Wappenkundler Ralf Stelter: St. Georg gesucht!

Der Experte für Wappen und Flaggen, Ralf Stelter, sucht nach Hinweisen zur Geschichte des Hattinger Stadtwappens.
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(von SANDRA ANNI LANG) Sie sind mutig und bezwingen das Böse, sie sind die Heldengestalten in Märchen und Sagen: \
Drachentöter. Einer davon, der legendäre St. Georg, hat als christlicher Heiliger den Weg auf das Hattinger Stadtwappen gefunden.

Der Hattinger Heraldiker (Wappenkundler) und Grafik-Designer Ralf Stelter hat bislang mehrere Dutzend Familienwappen gestaltet. Als anerkannter Experte für Wappen und Flaggen sind sein Wissen, seine Erfahrung und sein fachliches Können seit langem gefragt.
Jetzt aber beschäftigt ihn ein größeres Vorhaben: die Geschichte des Hattinger Stadtwappens. Und darin stellt sich ganz besonders die Frage: Unter welchen Umständen gelangte das Bildnis des heiligen Georg, des mythologischen Drachentöters, auf das Hattinger Stadtwappen? Warum ist er zum Stadtpatron geworden, wo doch historische Angaben zu seiner Person ungewiss sind und er deshalb 1969 von Papst Paul VI. aus dem katholischen Heiligenkalender entfernt wurde? 1975 taucht er jedoch wieder im Römischen Generalkalender auf.
Für die Recherche ist Ralf Stelter auf der Suche nach Informationen etwa über den Verbleib des Schlusssteins bzw. Grundsteins der St.-Georgs-Kirche mit Isenberger Grafenwappen. „Er soll sich in der Kirche befunden haben, schrieb Dr. Eversberg in seinem Buch über die Altstadt“, meint Ralf Stelter, „aber der Verbleib des Steins ungewiss.“
In seinem Buch behandelt Ralf Stelter die historische Entstehung des Stadtwappens im Allgemeinen, angefangen beim Stadtsiegel von 1397 bis hin zum Genehmigungsverfahren, das unserer Stadt 1911 das offizielle Wappen brachte. Das Wappen wurde übrigens auch vorher schon verwendet, nur eben nicht mit „offizieller Genehmigung“.
Seine Wappenbetrachtung schließt auch die Frage ein, wie es zu der unheraldischen Farbgebung des Wappens kommen konnte. Wappen leben von Farbkontrasten. Die wurden zwar 1911 und bei der Neugenehmigung 1970 angemahnt, aber nicht verwirklicht.
Ralf Stelter geht auch der Frage nach, weshalb sich der märkische Schachbalken, das typische Wappenzeichen der Grafen und Herzöge von der Mark und des Herrschaftsterritoriums Grafschaft Mark im Heiligen Römischen Reich, nicht auf dem Hattinger Wappen wiederfindet. „Hattingen ist nämlich nicht so märkisch wie viele Hattinger immer glauben“, erklärt Ralf Stelter.
Der Heraldiker appelliert an die Hattinger und fragt nach älteren Abbildungen von Hattinger Stadtwappen. „Vielleicht hat irgendjemand bildhafte Nachweise von Stadtwappen vor 1900 zufälligerweise irgendwo in der Ecke liegen“, hofft Ralf Stelter. „Mir fehlen noch einige Puzzleteile und ich hoffe, diese in der Bevölkerung zu finden. Auch alte Familienwappen oder Siegel, möglichst aus dem Mittelalter, sind gesucht. Schließlich soll das Buch über unser Stadtwappen möglichst umfassend sein und ich hoffe, dass einige Familienwappen darin gezeigt werden können, die in der Geschichte unserer Stadt eine Rolle gespielt haben.“
Das Buch soll im Sommer 2011 erscheinenunter dem Titel: 100 Jahre Stadtwappen.
Wer Infos hat, kann sich melden unter seiner Webseite www.ralfstelter.de

Der Experte für Wappen und Flaggen, Ralf Stelter, sucht nach Hinweisen zur Geschichte des Hattinger Stadtwappens.
Das stilisierte Wappenzeichen der Hattinger Stadtverwaltung mit Drachentöter St. Georg.
Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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