Akrobatik in schwindelnder Höhe

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Für die Serie „Der Stadtanzeiger will‘s wissen“ ging es diesmal in luftige Höhen. Mitarbeiterin Maren Menke trainierte mit den Luftartisten des Moskauer Circus, der zurzeit in Heiligenhaus gastiert.
Das, was der Zuschauer hier in der Manege sieht, ist für die Artisten schwere körperliche Arbeit. „Das freundliche Lächeln der Künstler ist oft eine Täuschung“, verrät Zirkusdirektor Orlando Franke. „Es wird der Eindruck erweckt, dass alle Übungen leicht von der Hand gehen und keinerlei Anstrengungen mit sich bringen.“ Dass das aber nicht stimmt, zeigte das Training in der Manege des großen Zirkuszeltes. Was bei den beiden Artistinnen Chanel und Charlina so einfach aussieht, stellt wohl für jeden Laien eine Herausforderung dar. „Ich habe mit fünf Jahren angefangen zu trainieren“, so Chanel, während sie ohne Sicherung an einem großen Halbmond in acht Metern Höhe die Figuren vormacht.
Für mich beginnt das Training nach dem Aufwärmen in nur zwei Metern Höhe mit einer einfachen Figur. Schon hierbei stellt sich dieser große Mond als sehr unbequem heraus. „So, und jetzt steig‘ mit dem rechten Fuß in diese Schlaufe, halte dich mit beiden Händen an der anderen Schlaufe fest und dreh‘ dich langsam rechts herum“, lautet dann Charlinas nächste Anweisung. „Dann streckst du das linke Bein durch deine Arme und machst einen Spagat.“ Wenig elegant setze ich die Aufgabe um. Und tatsächlich, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Konzentriert hänge ich kopfüber im Scheinwerferlicht und strecke meine Beine elegant in die Luft.
Teilweise verharren die zwölfjährige Luftartistin Chanel und die 16-jährige Bodenartistin Charlina minutenlang in ihren Positionen. Mir tun schon nach wenigen Sekunden die Fuß- und Handgelenke weh, die Schlaufen schneiden ins Fleisch, das Blut steigt in den Kopf und auch die Orientierung geht einem nach mehreren Drehungen verloren. Dementsprechend unbeholfen sieht auch der Übergang von der einen Figur in die nächste aus.
„Jetzt stecke deinen rechten Fuß in die Schlaufe über deinem Kopf und lass dich einfach hängen“, rät Zirkusdirektor Franke mir als nächstes. Einfacher gesagt als getan. Denn auch hier sind Körperspannung und Konzentration gefragt. „Bis in die Fuß- und Fingerspitzen muss alles stimmen, um den Zuschauern ein schönes Bild zu bieten“, erklärt Franke eine der vielen Schwierigkeiten. „Sobald nur ein Muskel nicht richtig angespannt ist, kann der Artist ins Schwanken geraten.“ Und das kann bei acht bis zehn Metern Höhe sehr gefährlich werden. Abschließend geht es an einem großen Tau nochmal sechs Meter nach oben. Und wieder: „Nicht die Spannung in den Beinen vergessen“, erinnert Charlina. Das Zirkusleben macht also viel Spaß, erfordert aber auch eine Menge Disziplin und vor allem eine gute Körperbeherrschung.
Am heutigen Samstag, 24. September, um 16 und um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 25. September, um 11 und um 14 Uhr finden noch Vorstellungen des Moskauer Circus, Am Rathaus 8 in Heiligenhaus, statt. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

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