Katzenliteratur

Morgen, meine Mitstreiter. War gestern verhindert. Meine Menschen haben unser Omma für ein paar Tage bei uns einquartiert. Dann ist immer was los im Bau. Soweit so gut, aber ich muss mein Lieblingssofa räumen. Ich bin ja gar nicht so, würde ja teilen, aber nein, die Katze muss raus. Pah. Die Oma ist sehr modern, sie läuft nicht mehr zu Fuß, wie früher, nein, sie hat ein Wohnungsauto und damit saust sie um die Ecken. Moto der nächsten Tage: Bring deinen Schwanz in Sicherheit. Auch der Hund arbeitet mit, tut alles, um richtigen Straßenverkehr zu simulieren. Er erzwingt sich die Vorfahrt von rechts oder links, schmeißt vor den Zug und Oma bremst quietschend. Wir geben alles, damit sich Omma nicht langweilt und zu viel nachdenken muss. Döf beschäftigt sie mit Sockensortieren. Ob Oma heute die Gardinen abnehmen muss, weiß ich nicht. Könnte sein.
Ein ganz alter, aber höchst aktueller Tipp, eigentlich zwei:
Halte Ordnung, liebe sie, sie erspart dir Zeit und Unfälle.
Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf Morgen.
Aber das kennt hier keiner. Ich schweife mal eben ab. Meinen Döf hat man schon mal Messi genannt. Poh, habe ich gedacht, super, mein Personal wird mit einem Weltfußballer verglichen, aber kurz drauf habe ich im Guckkasten was anderes gesehen. Überall lagen Massen rum, da kam mir so ein Verdacht... Denn wenn sie mit Hundi im Garten Fußball spielt, sieht das nicht weltmeisterlich aus.
Aber weiter, vor Wochen haben die Menschen eine Tür ausgebaut, und erstmal in den Flur an die Wand gestellt. Mit der Zeit gewöhnt man sich dran und sieht sie gar nicht mehr. Jetzt kommt unser Omma um die Ecke und sucht die Toilette, greift die erstbeste Klinge und ein Mordsrumms erschüttert das Haus. Alle springen auf und kommen der Oma zu Hilfe. Sie hat die an der Wand lehnend Tür geöffnet, die hat aber nicht mitgespielt und ist umgefallen. Gott sei Dank ist der Flur nur schmal, so krachte die herrenlose, oder besser zimmerlose Tür nur an die Gegenwand. Alle wohl auf, nur der Bilderrahmen wird mit einer kleinen Macke immer zur Ordnung rufen und die Tür ist endlich raus. Da muss erst die ältere Dame ins Haus kommen, damit dieses Ding verschwindet.
So, Schluss für heute, Oma ist wach und hat kein Verständnis für schreibend Kater.
Schönen Tag für euch, meine Lieben , euer Lokalreporter von der vordersten Front Marko

Autor:

Sabine Heiermann aus Iserlohn-Letmathe

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