Schlager-Star Christian Anders kündigt im Exklusiv-Interview seine neue Tour an
"Es wird 26 neue Songs geben"

Volontär Christian Schaffeld (r.) mit Schlagersänger Christian Anders in der Funke-Lounge.
  • Volontär Christian Schaffeld (r.) mit Schlagersänger Christian Anders in der Funke-Lounge.
  • Foto: Björn Büttner
  • hochgeladen von Christian Schaffeld

Schlagersänger Christian Anders feierte in den 1970er Jahren große Erfolge in der Musikbranche. Bekannt wurde er der Masse durch die ZDF-Hitparade und seinen Megahit "Es fährt ein Zug nach nirgendwo", welcher 30 Wochen die Deutschen Single-Charts anführte . Am heutigen Dienstag war der 74-jährige Österreicher zu Gast im neuen Funke-Office in Essen. Im Gespräch mit unserem Volontär Christian Schaffeld blickt er auf sein bewegtes Leben zurück. Zudem spricht er über seinen größten Hit und gibt einen Ausblick auf seine neue Tour "Zeitlos", mit der er am Samstag, 26. Oktober, in der Stadthalle Kamen gastiert.

Herr Anders, Sie blicken auf eine lange Karriere zurück. Welches war das einschneidenste Erlebnis in Ihrer musikalischen Laufbahn?

Das war Will Tremper. Er war ein großartiger Redakteur und er hat Frauenzeitschriften vertrieben. Als ich noch sehr jung war habe ich für ihn als Auftragsschreiber Fortsetzungsromane für Apothekenblätter und so weiter geschrieben. So habe ich eigentlich parallel zur Schule angefangen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mit Musik noch nichts zu tuen. Für mich war das Erlebnis trotzdem einschneidend.

Wie sind Sie denn dann zur Musik gekommen?

Ich sprach mehre Sprachen und da hat mich eine Dame gefragt, ob ich nicht für sie Texte übersetzen kann - unter anderem von Eva Fitzgerald. Da habe ich das gemacht, aber nebenbei habe ich ihr auch mitgeteilt, dass ich auch singen kann.

Was kam dann?

Da sagte sie: 'Lass mal hören.' und so bekam ich dann einen Vertrag. Ich stand dann erst bei dem großen Musikverleger Dr. Busse in München unter Vertrag und bekam später einen Vertrag bei Electrona. So ging es los.

Eine Vielzahl Ihrer Hits haben den Deutschen Schlager geprägt. Wie hat sich der Schlager, aber auch die Schlagerszene in den letzten Jahren verändert? 

Überhaupt nicht! Man kann sagen, die Gewänder haben sich verändert. Früher haben wir alle die Hits komplett ausgeschrieben. Heute drückt man auf einen Knopf und dann kommt ein Playback. Früher haben wir transponiert. Ein C auf der Gitarre ist kein C auf der Trompete. Das wird einem heute aber alles erspart.

"Es fährt ein Zug nach nirgendwo" , ist einer der größten deutschsprachigen Hits überhaupt. Gibt es Tage, an denen Sie den Titel gerne streichen würden, oder singen Sie ihn immer noch gerne?

Das war ja gar nicht mein erster großer Hit. Der erste große Hit war "Geh nicht vorbei". Da wurden zwei Millionen Platten auf einen Schlag verkauft. Drei Monate später war ich Multimillionär. Da ging meine Welt drunter und drüber. Aber der Song war nicht von mir. Er wurde von Joachim Heider komponiert. Mit der Zeit ging der Umsatz zurück. Von zwei Millionen auf eine, von einer auf 500.000. Als wir bei 300.000 waren, hat die Firma Angst bekommen. Da habe ich gesagt, dass ich dann mal selber etwas komponiere. Das war mein Glück.


Wie sind Sie auf die Idee für "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" gekommen?

Ich habe mich drei Monate in meinem Berliner Penthouse eingesperrt und als ich raus kam, hatte ich den Song. Das war dann mein wirklich eigenes Lied. Die Idee mit den Instrumenten war es, Züge zu imitieren.

Fehlen Ihnen und Ihren Schlagerkollegen denn Formate wie die ZDF-Hitparade? So etwas läuft schließlich heute gar nicht mehr im Fernsehen.

Das geht auch gar nicht mehr. Früher gab es nur drei Programme und wir hatten pro Sendung 30 Millionen Zuschauer. Wenn du heute drei Millionen Zuschauer hast, bist du schon zufrieden. Heute gibt es so viele Sender, sodass sich die Zuschauer auf die ganzen Sender aufteilen. Heute wären diese Zahlen unmöglich.

Würden Sie sich das denn trotzdem wünschen, dass so ein ähnliches Format nochmal zurückkommt?

Warum nicht? 

Wie wird denn Ihr Konzert in der Stadthalle Kamen? Wird es eine musikalische Reise durch Ihr künstlerisches Schaffen?

Ja! Mein neues Album, das ich mit meiner Frau und vielen anderen, wie Willy Klüter produziert habe, hat alle alten, aber auch viele neue Hits. Es wird 26 neue und 26 alte Lieder bei der Tour geben.

Worauf dürfen sich die Besucher besonders freuen?

Über drei Stunden Christian Anders live. Also kein Vollplayback wie bei vielen anderen Künstlern.

Die neuen Songs sind aber noch nicht erschienen...

Nein, noch nicht. Die CD erscheint am 16. Oktober. Es wird einen Song geben, der heißt "Heirate nie eine Frau, die schöner ist, als du. Heirate nur eine Frau, die hässlicher ist, als du". Das ganze ist natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint. Es wird also auch Überraschungen geben.

Sie haben bis heute mehr als 1.000 Songs geschrieben. Gibt es Lieder, die der Öffentlichkeit vielleicht nicht bekannt sind, zu denen Sie aber eine ganz besondere Beziehung haben?

Da gibt es einige von. Allerdings sind davon welche gesperrt - zum Beispiel "Der Hai". "Der Tag an dem die Erde still stand", der von dem Terroranschlag im World Trade Center handelt, gehört auch dazu. Damals stand ich in der Kritik, weil die Menschen mir unterstellt haben, dass ich Geld mit dem Unglück anderer machen wolle. Einen Monat später kommt von Bruce Springsteen ein ganzes Album zum World Trade Center heraus.

Haben Sie sich in solchen Momenten ungerecht behandelt gefühlt?

Ach, ich fühle mich ungerecht behandelt, seitdem ich geboren bin. 

Was die Wenigsten wissen: Sie haben lange Jahre auf hohem sportlichen Niveau Karate und Taekwondo betrieben. Sind Sie immer noch im Training?

Nein, ich trainiere aber jeden Tag für mich und laufe Treppen rauf und runter, um mich fit zu halten.

Autor:

Christian Schaffeld aus Oberhausen

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