Neues Angebot der Fachstelle Sucht Niederberg: Computer an, Realität aus

Schon mit der Gestaltung eines Rollenspielcharakters lässt sich viel Zeit verbringen, wie Judith Ortmann (von links) und Sandra Heinsch wissen. Foto: Menke
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Nur eben was im Internet nachschauen und dann werden die Hausaufgaben gemacht, so der Vorsatz. Und plötzlich verbringt man doch Stunden vor dem Bildschirm, kontrolliert das Geschehen in den sozialen Netzwerken und wird auf weitere interessante Seiten aufmerksam...

Gerade für junge Leute bieten Medien wie der Computer oder das Smartphone ein großes Suchtpotenzial. „Rund vier Prozent der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren weisen laut einer neuesten Studie bereits eine problematische Mediennutzung auf“, so Sandra Heinsch, Mitarbeiterin in der Fachstelle Sucht der Diakonie Niederberg.
Die Fachstelle mit Sitz an der Bahnhofstraße 36 in Velbert bereitet daher ein neues Angebot für Kinder, Jugendliche und Familien vor, das bereits präventiv wirken soll. „Denn in vielen Familien gehört die Diskussion über die Zeit am PC oder an der Spielekonsole zum regulären Tagesablauf“, weiß Judith Ortmann, Leiterin der Fachstelle.
„ESCapade“ heißt das Programm, bei dem nicht nur der Jugendliche selbst, sondern die ganze Familie eingebunden wird. „Individuelle Familienberatung und ein gemeinsamer Familienseminartag sind die Kernelemente diese Angebots“, erläutert Heinsch, die für die Umsetzung verantwortlich zeichnet. Bei „ESCapade“ handelt es sich um das einzige bundesweit evaluierte Interventionskonzept, das es zu diesem Problemfeld gibt. Die Fachstelle Sucht in Velbert ist daher Anlaufstelle für alle Betroffenen im gesamten Kreisgebiet.
„Nicht nur für Jugendliche sollen im Rahmen der Beratungsgespräche feste Regeln aufgestellt werden“, so Ortmann. „Während für die Jungen oder Mädchen beispielsweise feste Zeiten zur Computernutzung gelten, gilt für die Eltern, dass sie ihren Nachwuchs in dieser Zeit nicht stören dürfen.“ Um gegenseitiges Verständnis zu schaffen, müssen bei dem Familienseminartag, an dem circa vier Familien zusammenkommen, gemeinsam Aufgaben gelöst werden. So wird beispielsweise die Kommunikation und Kooperation gestärkt, wenn die Familie in einem Rollenspiel - und zwar nicht am PC, sondern in der Realität - ein gemeinsames Ziel verfolgt. „Außerdem lassen wir die Eltern einen Computerspiel-Charakter kreieren, damit sie selber erfahren, welche Faszination davon ausgeht“, so Heinsch weiter. Doch woran erkennen Eltern, dass ihre Kinder bereits gefährdet sind? „Neben der zunehmenden Zeit vor dem Computer sind auch schlechter werdende Schulleistungen und ein Rückzug aus dem sozialen Umfeld deutliche Anzeichen“, warnt Heinsch.
Nähere Informationen und Anmeldungen für das Programm „ESCapade“ bei der Fachstelle Sucht unter Tel. 02051/952254.

Autor:

Maren Menke aus Velbert

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