10 gute Gründe...
Das Märkische Gymnasium Iserlohn auf Italienfahrt 2019 - der "etwas andere" Reisebericht

Iserlohner in Rom: Die MGI-Schüler wurden bei ihrer Studienfahrt zu glühenden Italien-Fans. Foto: privat
  • Iserlohner in Rom: Die MGI-Schüler wurden bei ihrer Studienfahrt zu glühenden Italien-Fans. Foto: privat
  • hochgeladen von Christoph Schulte

Auch in in den Osterferien 2019 fuhr eine Schülergruppe aus den neunten Klassen des Märkischen Gymnasiums Iserlohn mit vier Lehrern und Lehrerinnen unter der Leitung von Martin Langhorst nach Italien, um Land, Leute und Kultur kennenzulernen.

Nachfolgend der etwas andere Reisebericht von Jana Frage, Kai Höll, Fabiola Honselmann, Greta Nier und Maren Ronzon unter dem Motto: "10 gute Gründe, warum man „in seinem zweiten Leben“ 10 Tage nach Italien fahren sollte".


1. Die malerische Kulisse:


Duftend weißblühende Bäumchen, reich behangen mit köstlichen Zitronen oder Orangen leuchteten uns entgegen, als wir in unserem Ferienzentrum in San Felice Circeo ankamen. Und schon während des ersten Erkundungsgangs in das kleine Städtchen lud uns die gemütliche Piazza mit dem Amphorenbrunnen und den alten Olivenbäumen zu einer kurzen Rast ein. Verständlich, dass sich in dieser Gegend schon römische Kaiser von ihren Regierungsgeschäften erholten und selbst Odysseus sich hier „bezirzen“ ließ. Von dem bunten Treiben auf dem farbenfrohen Wochenmarkt in Terracina erholten wir uns bei einem Fußbad im lauwarmen Wasser des Mittelmeeres. Dass das Fußballspiel am Strand mit dem Sand zwischen den Zehen und das leckere Eis auf der Kaimauer mit dem Ort Sperlonga im Rücken unvergesslich bleiben, versteht sich.


2. Piratenhochburgen und Universitätsstädte:


Ja Sperlonga! Dieser alte Piratenort mit seinen verwinkelten, engen Gassen und den hübsch renovierten Häusern kündet von vergangenen abenteuerlichen Zeiten! Ganz anders die belebte Groß- und Universitätsstadt Parma: hier trafen wir auf viele junge, modisch gekleidete Menschen. In Siena lädt die lange Treppe an dem gewaltigen Baptisterium sofort zu einem Treppenstufenwettrennen ein – für den Sieger gibt es natürlich ein Eis, das sich auf der großen Piazza wunderbar genießen lässt.

3. Eine Küche für Genießer:

In Italien wird gerne und gut gegessen. Unser üppiges Abendessen, das aus bunten Salaten, Pasta mit Bolognese oder gewürztem Öl, Lasagne, Fisch oder Steaks und natürlich Eis in unzähligen Variationen bestand, entlohnte uns für die Anstrengungen eines jeden (Studien-)Tages und stärkte für das folgende (Freizeit-)Programm. Der eigene Proviant lässt sich wunderbar bei einheimischen Landwirten ergänzen, die wie Vittorio am Montecassino ihre Erzeugnisse an kleinen, hübsch hergerichteten Marktständen unter freiem Himmel anbieten.


4. Montecassino – ein Klosterbesuch, der nachdenklich stimmt:


Das Kloster mit den gewaltigen Ausmaßen liegt hoch oben auf einem Berg. Aber erst, wenn der Reisebus die Serpentinen überwunden hat, erkennt man die gewaltigen Ausmaße des Gebäudes. „Pax“ (Friede) steht in großen Lettern über der Eingangspforte. Warum? Das wurde uns klar, als wir 45 Iserlohner mit einzelnen anderen Besuchern die Krypta der Kirche besichtigten. Ein Gefühl der Enge war spürbar – und hier in diesem Raum überlebten im Zweiten Weltkrieg 800 Zivilisten ein mehrstündiges Bombardement und Gefecht, das sich die verfeindeten Heere in diesem italienischen Frontbereich lieferten. Der Angriff zerstörte das Kloster vollständig – bis auf die Krypta. Als Mahnmal für den Frieden ist es mit internationaler Unterstützung komplett wieder aufgebaut und heute öffentlich zugänglich. Die zahlreichen Soldatenfriedhöfe, die am Montecassino angelegt wurden, verdeutlichen das Kriegsgrauen und erinnern daran, dass in diesem Gebiet neben vielen anderen auch 20057 deutsche Soldaten beerdigt worden sind, von denen einige noch nicht einmal das 17. Lebensjahr erreicht hatten.

