Die Clowns der Weiltorschule

Insgesamt sind es rund 30 Weiltorschüler, die sich unter Anleitung von „Clown Charly“ alias Karl Dimmers (hinten rechts) einmal wöchentlich in einer Doppelstunde auf ihren Auftritt in der Helios-Klinik Holthausen bis zu den Sommerferien vorbereiten.   alle Fotos: Römer
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  • Insgesamt sind es rund 30 Weiltorschüler, die sich unter Anleitung von „Clown Charly“ alias Karl Dimmers (hinten rechts) einmal wöchentlich in einer Doppelstunde auf ihren Auftritt in der Helios-Klinik Holthausen bis zu den Sommerferien vorbereiten. alle Fotos: Römer
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„Hallo Clown Charly“, freut sich das Mädchen mit dem grünen T-Shirt, nimmt ihn mit einem Lächeln kurz in den Arm und eilt wieder zurück zu ihren Freundinnen. „Ja, so geht das hier zu“, lacht jetzt auch Karl Dimmers, noch besser bekannt als „Clown Charly“.

Viele wohltätige Projekte hat der ehemalige Lehrer für Deutsch und Sport am Berufskolleg in der Raabestraße bereits organisiert, ist regelmäßig in der Klinik Holthausen und heitert dort die Patienten auf, hat ein Programm für demenzkranke Senioren auf die Beine gestellt, besucht immer wieder das neue Hospiz in Gevelsberg, schiebt Projekte an in Spanien und Indien, hat bis vor einger Zeit seine Späße in der Förderschule St. Georg getrieben.
Und jetzt die Städtische Katholische Weiltor-Grundschule St. Franziskus in der Bahnhofstraße. Was genau er hier seit den Osterferien jeweils mittwochs eine doppelte Schulstunde lang treibt, das erklärt der 73jährige so: „In der Karnevalszeit gibt es nebenan in der Kirche St. Peter und Paul ja seit Jahren eine Clownsmesse mit mir. Dort ist es dann immer brechend voll und viele kommen verkleidet oder erhalten von mir eine Clownsnase. Als ich deswegen mal in der Weiltorschule war, wurde ich von Schülern angesprochen. ,Wir wollen auch mal Clown sein‘, sagten sie. Daraus ist die Idee entstanden, mit der ich bei Schulleiter Bruno Lück offene Türen eingerannt bin.“
Seitdem hat er rund 30 Schüler da in seinem ganz speziellen Unterricht, und zwar aus den Klassen eins bis vier. Karl Dimmers: „Das ist neu bei so einem Projekt, dass die Schüler unterschiedliche Bildungsvoraussetzungen mitbringen. Für mich ist es immer wieder interessant zu beobachten, wie die Älteren den Jüngeren helfen.“
Und dann ist er plötzlich wieder Clown Charly, ruft seine „Schüler“ zusammen, die schon so langsam ungeduldig werden, endlich anfangen möchten. Auch für sie ist der „Clownunterricht“ nämlich immer ein tolles Erlebnis.
Kaum drängen sich die Mädchen und Jungen um Clown Charly, der jedem eine Clownsnase und kurz darauf auch eine Clownsmütze verpasst, da prasseln auch schon Fragen auf ihn ein: „Darf ich diesmal nach vorne?“ „Heute möchte ich mal der Dirigent sein, Du hast es beim letzten Mal versprochen!“ „Clown Charly, meine Nase sitzt zu fest!“ „Ich hab‘ noch keine Mütze!“ „Du, Clown Charly, wo ist das Tesa?“ Und so weiter, und so weiter.
Clown Charly lässt sich als erfahrener Pädagoge, der seit 2001 pensioniert ist, von den Kindern nicht aus der Fassung bringen. Er erfüllt seine Versprechen, hilft dort bei der Nase und hier bei der Mütze, sorgt auch energisch für Ruhe. Und er gibt die „Mikrofone“ aus, die irgendwie stark an Wäscheklammern erinnern.
Nachdem die beiden ersten aus der Menge der Nachwuchsclowns für einen Solo-Auftritt nach vorne ausgesucht sind, startet der CD-Player. Es erklingt das Clowns-Lied für den Auftritt in der Reha Klinik. Nicht nur die beiden Protagonisten vorne, die mit ihren „Mikrofonen“ in den Händen die Münder zum Playback bewegen, machen mit, sondern auch fast alle der Schüler im Clownsunterricht. Einige von ihnen sind immer noch ein wenig neidisch, dass Clown Charly sie nicht gleich ausgewählt hat. Aber sie wissen ja, sie dürfen auch noch ran.
Doch zunächst gilt es, den Auftritt der anderen zu bewerten. „Die haben beide zuviel Quatsch gemacht“, meint eine. Eine andere: „Ihr habt ja gar nicht richtig die Lippen bewegt!“ „Warum habt ihr uns nicht angeguckt?“, fragt ein Dritter direkt.
Als Clown Charly dann fragt, wer es denn auch mal probieren möchte, schnellen die Finger nur so nach oben...
Später im „Unterricht“ geht es um ein anderes Lied, das vom Clownschor gemeinsam gesungen wird. Doch bevor es losgehen kann, muss erst noch geklärt werden, wer denn „Dirigent“ sein darf. Bewerber gibt‘s nämlich wieder reichlich. Als das entschieden ist, gehen die anderen ohne Murren zurück in den Chor.
Und aus den Lautsprechern erklingt: „Mein Vater war ein Wandersmann...“ Die junge Dirigentin gibt dabei alles, die fröhlichen Clowns vor ihr grüßen passend zum Text mit der Mütze: „Valderi, valdera, valderi, valdera ha ha ha ha ha. Valderi, valdera, und schwenke meinen Hut.“ Oder marschieren auf der Stelle zu den Versen: „D’rum wand’re ich froh, so lang ich kann...“
Auch wenn noch nicht alles so richtig rund läuft beim Proben: Der Klinik in Holthausen der steht im Sommer ein sicher grandioser Auftritt der „Clowns-Klasse“ aus der Weiltorschule ins Haus!

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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