Minoritenplatz wird mit "Rathaus 24" bebaut

Max Knippert
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Der Bundesverband Bildender Künstler (BBK) ist bestimmt eine feine Adresse, mag sich die Stadt Kleve gedacht haben. Und war möglicherweise sehr gerührt, als der BKK-Bezirk Niederrhein anfragte, ob Kleve nicht am Kunst-Projekt "Caravan und Satellit" teilnehmen wolle. Kleve wollte.

Auf der Homepage des BKK wird das Projekt erklärt: "Wer eine Reise unternimmt, kann viel erleben. Dazu muss man nicht in die weite Welt hinaus, der Niederrhein reicht da völlig aus. Das dachte sich auch der BBK Niederrhein und bereist nun zum zweiten Mal mit seinem kleinen Wohnwagen den Sektor um Kunst an die Orte des Niederrheins zu transportieren. Geprägt vom Rheinverlauf, entlang alter Handelswege, führt die Route dieses Jahr den kleinen Caravan von Neuss über Kalkar, Geldern, Duisburg bis nach Kleve. Vom 31. August bis zum 11. Oktober 2013, verweilt der Caravan jeweils knapp eine Woche vor Ort und erlebt dort eine Metamorphose: zum Lichtobjekt, zu einem Bankhaus, einer Zellstruktur, einem Rundfunkwagen und zuletzt in Kleve zum Rathaus24. Allen künstlerischen Positionen ist der interaktive Ansatz wichtig, also den Kontakt zum Menschen."

Der BKK hat wohl klugerweise in den Vorgesprächen mit den Unsrigen in der Stadtverwaltung nicht den Namen des Künstlers erwähnt, der in Kleve aktiv werden soll. Erst als alles in trockenen Tüchern war, wurde der Name bekannt: Max Knippert. Im Klever Rathaus fiel den Verantwortlichen die Kinnlade runter. Knippert, der sich so kritisch mit der Stadtentwicklung auseinandersetzt und aktiv bei der Bürgerinitative "Denkpause" mitmacht? Trotz aller Klimmzüge: Für einen Rückzieher war es zu spät ...

Aber die Stadt Kleve hatte praktisch eine erste Baugenehmigung für den Minoritenplatz erteilt. Heute (02.10.2013) war Baubeginn.

"Der Caravan in Kleve mit Max Knippert und „Rathaus24“

Darum geht's: "Max Knippert entwickelte für das Projekt Caravan und Satellit 2013 die progressive Arbeit „Rathaus24 – Denkmal für eine Stadt“, die sich sowohl kritisch als auch tiefschwarz-humoristisch mit der aktuellen Stadtentwicklung im Zentrum von Kleve auseinandersetzt. In seiner Installation am Minoritenplatz – einem der planerisch umstrittensten Plätze in der jüngeren Stadtgeschichte Kleves, gegenüber der Abrissbaustelle des alten Klever Rathauses – baut Knippert aus alten Rathaustüren symbolisch und praktisch „ein neues Rathaus“. Der obligatorische „BBK-Caravan“, ein winziger 60er-Jahre Wohnwagen in prägnanter Ei-Form, der faktisch alle Stationen des Projekts Caravan und Satellit begleitet, wird spielerisch in die Installation integriert. Im Caravan mit Klever Bürgern über die Stadt Kleve in das Gespräch zu kommen, ist Teil von Knipperts soziokultureller künstlerischer Vorgehensweise. Allen Gesprächswilligen serviert er täglich von 7.30-9.30 Uhr „Strammen Max“ und von 11.30-13.30 Uhr niederrheinischen Schnibbelbohnen-Eintopf.

Der Caravan „Rathaus24 – Denkmal für eine Stadt“ wird am Samstag, dem 05.10.2013, um 18 Uhr feierlich eröffnet. Prof. Harald Kunde, Direktor des Museum Kurhaus Kleve, führt in das Werk ein. Der Caravan wird bis zum 11. Oktober 2013 täglich rund um die Uhr geöffnet sein. Der Künstler ist anwesend."

Wer ist Max Knippert?

Max Knippert, geb. 1967 in Aachen, ist Bildhauer und hat an der Academie Beeldende Kunsten in Maastricht (ABKM) bei Han de Wetering studiert. Seine Suche nach einer Kunst, die untrennbar mit Alltag, Wissenschaft und sozialem Engagement verbunden ist, hat ihn zum Konzept des sogenannten „Kunstackers“ geführt. Die kürzestmögliche Verbindung von Kunst und Gesellschaft, die gegenseitigen Kontakt und Austausch fördert, ist eine seiner obersten Maximen. Seit einigen Jahren ist sein Interesse auf den öffentlichen Raum gerichtet.

Mehr Infos: www.kunst-acker.de

Autor:

Lokalkompass Kleve aus Kleve

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