5. Pompeji – nur „Trümmer anschauen“?


Nein! Wir besichtigten u.a. ein antikes Freudenhaus! An der Bettgröße konnten wir erkennen, wie klein die Menschen früher waren. Außerdem sahen wir uns unterschiedlich erhaltene Villen reicher Bürger Pompejis an. Vor fast 2000 Jahren sind sie verschüttet worden, als der Vesuv im Jahr 79 n.Ch. in einem 18-stündigen, vernichtenden Ausbruch die Stadt und ihre Bewohner komplett unter seiner Aschen- und Lavalast begraben hatte.

6. Auf den Spuren der römischen Kaiser wandeln:

Mit uns Iserlohnern besuchen jährlich rund 6,6 Millionen Touristen die einzigartigen, weltweit bekannten antiken Bauwerke in Rom, seien es der Circus Maximus, das Kapitol, das Forum Romanum, das Pantheon oder das Kolosseum. Seit über 2000 Jahren künden sie in ihrem jeweilig erhaltenen Zustand von den Fähigkeiten, Fertigkeiten und der Kultur der Römer.


7. „Noch mehr Trümmer“?


Die Antwort lautet NEIN! Rom ist eine lebendige Stadt, in der das Leben pulsiert. Ob in den kleinen Gassen oder den exklusiven Einkaufsstraßen: für jeden Geschmack und Geldbeutel lässt sich etwas finden. Auf eine gemütliche Pause mit Eis oder Cappuccino laden dann die zu jeder Jahreszeit blumengeschmückte „Spanische Treppe“ oder die „Piazza Navona“ ein, auf der viele Kleinkünstler durch ihre Musik, Kunststücke oder Kunstwerke eine gemütliche Stimmung verbreiten.

8. Dem Papst ganz nah sein:


Waren es drei oder fünf Meter? Gefühlt hätten wir das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche auf dem Petersplatz direkt mit Handschlag begrüßen können, als er mit dem Papamobil an unserer Gruppe vorbeifuhr. Vorbereitet war die Begegnung durch eine Zeremonie, bei der auch das „Märkische Gymnasium Iserlohn“ unter unserem großen Jubel und Fahnenschwingen offiziell begrüßt wurde. Die erwartungsfreudig gelöste Stimmung der meisten Audienzbesucher und unsere Anpassung an die ortsüblichen Gebräuche, auf die Stühle zu klettern, um rechtzeitig das Herannahen des Papamobiles zu entdecken, ergänzten unsere Vorbereitung.


9. Reisen bildet:


Natürlich muss an dieser Stelle betont werden, dass es sich bei unserer Italienfahrt um eine „Bildungsreise“ handelte und wir, neben all dem, was wir erlebt haben, eine Menge lernen konnten! So traf uns nicht nur „die volle Ladung Geschichtliches“ mit wichtigen Fakten und dem Insiderwissen unseres Fahrtleiters Martin Langhorst, sondern wir erfuhren auch, wie kostspielig das Parken mit dem Reisebus in Rom ist, wie die Italiener am liebsten ihren Kaffee trinken, wie teuer ein Eis an der Spanischen Treppe sein kann, und dass man sich in Italien nie ohne seine Sonnenbrille auf der Nase oder im Haar im Freien aufhält. „Wir Lateiner“ haben auch endlich einmal das gesehen, was unser Lateinbuch nur in Form von Fotos anbieten kann: die Überreste des Forum Romanums, von dem so oft die Rede ist, das Kollosseum, das Kapitol oder den Kaiserpalast – überall wandelten schon römische Imperatoren, Kaiser, Senatoren, Handwerker und Sklaven.


10. „Dolce Vita“ – leben und feiern wie die Italiener:


Viele nette und aufgeschlossene Italiener haben uns herzlich empfangen. Da war Sabina, unsere Gastgeberin, mit ihrer freundlichen Familie, Vittorio mit seinem Marktstand oder die Jugendlichen aus San Felice Circeo, die uns gleich zu einem Fußballspiel eingeladen haben, das das MGI übrigens mit 6:3 gewinnen konnte.
Das Gemeinschaftsgefühl spürten wir besonders bei unserem „Grande Festa“. Hier tanzten alle voller Freude mit: die Gastgeberfamilie, die guten Putz-Feen, die beiden Arbeitspraktikantinnen aus Essen oder Prince, „der Allrounder“. Unterschiede wurden nicht gemacht. Es wurde einfach nur gefeiert. Diese Offenheit und gute Laune gehören in Italien einfach dazu – und sie übertrugen sich auf uns!

Eins scheint uns sicher: Es gibt genügend Gründe für eine Reise nach Italien „in unserem zweiten Leben“. Die zehn Cent, die die meisten am Trevi-Brunnen investiert haben, sind bestimmt gut angelegt für unseren nächsten Rombesuch.

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