Heimatverein erinnert an fast vergessenes Konzept - wir haben in der Drucksache geblättert
Hattingen hat... noch keine Schilder

Schon in der Verwaltungsvorlage von 2013 wurde auf das Sammelsurium verschiedenster Beschilderung verwiesen.
  • Schon in der Verwaltungsvorlage von 2013 wurde auf das Sammelsurium verschiedenster Beschilderung verwiesen.
  • hochgeladen von Dr. Anja Pielorz

Seit 2013 (!) liegt bei der Stadtverwaltung ein Konzept für touristische Wegweiser durch Hattingen, dessen aktualisierte Version als Drucksache 163/2018 vom Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss am 20. September 2018 verabschiedet wurde. Seit den ersten Ideen sind sechs Jahre vergangen und seit dem aktuellen Umsetzungsbeschluss auch schon wieder zehn Monate. Getan hat sich bisher allerdings nichts. Mit einem Schreiben erinnert der Hattinger Heimatverein daran - wir haben uns die Drucksache von damals genauer angesehen.

Worum geht es? Die Hattinger Altstadt ist das Ziel zahlreicher Touristen und Besucher. Steigende Übernachtungszahlen in den letzten Jahren, hohe Besucherzahlen allein beim Altstadtfest undWeihnachtsmarkt aber natürlich auch bei vielen anderen Veranstaltungen belegen das. Auswärtige Besucher kennen sich räumlich in Hattingen nicht oder allenfalls begrenzt aus. Daher soll ein touristisches Fußgängerwegweisungssystem sie bei der Ankunft empfangen und ihnen beim Auffinden touristischer Ziele helfen. Deshalb wurde ein Wegweisungssystem für den Fußverkehr entwickelt auf der Grundlage des „Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung für den Fußgängerverkehr 2007“ von der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen.

Betrachtet man sich die Gegenwart, entdeckt man ein buntes Sammelsurium verschiedenster Wegweisungsschilder. Sie unterscheiden sich in allen Belangen wie Form, Größe, Schrift, Farbe und Material. Teilweise existieren auch kleinere Systeme wie z. B. das der öffentlichen Toiletten. Überwiegend dienen diese Wegweiser dem Auffinden von Infrastruktureinrichtungen, weniger dem der Sehenswürdigkeiten. Neben der klassischen Wegweisung zu ausgewählten Zielen gibt es den seit vielen Jahren etablierten „Altstadtrundgang“ als eigenständiges „Infosystem“ mit einem eigenen Design.
Schon im Februar 2013 hatte die Verwaltung den Umwelt-, Verkehrs- und Feuerschutzausschuss (UVFA) und den Kulturausschuss (KA) mit der Sitzungsvorlage „Touristische Beschilderung der Hattinger Altstadt“ befasst. Damals wurden Beschlüsse gefasst, Schilder mit dem Hinweis auf die historische Altstadt aufzustellen an den Nahtstellen zur Altstadt, dort wo Touristen und Besucher ankommen. Unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen (Geplante Umgestaltung der Bahnhofstraße, Ruhrtaltourismus etc.) ist das Konzept inhaltlich und räumlich weiter gefasst und als vollständiges zielorientiertes Wegweisungssystem für den Fußgängerverkehr ausgearbeitet.
Neben den Zielen in der Altstadt werden auch Ziele in der übrigen Innenstadt ausgewiesenund über die Bahnhofstraße und das LWL-Industriemuseum Henrichshütte erfolgt eine Wegweisung zwischen der Altstadt und dem Ruhrtal (auch in Gegenrichtung). Mit der konzipierten Wegweisung werden Touristen und Besucher an mehreren Standorten „ganz nebenbei“ auch zu Stationen des Altstadtrundgangs geführt (z. B. am historischen Rathaus) und können sich dort ausführlich über die jeweilige Sehenswürdigkeit informieren und bei Interesse auch gezielt dem vollständigen Altstadtrundgang folgen.

Fünf sogenannte „Startpunkte“ wurden festgelegt: Reisebusparkplatz an der August-Bebel-Straße, Endhaltestelle von Straßen- und S-Bahn „Hattingen Mitte S“, Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB), Altstadtparkhaus Augustastraße und das Rathaus an der Roonstraße mit den angrenzenden Parkplätzen. Dies sind die wesentlichen Orte, an denen Touristen und Besucher der Hattinger Altstadt mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln ankommen, bevor sie sich zu Fuß weiter in die Altstadt begeben. Die konkreten verschiedenen Ziele in der Altstadt werden erst an den „Eingangsstellen“ beim Zugang in die Altstadt an den Standorten Große Weilstraße / Kleine Weilstraße, Langenberger Straße / Große Weilstraße / Gelinde und Obermarkt / Untermarkt ausgewiesen. Beispiele sind das Alte Zollhaus, Krämersdorf, St.-Georgs-Kirche und vieles mehr. Auch auf wichtige Serviceeinrichtungen wie Hattingen Marketing oder den ZOB soll mittels Beschilderung verwiesen werden.

Wann kommen die Schilder?

Zur vollständigen Umsetzung des Wegweisungssystems müssen an 34 Standorten insgesamt 77 Wegweisungsschilder montiert werden. Um die Kosten für die Schilder, die Befestigungsmaterialien und die Schilderpfosten abschätzen zu können, hat sich die Verwaltung bei der Stadt Wiesbaden erkundigt. Dort wurde vor einigen Jahren ein gestalterisch sehr ansprechendes Wegweisungssystem für den Fußgängerverkehr eingerichtet. Die Kosten für den Abbau der alten Schilder und das Installieren der neuen Beschilderung werden auf 45.000 Euro geschätzt.
Das Beschilderungskonzept Innenstadt ist eine Maßnahme des integrierten Handlungskonzeptes „Stadtumbaugebiet Historische Innenstadt Hattingen“ und soll mit Mitteln der Städtebauförderung finanziert werden. Der Fördersatz für die Maßnahme beträgt 80 Prozent, so dass ein Eigenanteil von 20 Prozent bei der Stadt Hattingen verbleibt. Förderzusagen liegen vor. Jetzt muss allerdings auch zeitnah etwas passieren. Vor allem im Hinblick auf die Ausrichtung des 37. Westfälischen Hansetages im kommenden Jahr wäre das für die touristischen Hotspots mehr als sinnvoll.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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