Leben bewusster wahrnehmen
Johanniter Iserlohn suchen dringend Ehrenamtliche für Hospizdienst

Von links: Hospizhelferinnen Gisela Märtins und Claudia Hoffmann, Johanniter-Koordinatorin Silvia Nowak, Hospizhelferin Anne Wein und Johanniter-Koordinatorin Bianka Saemann. 
Foto: Johanniter/Sabine Eisenhauer.
  • Von links: Hospizhelferinnen Gisela Märtins und Claudia Hoffmann, Johanniter-Koordinatorin Silvia Nowak, Hospizhelferin Anne Wein und Johanniter-Koordinatorin Bianka Saemann.
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Das Sterben wird durch den demografischen Wandel gegenwärtiger, und der Bedarf an Begleitungen wächst. Für ihre Hospizdienste suchen die Johanniter daher dringend weitere Ehrenamtliche.

Ausbildung zur ehrenamtlichen Hospizdienst-Mitarbeiterin

"Seit ich in der Hospizarbeit tätig bin, nehme ich mein Leben viel bewusster wahr", sagt Claudia Hoffmann. Die examinierte Altenpflegerin aus Neuenrade ist seit zwei Jahren ehrenamtlich beim Ambulanten Johanniter-Hospizdienst aktiv. Wie sie hatte sich auch die Iserlohnerin Gisela Märtins von den Johannitern zur ehrenamtlichen Hospizdienst-Mitarbeiterin ausbilden lassen. "Bei meinem Dienst bekomme ich viel von den Menschen zurück, ihre Dankbarkeit und Freude sind immer wieder ein sehr schönes Erlebnis", sagt die Ruheständlerin und gelernte Friseurin.

Nachfrage nach Sterbebegleitungen steigt

Die Nachfrage nach Sterbebegleitungen steigt, das erleben die Mitarbeitenden der Ambulanten Hospizdienste für Erwachsene, Kinder und Jugendliche der Johanniter im Regionalverband Südwestfalen. Hatte der Johanniter-Hospizdienst im Jahr 2018 insgesamt 69 erwachsene Menschen begleitet, waren es im Jahr 2019 bereits 79 Menschen.
Aufgrund des steigenden Bedarfs bilden die Johanniter weitere Interessierte in der Hospizarbeit aus. Der Kurs vermittelt unter anderem Grundlagen der Kommunikation mit Sterbenden und Schwerstkranken, er beschäftigt sich mit juristischen, ethischen oder spirituellen Fragen und vermittelt Kenntnisse über Kinderkrankheiten, Eigenschutz und therapeutische Methoden wie Basale Stimulation oder Aromatherapie. "Solch eine fundierte Ausbildung ist für den Dienst notwendig", sagt die Ehrenamtliche Gisela Märtins. "Wir haben unter anderem viel über den Sterbeprozess gelernt und können damit den Angehörigen zur Seite stehen, wenn es sie etwa beunruhigt, dass ein sterbender Mensch flacher und unregelmäßiger atmet." Auch das Wissen um die Kommunikation sei wichtig, meint Heilpädagogin Anne Wein, die seit zwei Jahren bei den Johannitern ehrenamtlich dabei ist. "Wir verständigen uns zum Beispiel mit den begleiteten Menschen oft alleine durch Mimik und Gestik", erklärt sie. Und das sei wichtig, um die Bedürfnisse der Begleiteten wahrzunehmen, ergänzt die Ehrenamtliche Claudia Hoffmann. "Denn ihre Wünsche zu erfüllen, ist unser Anliegen." Sie persönlich empfindet es als eine Bereicherung, auf diese Bedürfnisse einzugehen: "Manche Menschen möchten noch einmal mit uns nach draußen, andere wollen, dass wir einfach da sind und still neben ihnen sitzen."

Länge der Begleitung variiert

Die Ehrenamtlichen besuchen die sterbenden Menschen und deren Angehörige sowie die betroffenen Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und Jugendlichen je nach Bedarf. Manche Erwachsene werden über einige Wochen begleitet, manche länger als ein Jahr. "Wir besuchen die Begleiteten manchmal alle zwei Wochen, in der Sterbephase dann mitunter zwei Mal am Tag", berichtet Gisela Märtins. Für sie hatte das Ehrenamt sogar ganz persönliche Folgen: "Ich habe mit meinen Söhnen und ihren Partnerinnen über meinen eigenen Tod und meine Vorstellungen und Wünsche darüber gesprochen." Das habe ihre Familie erst einmal erschreckt. Doch Gisela Märtins findet: "Darauf sollte man vorbereitet sein, und darüber sollte man reden." Und darum gehören auch Patientenverfügung und -vorsorge zu den Inhalten der Hospizhelfer-Ausbildung.
Interessierte können sich gerne beim Ambulanten Johanniter-Hospizdienst unter Tel. 02351/ 9595-14 oder 02371/ 9393-16 bzw. per Mail an bettina.wichmann@johanniter.de melden.

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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