A 44 nimmt langsam Gestalt an

A-44-Bauleiter Olaf Wüllner vor dem Überführungsbauwerk der L 156 über die Autobahn, das im Oktober fertig ist.
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  • A-44-Bauleiter Olaf Wüllner vor dem Überführungsbauwerk der L 156 über die Autobahn, das im Oktober fertig ist.
  • Foto: Ulrich Bangert
  • hochgeladen von Maren Menke

Wo vor einem Jahr die Mähdrescher unterwegs waren, um die Ernte einzufahren, sind jetzt schwere Raupen im Einsatz und schieben den Boden zu großen Wällen auf: Der Bau der A 44 zwischen Heiligenhaus und Velbert ist nicht zu übersehen und verändert die Landschaft.
Was jetzt an Wegen und Straßen erkennbar wird, ist allerdings nicht die künftige Autobahn. Vielmehr handelt es sich um Baustraßen. Die verlaufen mitten durch die Felder, damit die Widerlager für die großen Talbrücken über das Laubecker Bachtal und den Ganslandsiepen erreicht werden können, wie Olaf Wüllner weiß, Bauleiter von Straßen.NRW für die A 44 . Für die Herstellung der eigentlichen Autobahntrasse sind große Erdbewegungen erforderlich, denn größtenteils verläuft die Schnellstraße in einem tiefen Einschnitt, den tiefsten wird es an der Stadtgrenze Heiligenhaus/Velbert an der B 227 mit 15 Metern geben. Dieser Punkt stellt eine besondere Herausforderung für die Ingenieure dar, weil direkt oberhalb der Trasse die Wasserbehälter stehen, die ganz Heiligenhaus mit Trinkwasser versorgen.
An der Ratinger Straße ist die Überquerung über die A 44 fast fertig. Ab Oktober kann dort der Verkehr wieder geradeaus fließen.
Die Auto- und Wirtschaftslobby freut es, die Naturschützer und Bauern schmerzt es: Der Bau der A 44 ist jetzt in der niederbergischen Landschaft nicht mehr zu übersehen.
„Das, was da jetzt zu sehen ist, ist noch lange nicht die Autobahnauffahrt“, klärt Olaf Wüllner auf. Seit einigen Tagen zieht sich ein asphaltiertes Band von der Ratinger Straße unweit des Grünen Jägers nach Osten in die Felder. „Das ist ein Nebenweg, der zu einem Regenrückhaltebecken am Laubecker Bach führt“, weiß der Bauleiter der A 44. „Das gereinigte Abwasser von der Autobahn wird in ein Becken des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes abgeleitet. Sollten sich Schmierstoffe auf dem Wasser befinden, werden diese durch unsere Straßenmeisterei abgesaugt.“
Doch soweit ist es noch lange nicht. Es müssen erst Baustraßen angelegt werden, damit vor allem die Brückenbauwerke errichtet werden können. Vor fast einem Jahr wurde die erste Baustraße zwischen Hetterscheidt und Velbert geschaffen. Nachdem ein Hochspannungsmast umgesetzt wurde, kann jetzt der Einschnitt für die Trasse der Autobahn hergestellt werden, für die Brücke über den Ganslandsiepen wird ein Damm aufgeschüttet, teilweise mit dem Material, das an anderen Stellen der Trasse aufgenommen wird.
Die Autobahn zwischen Velbert und der A 3 bei Homberg wird meistens in Einschnitten verlaufen, der tiefste wird zwischen dem Möbelhaus Rehmann und den Wasserbehältern an der Heidestraße in Hetterscheidt geschaffen. „Das werden gut 15 Meter sein. Wir bauen da eine Stützwand, aber wir sprechen uns zurzeit mit dem Betreiber ab, welche Sicherungsmöglichkeiten dort geschaffen werden müssen, damit nichts ins Rutschen kommt“, beschreibt der Bauleiter die weitere Vorgehensweise. Außerdem wird eine Entwurfsplanung erarbeitet, damit wie für die B 227 eine Umfahrung geschaffen werden kann, um dort eine Brücke über die künftige Autobahn zu errichten. Für die Gründung der Brücke Ganslandsiepen sind Aufträge erteilt worden, wahrscheinlich ab September wird Erdreich durch schwere Lkw über die aufgeweitete Wülfrather Straße in Richtung Flandersbach abgefahren. „Ich glaube aber nicht, dass da alle zwei Minuten ein großer Laster fahren wird.“ Olaf Wüllner teilt nicht die schlimmen Vorstellungen, die im Vorfeld von besorgten Anwohnern geäußert wurden.
Nach Westen in Richtung Ratingen wird erst in den nächsten Jahren mit dem Bau begonnen, „wenn uns der Bund das Geld zur Verfügung stellt“, so Olaf Wüllner.
Ein erstes Bauwerk wird bereits im Oktober fertig, nämlich der „Brückenbau Nummer 7“, das ist die Überquerung der Ratinger Straße (L156) über die Autobahn. „Dann wird der Verkehr wieder darüber fließen. Die provisorische Umfahrung wird erst mit dem Endausbau der Anschlussstellen verschwinden“, kündigt Olaf Wüllner an, der verspricht, dass auch die Landstraße in diesem Bereich ein neues Profil erhält.
In einer alten Villa an der Ratinger Straße hat Straßen.NRW ein Baubüro eingerichtet. Dort stehen die Fachleute den Fragen von Anwohnern und Bürgern gerne Rede und Antwort.

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