"Die Zeit des Leidens will ein Bewusstsein schaffen"

Pfarrer Winfried Langendonk, St. Peter und Paul, und Pfarrer Udo Polenske, St. Georg, fasten selbst und sind verantwortlich für die Passionsandachten Foto: Pielorz
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Fast-Nacht, das war ursprünglich die Nacht vor dem Fasten und das begann Aschermittwoch und dauerte vierzig Tage bis Karsamstag. Diese Passionszeit wird auch als Fastenzeit bezeichnet und meint kirchlich die Leidenszeit Jesu. Für viele Menschen im Alltag ist sie eine Zeit der (Rück-)Besinnung. Helfen sollen dabei auch Ökumenische Passionsandachten, die gemeinsam von der evangelischen Gemeinde St. Georg und der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul durchgeführt werden.

Die beiden verantwortlichen Pfarrer Winfried Langendonk für St. Peter und Paul und Udo Polenske für St. Georg nutzen diese Zeit auch für eine persönliche Rückbesinnung. „Fasten meint nicht abnehmen. Hier geht es um ein Sich-Bewußt-Werden“, so Udo Polenske. „Ich faste jedes Jahr in dieser Zeit. Heilfasten, 14 Tage. Da trinke ich nur Säfte. Und es fällt mir schwer, auf Süßigkeiten zu verzichten. Oder wenn ich durch die Stadt laufe und frisches Brot rieche. Aber diese Zeit macht auch durch den Verzicht meine Gedanken klarer.“ Auch sein katholischer Kollege Winfried Langendonk fastet: Alkohol und Süßigkeiten sind tabu. In beiden Kirchengemeinden gibt es auch Gruppen, die das Fasten zum Thema haben. In St. Georg trifft sich in den nächsten Wochen „Sieben Wochen ohne“, in St. Peter und Paul gibt es eine Heilfastengruppe.
Doch Fasten ist nur ein Teil des oft gleichwertig gesetzten Begriff „Passion“. „Die Leidenszeit von Jesus und die Übertragung in unsere Zeit ist unser Ziel in unseren Passionsandachten“, so Polenske. „Schmerz, Krankheit, Trauer, aber auch Mobbing, Mutlosigkeit und Verrat erleben wir im Alltag immer wieder. Das hat auch Jesus erlebt. Es tut gut, darüber zu sprechen, gemeinsam mit anderen inne zu halten und sich das bewusst zu machen. Dafür haben wir vor drei Jahren diese Ökumenischen Passionsandachten ersonnen. Begonnen haben sie mit Bildern des Künstlers Egon Stratmann, jetzt geht es um Wort und Musik. Unterstützt werden wir dabei von zwei wunderbaren Kirchenmusikern, Maria Cristina Witte in St. Georg und Meinolf Denis in St. Peter und Paul an den Orgeln sowie von Ingrid Deck, Sopran und Blockflöte.“

Passionsandachten

Die erste Andacht startet am Samstag, 21. Februar, 18 Uhr in St. Georg zum Thema „Jesus und die Folter“. Weitere Termine: 28. Februar, 18.30 Uhr St. Peter und Paul; 7. März, 18 Uhr St. Georg; 21. März, 18.30 Uhr St. Peter und Paul und 28. März, 18 Uhr St. Georg. Am Samstag, 14. März, 19.15 Uhr, findet in St. Georg ein einstündiges Passionskonzert „Trauer, Trübsal, Trost“ statt. Hier kostet der Eintritt acht Euro, der Besuch der Andachten ist natürlich frei. Sie dauern etwa eine halbe bis 3/4 Stunde.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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