Arbeitslosenzahlen in Niederberg leicht gestiegen - Ausbildungsmarkt positiv

Die Agentur für Arbeit Wuppertal informierte in den Räumen der Velberter Firma Fliether über die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt. Daneben stellte sie ein besonderes Konzept für Geringqualifizierte vor, mit dem diese ihren Berufsabschluss nachholen können.
„Die Arbeitslosenzahlen in der Region Niederberg sind im April von 7,7 auf aktuell 7,8 Prozent gestiegen“, sagte Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Wuppertal. „Es scheint, als sei die Frühjahrsbelebung in diesem Jahr ausgeblieben. Es bleibt aber abzuwarten, ob sie sich nicht doch nur verspätet hat und sich somit erst im Mai auswirkt.“
Hoffnung macht dagegen der Ausbildungsmarkt in der Region. „Bis jetzt sind der Agentur für Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus 435 Ausbildungsstellen von Unternehmen gemeldet worden.
Damit haben wir bereits jetzt den Vorjahreswert von Ende Juni übertroffen“, freute sich Klebe. „Noch ist allerdings unklar, ob zu guter Letzt ein tatsächliches Plus vorliegt, oder die Unternehmen uns nur früher als im vergangenen Jahr informiert haben“, schränkte er ein.
Ein besonderes Ausbildungsprogramm für Geringqualifizierte führt die Agentur seit einiger Zeit durch. „Geringqualifizierte können gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber eine Förderung zur Weiterbildung erhalten“, erklärte Claudia John, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Wuppertal.
So profitieren beim Velberter Unternehmen Fliether die Mitarbeiter Senad Efendic, Amadeus Magiera und Cosimo Maurizio Collica, vormals Zeitarbeiter, von den Maßnahmen der Agentur. Sie holen im Rahmen der Förderung ihre Ausbildung nach.
„Ich freue mich über diese großartige Chance“, sagte Cosimo Maurizio Collica. „Ich habe mittlerweile Familie und muss für eine sichere Zukunft planen, die Ausbildung hilft mir dabei sehr.“ Auch Thomas Müller, Fertigungsleiter bei Fliether, ist vom Konzept überzeugt. „Man muss jungen Menschen eine Perspektive geben.“
Die Förderung umfasst ein Ausbildungskonzept, das aufgrund der Vorkenntnisse der Beschäftigten stark reduziert werden kann. Am Ende der knapp sechsmonatigen Ausbildung erhalten die Teilnehmer nach erfolgreicher Prüfung bei der IHK eine Ausbildungsbescheinigung. Die Firmen werden im Zeitraum der Maßnahmen finanziell gefördert, um wegfallende Arbeitsstunden, die für die Berufsschule aufgewendet werden, zu refinanzieren.
So profitierten im Laufe der Jahre über 500 Unternehmen und Tausende Beschäftigte von den Förderungen der Agentur. Ein Zustand, der beibehalten werden soll, wie Klebe sagte: „Aus dem Fördertopf stehen uns in diesem Jahr 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Es können sich also noch einige Firmen um eine Förderung bewerben.“

Autor:

Christian Michel aus Velbert

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