Karl-Ziegler-Schule: Klassische Meister neu interpretiert

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Im Zuge der Kooperation zwischen dem Kunstmuseum und der Karl-Ziegler-Schule stellte der Kunst-Leistungskurs seine Werke eine Woche lang aus.

Die 24 Schüler des Kunst-Leistungskurses der Karl-Ziegler-Schule präsentierten von Dienstag, 21. Januar, bis zum Sonntag, 26. Januar, ihre Arbeiten der vergangenen eineinhalb Jahre im Foyer des Museums „Alte Post“.
Der Kunstkurs setzt sich aus Schülern aller fünf Mülheimer Gymnasien zusammen und wird von Johannes Lenhart, Bildhauer und Kunstlehrer an der Karl-Ziegler-Schule, geleitet. Durch ihn entstand auch die enge Kooperation mit dem Kunstmuseum „Alte Post“: Aufgrund seiner Arbeit als Künstler pflegt er engen Kontakt zu der Museumspädagogin Barbara Thönnes, mit der er auch die Kunst-AG „Young Art Experts“ ins Leben rief, ein Projekt, an dem alle Schüler der Gymnasien teilnehmen können.
Durch eben jene schon bestehende Kommunikation zwischen Schule und Museum kam Thönnes und Lenhart die Idee, die Schüler des Leistungskurses ihre Arbeiten ausstellen zu lassen.

Themen der Ausstellung

Ein großes Thema der Ausstellung war die romantische Landschaftsdarstellung, bei der sich viele Schüler auf Caspar David Friedrich bezogen. Hier wurden oft die sogenannten „Rückenfiguren“ darsgestellt, also Figuren, die mit dem Rücken zum Betrachter stehen und auf die Landschaft blicken, während sie den Fluchtpunkt verdecken, und das Publikum sich besonders gut mit ihnen identifizieren kann. Ein anderes Motiv, das die Schüler nutzten, war die Trennung eines hellen Bereichs, zum Beispiel einer Blumenwiese, von einem dunklen Teil, wie einer Bergkette oder einem tiefblauen See.
Auch die Metapher der Nautik wurde aufgegriffen, um den Lebensweg der Menschen darzustellen. Die Schüler variierten ebenso das Symbol des Steins als Fundament, auf dem die Rückenfiguren sitzen, und das Friedrich als Verkörperung des Glaubens der Menschen diente. Bei ihnen wurde zum Beispiel aus dem Stein eine Schaukel als Sitzplatz. Diese Variationen zeichnen die Darstellungen der Jugendlichen aus und verleihen ihnen einen eigenständigen Charakter, der sich von der Friedrichs klassischer Symbolik löst.

Bei der Bildhauerei beschäftigten sich die Schule besonders mit der zeichnerischen Darstellung menschlicher Skulpturen. Hierbei orientierten sie sich an Michelangelo und Alberto Giacometti, brachten bei der Proportionierung und den Körperachsen aber auch eigene Ideen ein.

Weiterhin waren in der Ausstellung Radierungen in Form inszenierter Partnerportraits zu bewundern. So mancher Druck ließ mit der Darstellung wilder Piraten oder hochmütiger Könige schmunzeln.
Besonders ins Auge sprangen den Besuchern die plastischen Darstellungen europäischer Gemeinschaftskulturen, welche zusammen mit Selbstportraits der Schüler arrangiert wurden.

"Ort für junge Menschen"

Das Arrangement der über 100 Werke wurde von den Schülern zusammen mit Barbara Thönnes ab montags aufgebaut. Dem Museum war es im Zuge der Ausstellung wichtig, als „Ort für junge Menschen, als Ort der Begegnung“ aufzutreten, während Lenhart sich darauf bezieht, dass „die Absicht der Kunst darin liegt, wahrgenommen zu werden“. Auch die Schüler sehen in der Kooperation eine Möglichkeit, Wertschätzung für ihre Werke zu bekommen. „Ohne diese Ausstellung würden die Bilder nur in der Ecke rumstehen. So aber können wir sie den Leuten zeigen, das ist toll.“, so Theresa Oesterwind von der Luisenschule.

Reger Besuch im Kunstmuseum

Neben den Familien der Schüler sowie einigen Lehrern kamen auch die Schulleiter des Gymnasiums Broichs, Ralf Metzing, sowie der Karl-Ziegler-Schule, Magnus Tewes, zur Ausstellungseröffnung.
Die Ausstellung fand jedoch nicht nur bei Angehörigen der Schüler Anklang: Auch viele Besucher, die auf dem Weg zur Präsentation der Werke verschiedener Mülheimer Künstler in den oberen Stockwerken des Museums waren, nutzen die Gelegenheit, durch die Ausstellung des Leistungskurses zu schlendern.

Insgesamt kann man die Ausstellung als äußerst gelungen beschreiben, sowohl für die Besucher, die in den Genuss wirklich hochwertiger Kunst junger Menschen kamen, als auch für die Schüler, die, um eine positive Erfahrung reicher, ihrem Abitur entgegenblicken.

Autor:

Julia Gründler aus Mülheim an der Ruhr

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