Lokalkompass-Umfrage zum Hertie-Gebäude: Reisst den Kasten einfach ab!

Dunkle Wolken über dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus, die letzte Fahne weht zerschlissen im Wind. Für die meisten Kamener ist das Gebäude ein Schandfleck in der Innenstadt. | Foto: Christoph Volkmer
  • Dunkle Wolken über dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus, die letzte Fahne weht zerschlissen im Wind. Für die meisten Kamener ist das Gebäude ein Schandfleck in der Innenstadt.
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Es gammelt weiter vor sich hin, das Hertie-Kaufhaus. Eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Aber den Kamener Bürgern ist der Schandfleck mehr und mehr ein Dorn im Auge. Wir haben dieses Thema auf unserer Lokalkompass-Seite zur Abstimmung gestellt. Das Ergebnis ist eindeutig!
Noch vor Ablauf der Umfrage ist ein ganz klarer Trend erkennbar: Niemanden hier in der Seseke-Stadt ist es egal, dass das Gebäude weiter vor sich hin gammelt.
Städte in der näheren Umgebung wie Unna mausern sich mehr und mehr, können attraktive Ketten und Geschäfte von ihrem Standort überzeugen. Die Kreisstadt nebenan bastelt gerade an einem weiteren Clou: ein ganz neues, mit attraktiven Geschäften gepicktes Center soll in der Nähe des Rathauses entstehen. Und was passiert in Kamen?
Die bröckelnde Fassade, das undichte Dach und den zunehmenden aufquellenden Teer auf dem Parkdeck kann niemand mehr ignorieren. Auch wenn ein Reinigungsdienst sich um Sauberkeit im Treppenhaus bemüht, bleiben doch untrügliche Zeichen des zunehmenden Verfalls unübersehbar. Und immer mehr werden Obdachlose gesichtet, die dort Unterschlupf suchen.
Sicherlich: Durch die Insolvenz der Hertie-Objektgesellschaften in den Niederlanden Anfang des Jahres ist es noch schwieriger geworden, eine schnelle Lösung zu finden. Müssen sich die Kamener also einfach damit abfinden, dass ein ehemaliger Kundenmagnet zum innerstädtischen Ärgernis mutiert?
50 Prozent der Voter sprachen sich dafür aus, das Gebäude einfach abzureißen, einen Neuanfang im Herzen der Innstadt zu wagen, Platz für Neues zu schaffen. Nur neun Prozent weniger, 41 Prozent der Abstimmenden, konnten sich für die Idee erwärmen, die Ladenfläche für kleinere Ladenlokale zur Verfügung zu stellen. Hauptsache, es bewegt sich etwas. Vielleicht könnten auch hier ganz neue Ideen und Konzepte entstehen.
Ganz ungeschoren kommt auch Kamens Bürgermeister bei der Umfrage nicht davon. Immerhin neun Prozent meinen, dass Hermann Hupe in Sachen Hertie aktiver sein müsste. Zwar ist der Stadt durch die Insolvenz der Hertie-Objektgesellschaften in vielerlei Hinsicht so manches Problem aufgebürdet worden. Ein Enteigungsverfahren ist schon rein rechtlich mit vielen Hürden verbunden. Eine andere Möglichkeit wäre, den Hertie-Standort zum Sanierungsgebiet zu erklären. Da aber jedoch in der näheren Umgebung des Gebäudes schon viel getan wurde, gestaltet sich auch diese Möglichkeit als äußert schwierig. Seit über drei Jahren steht das Gebäude nunmehr leer. Investoren waren interessiert. Aber letztendlich war niemand bereit, zusätzlich zum Kaufpreis auch noch die Sanierungskosten zu tragen. Sicher ist: Tag für Tag verfällt das Gebäude mehr und mehr. Also doch: Reisst den alten Kasten endlich ab?

Autor:

Martina Abel aus Kamen

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