Bürgerinitiative rechnet mit Minusgeschäft und Verkehrsinfarkt

„250.000 Quadratmeter Industriegebiet – Velberter, das geht auf Eure Kosten!“ ist auf den Transparenten der Bürgerinitiative "Große Feld Velbert" zu lesen.
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„250.000 Quadratmeter Industriegebiet – Velberter, das geht auf Eure Kosten!“ ist seit vergangenem Wochenende auf Transparenten zu lesen, die rund um das Planungsgebiet „Große Feld“ installiert sind. Damit möchte die Bürgerinitiative „Große Feld Velbert“ auf ihr Anliegen aufmerksam machen, den von der Stadt Velbert vorgesehenen Bau eines neuen Industrie- und Gewerbegebietes südlich der Langenberger Straße zu verhindern.

„Es gibt nachweislich viele Gründe, die gegen eine derartige Bebauung auf dem zurzeit noch landwirtschaftlich genutzten Areal sprechen", sagt Artur Busse, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Große Feld Velbert".Die Oberflächenentwässerung stelle ein ernsthaftes Problem dar – gerade auch für die
Langenberger Altstadt, die zu großen Teilen als amtlich festgesetztes Überschwemmungsgebiet deklariert ist. Auch einige Gebäude auf dem Gelände der Diakonie Bleibergquelle seien nach der großflächigen Versiegelung des oberhalb liegenden Planungsgebietes stark hochwassergefährdet. Insgesamt werde die Erschließung dieses Gebietes durch die Topographie auch seitens der Planer als äußerst schwierig eingestuft. Dem entsprechend sei mit enormen Kosten zu rechnen, meint Fabian Sprengel von der Bürgerinitiative. „Wer Gewerbesteuermehreinnahmen erwartet, wird enttäuscht werden. Die Umsiedlung bestehender Velberter Unternehmen und deren Abschreibungen werden ein Minusgeschäft erzeugen“, ist Sprengel überzeugt.

Womit die Velberter jedoch rechnen können, sei ein Verkehrsinfarkt auf der Langenberger Straße. Laut Erhebungen der Stadt habe die geplante industrielle und gewerbliche Nutzung eine tägliche Mehrbelastung von geschätzten 1700 Fahrzeugen, davon um die 600 Lkws zur Folge, ergänzt Busse.
Die Bürgerinitiative "Große Feld Velbert" lädt alle Velberter Bürger ein, sich selbst ein Bild von der Ausdehnung des Areals und der bestehenden Landschaft des "Große Feld" zu machen.

Was die Stadt  Velbert plant

"Wir sind ein traditioneller Wirtschaftsstandort", so Wilfried Löbbert von der Wirtschaftsförderung der Stadt Velbert vor rund einem Jahr bei der Vorstellung der Pläne rund um das Areal an der Langenberger Straße. Die Stadt habe eine hohe Nachfrage nach geeigneten Gewerbeflächen erfahren und daher im Juni 2017 erfolgreich die Fläche erworben, um für die Interessierten ein weiteres Angebot zu schaffen. Bei dieser Fläche handelt es sich um ein 27 Hektar großes Grundstück, das in Höhe des Industriegebietes Röbbeck liegt und durch die A 44 und die A 535 optimal angebunden ist.
"Hier wollen wir in circa vier Jahren mit ersten Teilflächen an den Markt gehen", informierte Löbbert damals. Damit das möglich ist, möchte die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam mit den Technischen Betrieben Velbert (TBV) alles daran setzen, um die erforderlichen Planverfahren schnell umzusetzen. Entsprechende Gutachten rund um die Topografie und die Belastung habe man selbstverständlich im Vorfeld erstellen lassen.

Information:
Der nächste offene Stammtisch der Bürgerinitiative für alle interessierten Bürger findet am Montag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr im Restaurant "Haus Nickhorn", Bleibergstraße 64 in Langenberg, statt. Weitere Informationen sind außerdem unter www.grosse-feld-velbert.org zu finden.

„250.000 Quadratmeter Industriegebiet – Velberter, das geht auf Eure Kosten!“ ist auf den Transparenten der Bürgerinitiative "Große Feld Velbert" zu lesen.
Die Stadt Velbert plant an der Langenberger Straße den Bau eines neuen Industrie- und Gewerbegebietes.
Autor:

Maren Menke aus Velbert

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