Polizeibeamte aus dem Kreis Recklinghausen besuchen die Ausstellung in der Villa ten Hompel in Münster

Bundesarchiv_Bild_101I-019-1224-10,_Polen,_Kontrolle_von_Juden.jpg
8Bilder
  • Bundesarchiv_Bild_101I-019-1224-10,_Polen,_Kontrolle_von_Juden.jpg
  • Foto: Bundesarchiv
  • hochgeladen von Siegfried Schönfeld

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen besuchte mit den nach ihrer Ausbildung zum 01.09. in die Polizeibehörde Recklinghausen versetzten Polizeibeamtinnen und -beamten die Ausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen" in der Villa ten Hompel in Münster. Begleitet wurde sie von Jürgen Häusler, dem Leiter des Leitungsstabes.

Durch den Besuch der Ausstellung soll den "frischen" Polizeibeamten verdeutlicht werden, welche Rolle die uniformierte Polizei im Nationalsozialismus gespielt hat. Polizei war damals als Staatsinstrument beteiligt, um die Verbrechen an Juden und Volksgruppen, wie den Sinti und Roma, zu ermöglichen. An den Besuch der Ausstellung knüpfte sich eine Diskussionsrunde an, in der Frau Zurhausen mit den jungen Polizeibeamtinnen und -beamten über ihre rechtsstaatliche Aufgabe und die Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols sprach.

Unrühmlichen Polizeigeschichte im Nationalsozialismus

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen: "Mir ist es wichtig, dass die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meiner Behörde sich mit der unrühmlichen Polizeigeschichte im Nationalsozialismus auseinander setzen."

Dauerausstellung "Geschichte - Gewalt - Gewissen"

Die Ausstellung erzählt in Anlehnung an die Hausgeschichte von den Verbrechen der Ordnungspolizei im Zweiten Weltkrieg und Versuchen der Aufarbeitung in der Nachkriegszeit:
Thematisiert werden die enorme Dimension der Beteiligung der uniformierten Polizei am Zweiten Weltkrieg und an den Genoziden gegenüber Juden sowie Sinti und Roma, die öffentliche und personelle Entnazifizierung und Kontinuitäten nach 1945, die juristische Aufarbeitung des NS-Unrechts sowie der bürokratische Versuch einer "Wiedergutmachung" der Bundesrepublik gegenüber ehemals Verfolgten.

Villa ten Hompel in Münster

Die Villa ten Hompel in Münster – ehemaliges Wohnhaus des Zementfabrikanten Rudolf ten Hompel aus der Weimarer Republik, Sitz der Ordnungspolizei im Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik Ort der Entnazifizierung und Dezernat für Wiedergutmachung – ist heute ein Geschichtsort.
Hier vermittelt ein engagiertes Team als "didaktische Schnittstelle" jüngere Zeitgeschichte am historischen Ort. Die Villa ten Hompel ist ein Denkort für die Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Themen zwischen Geschichtskultur und Demokratieförderung.

„Handlanger. Im staatlichen Auftrag.“

Unter der Überschrift „Handlanger. Im staatlichen Auftrag.“ war die deutsche Polizei im NS-Regime das zentrale Thema, als die Stadt Marl am Auschwitz-Gedenktag 2017 an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Neben der Gestapo waren im Nationalsozialismus auch andere Sparten der deutschen Polizei am Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung und an der Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens beteiligt.

Als Gastredner kam Thomas Köhler ins Marler Rathaus. In seinem Vortrag „Die deutsche Polizei als Verfolgungsinstanz im Nationalsozialismus“ sprach er über den Transformationsprozess der Polizei während der NS-Herrschaft. Köhler ist Historiker am Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster und Dozent an der Westfälischen Wilhelms-Universität.

Die Ordnungspolizei als Täter beim Holocaust

Seit April 1940 war Dr. Heinrich B. Lankenau als "Befehlshaber der Ordnungspolizei" (BdO) im Wehrkreis VI . Dieser bevölkerungsreichsten und größten Polizeibereich umfasste das heutige Nordrhein-Westfalen, den Raum Osnabrück und ab 1940 Teile Belgiens. Alles in allem befehligte der BdO im Wehrkreis VI damit an die 200.000 Mann.
Es wurden dort Wachmannschaften für die Deportationszüge in die Vernichtungslager und Transportbegleitungen in die Konzentrationslager im Osten gestellt. Auch das Aufsichtspersonal für die so genannten Arbeitserziehungslager war von hier aus zu stellen. Gegen Ende des Krieges unterstanden dem BdO darüber hinaus die Land- und Stadtwachten, die "Fremdarbeiter und Kriegsgefangene" zu überwachen und bei Fluchtversuchen wieder zu ergreifen hatten.

Polizeibataillone

Zum Aufgabenspektrum gehörte auch die Aufstellung von Polizeibataillonen, die später massiv an den Morden an der jüdischen Bevölkerung Osteuropas beteiligt waren. Köhler berichtete über die Taten der Polizeibataillone aus unserer Region.

[video]
[/video]

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

27 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen