Weltklimakonferenz verfehlt ambitionierte Klimafinanzierung, Beschlüsse gehen an drastischer Realität der Klimakrise vorbei

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Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert den Ausgang der diesjährigen UN-Klimakonferenz deutlich. Die Staatengemeinschaft verpasst nach zähen Verhandlungen die Chance, sich auf ausreichende finanzielle Unterstützung für ärmere Staaten und ambitionierteren Klimaschutz zu einigen.

Unzureichende Finanzierung gefährdet globalen Klimaschutz

Das bisherige Ziel von 100 Milliarden Dollar jährlicher Finanzierung wurde vielfach kritisiert, da es an den eigentlichen Bedarfen vorbei geht. Im Abschlusstext einigten sich die Staaten nun auf eine Summe von 300 Milliarden jährlicher Klimafinanzierung bis 2035, wobei die Industrieländer die Führung übernehmen sollen. Zusätzlich soll bis zur nächsten COP ein Fahrplan erarbeitet werden, wie diese Summe auf 1,3 Billionen aus staatlichen sowie anderen Quellen angehoben werden kann.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Das Verhandlungsergebnis ist enttäuschend und verfehlt bei weitem die eigentlichen finanziellen Bedarfe. Das blockiert nicht nur ambitionierten Klimaschutz, es gefährdet auch ganz konkret die Lebensgrundlage von Menschen weltweit. Die reichen Industriestaaten präsentieren sich gerne als Vorreiter in Sachen Klimaschutz, werden ihrer besonderen Verantwortung in dieser zentralen Frage jedoch nicht gerecht.”

Der BUND fordert,

dass die deutschen Finanzzusagen ab 2025 auf mindestens acht Milliarden Euro neuer und zusätzlicher Finanzierung jährlich steigen, um den weltweiten Klimaschutz effektiv zu unterstützen.

Klares Signal für ambitionierteren Klimaschutz bleibt aus

Im vergangenen Jahr fand die erste globale Bestandsaufnahme statt. Sie wies deutliche Lücken bei den nationalen Klimabeiträgen und deren Umsetzung auf. In den diesjährigen Verhandlungen haben die Staaten die Chance verpasst, konkrete Vorgaben für ehrgeizigere nationale Klimaschutzbeiträge (NDCs) im nächsten Jahr zu bestimmen.

Bandt: „Die vergangenen Monate mit schweren Überschwemmungen in Nepal, Nigeria und Spanien haben uns noch einmal drastisch vor Augen geführt, wie essentiell entschlossener Klimaschutz ist. Wir können uns nicht mehr erlauben, dass es bei leeren Worthülsen bleibt. Auf der Konferenz im vergangenen Jahr wurde erstmals eine Abkehr von fossilen Energien beschlossen. Dieses Momentum aufzugreifen und voranzutreiben, hat die Konferenz in diesem Jahr verfehlt.”

Kein Klimaschutz ohne Menschenrechte

Die Ausrichtung der COP29 in einem Öl- und Gasförderland wie Aserbaidschan erschwerten die Verhandlungen zusätzlich.

Karola Knuth, Bundesvorstand der BUNDjugend: „Dass die COP nun zum dritten Mal in Folge in einem Staat mit zweifelhafter Menschenrechtslage stattfindet, ist ein Skandal. Die Zivilgesellschaft durfte ihre wichtigen Stimmen in die internationalen Verhandlungen nicht einbringen, was wir in den Ergebnissen sehen. Insbesondere marginalisierte Menschen müssen um ihre Sicherheit fürchten. Diese Verdrehungen stärken den Einfluss von fossilen Unternehmen und Staaten und lassen unsere kritischen Stimmen scheinbar verstummen. Deshalb lehnen wir und viele weitere zivilgesellschaftliche Akteure die Ergebnisse ab und bleiben laut!“

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Siegfried Schönfeld aus Marl

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