Neue Berufschancen für Langzeitarbeitslose
Zurück in den Arbeitsmarkt

Uwe Weinand.   Foto: Jörg Vorholt

Trotz guter Arbeitsmarktlage gelang es langzeitarbeitslosen Personen kaum, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Viele dieser Menschen wollen gerne wieder arbeiten. Sie sind motiviert und zeigen Engagement, wenn sie die Chance erhalten, wieder ins Berufsleben zurückkehren zu können. Um den Sprung in die Erwerbstätigkeit zu schaffen, benötigen Langzeitarbeitslose jedoch einen geeigneten Arbeitsplatz und Unterstützung nach der Beschäftigungsaufnahme.

„Wir haben mit dem Teilhabechancengesetz die Gelegenheit, Unternehmen zu fördern, die langzeitarbeitslose Menschen einstellen“, informiert Uwe Weinand, Geschäftsführer im Jobcenter Oberhausen auf der Marktstraße 31. Das Gesetz trat am 1. Januar 2019 in Kraft. In seinem Mittelpunkt steht: Unternehmen, die Personen einstellen, die mehr als sechs Jahre SGB II-Leistungen erhalten haben, können mit einem hohen Zuschuss für das Gehalt des neuen Mitarbeiters gefördert werden. Das Jobcenter übernimmt in den ersten beiden Jahren bis zu 100 Prozent des Lohnes, im dritten Jahr sind es 90 Prozent, im vierten 80 und im fünften Jahr immerhin noch 70 Prozent.
Unternehmen, die Personen einstellen, die mehr als zwei Jahre arbeitslos waren, erhalten einen Zuschuss für zwei Jahre. Die Angebote gelten für Teilzeit- wie für Vollzeitstellen und für alle Arten von Tätigkeiten und Branchen.

Invest in die Zukunft

Hervorzuheben ist, dass dieser Ansatz im Gesetz verankert ist und damit eben keine zeitlich begrenzte typische Fördermaßnahme ist. Das bietet Teilnehmern wie Arbeitgebern eine echte Perspektive, "eine Anstellung ist ein Invest in die Zukunft", macht Uwe Weinand deutlich und ergänzt: "Alles passiert freiwillig."
Für den gesamten Zeitraum werden externe Dienstleister mit ins Boot geholt, die den Prozess begleiten, sogenanntes Coaching, damit die Beteiligten damit nicht alleine gelassen sind. Der zweite große Vorteil des Gesetzes. "Wir schauen im Vorfeld, wer könnte wohin passen? Was könnte es für Anstellungsmöglichkeiten geben? Später bleiben die Coaches dabei, können auf Probleme reagieren und Abbrüche vermeiden", so Weinand, der schildern kann, dass es bisher erst sehr wenige Abbrüche gab und die hatten Gründe, die nicht zu vermeiden waren. Zum Beispiel stellte sich in einem Fall eine Allergie auf ein Arbeitsmaterial heraus. Aktuell sind etwas mehr als 360 Personen im Programm beschäftigt.

Weiterbildung wird unterstützt

Auch eine Weiterbildung während der Beschäftigung wird unterstützt, es gibt einen Zuschuss für die Weiterbildungskosten bei Qualifizierung des Arbeitnehmers während der Beschäftigung. Das fördere auch wieder das Selbstbewusstsein und mache den Arbeitnehmer zudem wertvoller für den Arbeitsmarkt, so Weinand.
Zu Beginn musste das Programm erst etwas Fahrt aufnehmen, jetzt laufe es sehr gut und auch Corona habe nicht geschadet, berichtet Uwe Weinand. Der Geschäftsführer hofft, dass sich in Zukunft noch mehr kleinere Betriebe beteiligen werden.

Echte Jobs

„Mit intensiver und individueller Betreuung schaffen die neuen Förderungen neue Perspektiven für die, die ohne Unterstützung absehbar keine realistische Chance auf einen regulären Arbeitsplatz haben“, wirbt Uwe Weinand für die neuen Angebote dank des Gesetzes. "Es sind echte Jobs, die der Markt hergibt und sie werden nach Tarif bezahlt. Wir können sie auch zeitlich zuschneiden, das ist zum Beispiel für Alleinerziehende sehr wichtig", erklärt Josef Vogt, Pressesprecher des Jobcenters.
Und es geht um mehr, wie Uwe Weinand ergänzt: „Arbeit zu haben und für sich selbst sorgen zu können, das ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch eine Frage der Würde und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Und das betrifft ja auch die Familienmitglieder. Man hat wieder eine Aufgabe!“

Weitere Informationen finden Interessierte im Internet unter www.jobcenter-oberhausen.de oder unter www.sozialer-arbeitsmarkt-oberhausen.de . Uwe Weinand ist Geschäftsführer im Jobcenter Oberhausen. Foto: Jörg Vorholt

Autor:

Jörg Vorholt aus Oberhausen

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