot vor Ort und eine große Vielfalt zugleich.“ Es gehe darum, die Kinder „individuell nach ihren Fähigkeiten zu fördern.“ Sie ermunterte die Hamminkelner Politiker bei der Gründung der neuen Schule umsichtig vorzugehen und den Qualitätsaspekt in den Vordergrund zu stellen. Ein weiteres „schwerwiegendes Thema“ sei die Inklusion, also die Teilnahme behinderter Kinder am Regelunterricht, die ab kommendem Jahr verfassungsrechtlich ermöglicht werden muss. Gerade auf die Kommunen kommen hier gewaltige Aufgaben und Ausgaben zu. „Die rot-grüne Landesregierung hat viel zu spät angefangen, sich um das Thema zu kümmern und lässt die Kommunen im Regen stehen.“ Die CDU werde sich dazu im Landtag positionieren.

Hamminkelns Bürgermeister Holger Schlierf erläutert das weitere Vorgehen in der Schulpolitik. Petra Vogt MdL und Norbert Neß hören aufmerksam zu.
Der CDU-Vorsitzende Norbert Neß bedankt sich bei Gastreferentin Petra Vogt mit einem Blumenstrauß.

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