A 40 bleibt zwei Wochen gesperrt
Bahnbrücke muss neu gebaut werden

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Während sich die direkten Anwohner der A40 über die ungewohnte Stille freuen, sorgt die Vollsperrung der Autobahn zwischen Kreuz Kaiserberg und Mülheim-Dümpten aufgrund des LKW-Brandes am letzten Donnerstag für Staus auf allen Umleitungsstrecken und Fahrten in und aus Mülheim heraus im Besonderen. Autofahrer und Pendler müssen sich auf weitere Wochen des Stillstandes und der Umleitungen gefasst machen - mindestens. Bereits am Montag haben die Abrissarbeiten der am meisten beschädigten Eisenbahnbrücke begonnen. 

Experten von Straßen.NRW und der DB haben die Schäden an den insgesamt fünf Brücken an dieser Stelle begutachtet. Die mittlere Brücke, die in unmittelbarer Nähe des Unfallortes und somit im direkten Hitzeherd gelegen ist, muss neu gebaut werden. Zurzeit prüft die Bahn die benachbarten Brücken inklusive der Energieanlagen und Technik. Die aufwendigen Analysen werden voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Das konkrete Ausmaß der Schäden lässt sich erst nach Abschluss der Untersuchungen benennen. Für die Abbrucharbeiten hat die Bahn zwei Wochen angesetzt. Solange muss die A40 gesperrt bleiben.
 
Die am stärksten betroffene Brücke war mit 4,60 Metern relativ niedrig. Die Hitzeentwicklung unter dem Bauwerk war so hoch, dass die Spannbeton-Konstruktion schwer geschädigt worden ist. Daher war weder ein Überfahren der Brücke noch ein sicheres Unterqueren möglich.
Ebenfalls beschädigt ist eine gut 500 Quadratmeter große Fläche Asphalt. "Diesen Schaden können wir aber kurzfristig beheben. Auch wenn eine solche Reparatur nicht mit dem dort verlegten offenporigen Asphalt durchgeführt werden kann", so Joachim van Bebber, Leiter der Straßen.NRW-Autobahnniederlassung Krefeld. Die Arbeiten sollen im gleichen Zeitfenster wie die Abbrucharbeiten der Brücke stattfinden.

Schneller Abriss

Früher als die geplanten zwei Wochen wird die Autobahn wohl nicht befahrbar sein. Zwar ist die stark beschädigte Brücke bis Mitte der Woche bereits abgerissen. Aber die riesigen Schuttmengen müssen noch zerkleinert und abtransportiert werden, dann muss die Fahrbahn repariert werden.
Auch die weiteren Aussichten sind nicht rosig, wie Bahnsprecherin Kirsten Verbeek bestätigt. Denn bevor der Zugverkehr zwischen Essen und Duisburg und damit über Mülheim wieder uneingeschränkt laufen kann, werden wohl Monate ins Land gehen. Über die mittlere Brücke, die abgerissen wurde, sowie über drei weitere nebenstehende Brücken lief der komplette Bahnverkehr zwischen Essen und Duisburg. Eine vierte Brücke scheint weniger beschädigt. Auf der fünften Brücke verläuft eine stillgelegte Zechenbahn.

Brückenneubau dauert

Ein Brückenneubau scheint unausweichlich. Der würde allerdings Jahre dauern. Ein Provisorium bis dahin wäre der Bau einer Hilfsbrücke. "Aber auch die muss richtig eingebaut werden und allen Sicherheitsstandards entsprechen. Auch das würde eher Monate dauern, bis sie in Betrieb genommen werden könnte", betont Verbeek. Alle Optionen würden nun geprüft. Sollte die am wenigsten beschädigte Brücke schnell wieder befahrbar sein, müsste geprüft werden, ob und welche Züge hierüber geleitet werden können.

So liegt das Augenmerk nun vorrangig darauf, die Autobahn möglichst schnell wieder freigeben zu können, um den Umleitungsverkehr zu beenden. Denn der Autobahnabschnitt zwischen dem Kreuz Duisburg-Kaiserberg und der Anschlussstelle Mülheim-Dümpten wird täglich von 70.000 bis 90.000 Fahrzeugen genutzt (Stand: 2015). Die Straßen.NRW-Verkehrszentrale beobachtet die direkten Auswirkungen der Sperrung auf die umliegenden Autobahnen und passt Umleitungsempfehlungen gegebenenfalls an. Ausgesetzt sind zudem alle planbaren kleineren Bau- und Unterhaltungsarbeiten auf den Umleitungsstrecken.

Der Bahnverkehr bleibt stark eingeschränkt. Die Bahnstrecke war aufgrund einer geplanten Baumaßnahme ohnehin bis Montagmorgen gesperrt. Kurzfristig wurde das bisher bestehende Ersatzkonzept für den Zugverkehr erstmal bis Sonntag, 27. September, verlängert. Mehr Infos dazu gibt es hier. Da der Schienenersatzverkehr auch von den Staus betroffen ist, sollten Reisende hier ausreichend Zeit einplanen.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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