Kann Lena es mit "Taken By A Stranger" noch einmal packen?

Der Hattinger Jürgen Schwiese ist einer der allergrößten Fans des Eurovision Song Contests. Er drückt Lena die Daumen, glaubt aber nicht so recht an einen neuerlichen Sieg. Foto: Römer
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  • Der Hattinger Jürgen Schwiese ist einer der allergrößten Fans des Eurovision Song Contests. Er drückt Lena die Daumen, glaubt aber nicht so recht an einen neuerlichen Sieg. Foto: Römer
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Seit fast 30 Jahren ist der Eurovision Song Contest wieder einmal in Deutschland zu Gast. Nach „Ein bisschen Frieden“ von Nicole war 2010 Stefan Raabs Schützling Lena mit „Satellite“ Siegerin. Damit ist Düsseldorf für Deutschland Austragungsort der 55. Auflage dieses einst als „Grandprix Eurovision de la Chanson“ gestarteten Musik-Ereignisses. In diesem Jahr lautet das internationale Motto „Feel Your Heart Beat“.

Noch 84 Tage sind bis zum 14. Mai. „Unsere“ Lena, unser „everybody‘s darling“, unsere freche, flapsig, flippige, unsere unangepasste, schlicht sympathische Hoffnungsträgerin wird dann versuchen ihren Titel zu verteidigen. Mit überwältigender Mehrheit wählten die ARD-Zuschauer am gestrigen Freitag den Song, mit dem sie wieder die europäische Welt verzaubern soll. „Taken By A Stranger“ heißt er.
Wer ihn nicht kennt, die zweistündige TV-Sendung gar verpasst hat, der wird ihn kennenlernen: im Kaufhaus, im Supermarkt, im Radio, im Fernsehen. Denn verschließen können wird sich niemand diesem „Event des Jahres“ – und damit dem Lied ebenfalls nicht. Es wird bis zum Event allgegenwärtig sein – und vielleicht sogar darüber hinaus.
Ohrwurmfaktor wird ihm in der Fachwelt bescheinigt, geschrieben von international erfahrenen Autoren. Zeitgemäß, aus dem Rahmen fallend, Elektro-Pop, dabei kein süßer Pop-Einheitsbrei, sondern auffällig und dadurch mehr als tauglich für die Ohren der Jugend der Welt.
Jürgen Schwiese ist zumindest für Hattingen ein Experte allererster Güte in Sachen „Eurovision Song Contest“. Quasi seit er denken kann, verpasst er weder Vorentscheid noch Wettbewerbstag. In Birmingham war der Hattinger sogar mit Gattin Marlies und Guildo Horn („Piep, piep, piep, Guildo hat euch lieb!“) schon einmal live dabei.
Wäre er natürlich diesmal auch gern, wenn der „ESC“, wie er von den Fans genannt wird, schon einmal parktisch vor der Haustür stattfindet. Seit Jahren bezieht er den ESC-Fanbrief. Mit diesem kam auch ein Link zum Sichern von Eintrittskarten. „Ich habe sieben Stunden am PC gesessen, bin aber den ganzen Tag nicht durchgekommen“, war Jürgen Schwiese zunächst enttäuscht. „Ich hoffe aber, dass ich trotzdem dabei sein werde.“ Schließlich sei es für ihn das herausragende Ereignis in diesem Jahr.
Falls es doch nichts werden sollte, woran er aber eigentlich keinen Gedanken verschwendet, dann würde es im Hause Schwiese eben wieder eine der berühmt-berüchtigten „ESC“-Partys geben – buchstäblich mit allem, was dazu gehört. „Wir lassen uns immer blecheweise Pizza bringen und sitzen mit fast 20 guten Freunden zusammen vor dem Fernseher. Jeder macht vorher einen Mindesteinsatz und tippt auf von mir vorbereiteten Zetteln Sieger und Platzierte. Am Ende bekommt der Beste den Pott. Wir haben immer sehr viel Spaß dabei!“, lacht er.
Höhepunkt des Spektakels sind die legendären Worte: „These are the results of the English jury.“ Dann ruft nämlich ein Freund der Schwieses aus Nottingham an, der eine ebensolche Feier bei sich ausrichtet. Im Gegenzug erhält er natürlich „the German voting“.
Während im letzten Jahr für ihn und seine Freunde nach elfmal „Germany: twelve points“ aus der Robin-Hood-Stadt am Sherwood Forest schnell klar wurde, dass es diesmal etwas geben könnte mit „Satellite“ und einem Sieg von Lena, ist er in diesem Jahr nicht ganz so überzeugt.
Jürgen Schwiese: „Nach dem überraschenden Triumph und der ganzen Euphorie 2010 kann ich mich nicht so recht mit der Titelverteidigung anfreunden. Ich finde, durch den ganzen Stress der letzten Monate hat bei Lena die Leichtigkeit, die mir und sicher vielen anderen so an ihr gefiel, doch gelitten. Zwar sprechen wir hier nicht über ,Popstars‘ oder ‚DSDS‘, aber ich hoffe doch, das Mädchen wird nicht verheizt. Allerdings kann ich mir das bei ihrem Mentor Stefan Raab auch irgendwie nicht vorstellen.“
Der spätere Siegertitel des diesjährigen Vorentscheids „Taken By A Stranger“ allerdings, der habe schon nach dem ersten Hören ganz oben auf seiner Liste gestanden. „Der Song passt zu Lena, ist mystisch und spannend. Mich hat er gleich in den Bann gezogen und erinnert mich an 80er Jahre Elektro-Pop. Er hebt sich von der Masse ab – auch die der Mitbewerber am 14. Mai in Düsseldorf. Aber bei den Länder-Wertungen hat man ja schon oft Überraschungen erlebt. Oft kamen Titel nach vorne, die man nicht so richtig auf der Rechnung hatte. Für mich aber macht ,Taken By A Stranger‘ Lust auf ein zweites Hören. Vielleicht schlägt ja auch das Heimrecht positiv für uns zu Buche.“
Konkret nach seiner Meinung gefragt, gesteht Jürgen Schwiese allerdings: „Ich gehe nicht von einem zweiten Sieg für Lena aus. Sicher für mich ist aber, dass wir mit ,Taken By A Stranger“ in Düsseldorf vorne mit dabei sein werden.“
Was sagen die Lokalkompass-Leser: Wird Lena es noch einmal packen? Hat „Taken By A Stranger“ das Zeug zu einem Siegertitel? Wir freuen uns über eine rege Diskussion!

Der Hattinger Jürgen Schwiese ist einer der allergrößten Fans des Eurovision Song Contests. Er drückt Lena die Daumen, glaubt aber nicht so recht an einen neuerlichen Sieg. Foto: Römer
Wird Lena es am 14. Mai in Düsseldorf mit "Taken By A Stranger" packen"? Was sagen die Lokalkompass-Leser? Foto: Indrek Galetin (EBU)
Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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