Amtsgericht
Diebstahl : Hattinger Geschäftshaushalt vermisst Wertgegenstände von 150.000 Euro

Eine 56-jährige aus Hattingen wurde heute wegen Diebstahls in neun Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Staatsanwaltschaft wird 9.300 Euro Wertersatz bei der Verurteilten einziehen.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beschuldigte die Angeklagte, während ihrer Tätigkeit als Reinigungskraft von Dezember 2018 bis Mitte November 2019 bei einer älteren Hattinger Geschäftsfrau aus der Juwelierbranche zahlreiche Wertgegenstände entwendet und weiterverkauft zu haben. Allein bei 12 definierten Wertgegenständen ermittelte die Staatsanwaltschaft einen Schaden in Höhe von fast 32.000 Euro.
„Der Schaden ist viel höher“, sagte die Tochter der Geschädigten als Zeugin aus und bezifferte den Fehlbetrag gegenüber dem STADTSPIEGEL auf 150.000 Euro, den ihre Familie an Schmuck, Edelmetallen, Uhren und sonstigen Wertgegenständen vermisst, wobei die Höhe gestohlener ideeller Werte aus dem Familienbesitz mehrerer Generationen nicht geschätzt werden kann.
„Ein großer Teil der Anklagepunkte trifft zu, meine Mandantin hat gestohlene Teile verkauft und das ist verwerflich und sehr schlimm“, erklärte Pflichtverteidiger Hirschmann zu Beginn der Hauptverhandlung. Seine Mandantin bestritt aber, Schmuck entwendet zu haben.

„So eine nette Putzhilfe hatte ich noch nie“

Fast ein Jahr lang hatte die Angeklagte bei der Hattinger Geschäftsfrau einmal die Woche als Reinigungskraft gearbeitet. Die geschädigte Seniorin hatte dabei nicht bemerkt, dass plötzlich Wertgegenstände zuerst umgeräumt und später verschwunden waren. Als Familienangehörige bei einem Besuch bei der Seniorin auf leere Kartons von Wertgegenständen stießen, installierten sie in den Zimmern Überwachungskameras. Als die Seniorin dann einmal das Haus verließ, zeichneten die Überwachungskameras auf, dass die Angeklagte Wertgegenstände entwendete. Kurze Zeit später erfolgte dann die Festnahme der Angeklagten durch die Polizei bei einem Hattinger Goldankäufer, wo sie versucht hatte, Edelmetall zu Bargeld zu machen.
Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung wurden die Beamten fündig. Bezeichnete die Angeklagte die bei ihr sichergestellten Armbanduhren als Modeschmuck, kam die Tochter der Bestohlenen zu einem anderen Wertergebnis, wobei der Wert einer Luxus-Uhr schon mit 7.000 Euro angegeben wurde.

Viel Schmuck im Gerichtssaal

Da die Angeklagte weiterhin bestritt, keinen Schmuck gestohlen zu haben, wurde die erste Hauptverhandlung vom 1. März unterbrochen und heute wurde neu verhandelt.
Um die Besitzverhältnisse der bei der Angeklagten sichergestellten Schmuckgegenstände zu ermitteln, brachte eine Kriminalbeamtin heute den Schmuck in den Gerichtssaal. Eine ganze Plastik-Mülltüte voller Armbanduhren sowie diverse weitere hochwertige Schmuckgegenstände wurden auf dem Tisch neben dem Staatsanwalt ausgebreitet.
Nach langem Hin- und Her kam dann ein Geständnis. Die Angeklagte räumte im Wesentlichen die Diebstähle ein, zeigte Reue und entschuldigte sich bei den Angehörigen der Hattinger Geschäftsfrau. Diese nahmen die Entschuldigung allerdings nicht an.
Pflichtverteidiger Hirschmann betonte eine psychische Erkrankung bei seiner Mandantin, die bisher nicht vorbestraft war.
Richter Kimmeskamp blieb dann mit seinem Urteilsspruch im Namen des Volkes etwas unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Unter Berücksichtigung aller für und gegen die Angeklagte sprechenden Fakten wurde diese wegen Diebstahls in neun Fällen zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Strafe wurde für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, in der sich die Verurteilte straffrei führen muss. Die Vollstreckungskammer der Staatsanwaltschaft wird versuchen, 9.300 Euro Wertersatz bei der Angeklagten einzuziehen.
Bei dem Strafmaß wurde berücksichtigt, dass große Teile des Diebesgutes an die Familienangehörigen zurückgegeben werden konnten. Auch das Geständnis, die gezeigte Reue und die psychische Erkrankung wurden bei der Strafzumessung berücksichtigt.

Autor:

Hans-Georg Höffken aus Hattingen

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