Amprion informiert Bürger über geplanten Stromtrassenverlauf
Anpassung des Übertragungs- und Verteilernetzes an zukünftige Anforderungen

Zwei von 16 Mitarbeitern des Netzbetreibers Amprion, die den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort standen. Claudia Merdickerhoff und Claas Hammes
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Anzahl der Masten reduziert sich erheblich

Weg von Kohle- und Atomkraft hin zu regenerativen Energien, so wurde es beschlossen. Aber zur Realisierung dieses Vorhabens bedarf es der Anpassung des Übertragungsnetzes an die neuen Gegebenheiten und Bedarfe. Die Firma Amprion ist als einer von vier Betreibern des bundesweiten Übertragungsnetzes, zuständig für den westlichen Bereich der Republik und laut Energieleitungsausbaugesetz hier mit dem Ausbau der entsprechenden Trassen beauftragt.
Bei der Informationsveranstaltung, zu der Amprion am Donnerstag in den Sitzungssaal des Voerder Rathauses geladen hatte, ging es um die Trasse Niederrhein von Wesel über den Rhein und Moers-Utford bis St. Tönies. Dabei konnten sich die Bürgerinnen und Bürger über die vom Unternehmen bevorzugte Trassenführung informieren. Hierzu hatte der Netzbetreiber 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, die den interessierten Besuchern Antworten auf deren Fragen gaben und anhand anschaulicher Grafiken Vor- und Nachteil der in Frage kommenden Ausführungsmöglichkeiten erklärten.
Die momentan 160 vorhandenen Masten auf dieser Strecke werden zurückgebaut und durch 109 neue ersetzt, so dass sich die Gesamtzahl erheblich reduziert. Die neuen Masten werden durch Bohrpfahlfundamente platzsparender als die alten, wodurch eine geringere Bodenverdichtung erzielt wird. Da die Leitungen für 380, statt momentan 220 kV Wechselstrom eingerichtet werden, erhalten die neuen Masten eine Höhe von etwa 70 m gegenüber momentan rund 36 m.
Zudem wird für die Rheinquerung die Möglichkeit einer Untertunnelung geprüft, jedoch nach jetzigem Kenntnisstand nicht bevorzugt, denn die würde auf jeder Seite des Rheins die Errichtung einer Kabelübergabestation von etwa der Größe eines Fußballfeldes bedingen und so zusammen mit dem Tunnel selber auf etwa 10 km einen immensen Eingriff in das Schutzgut Boden und besonders in das entsprechende Naturschutzgebiet bedeuten.
Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren wird Amprion voraussichtlich im Herbst dieses Jahres bei der Bezirksregierung Düsseldorf einreichen und somit das Genehmigungsverfahren mit allen gesetzlichen Vorgaben in Gang setzen.
„Bei der heutigen Veranstaltung“, so Claas Hammes, bei Amprion zuständig für Unternehmenskommunikation, „handelt es sich um eine frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung vor dem behördlichen Verfahren, denn uns ist wichtig, die Bürgerinnen und Bürger bereits im Vorfeld zu informieren“.
Immer wieder taucht die Frage auf, warum die gesamte Leitung nicht unterirdisch verlaufen kann. Die Antwort resultiert in der Eigenschaft des Wechselstroms, ständig die Fließrichtung zu ändern. Dies würde auf größere Entfernungen erhebliche Energieverluste verursachen. Aus diesem Grunde ist für unterirdische Leitungen dieser Länge ausschließlich Gleichstrom geeignet. Dazu müsste beim Produzenten der entstandene Wechselstrom vor der Einleitung in den Boden an einer Kabelübergabestation über einen Konverter in Gleichstrom und an den Verbrauchsstellen wieder in Wechselstrom umgewandelt werden.
Diese Technik wird Amprion allerdings zur Leitung des Stroms aus dem Norden in den Süden nutzen. Hier wird Gleichstrom aus Windkraft über die gesamte Strecke aus dem Norden Niedersachsens nach NRW geleitet, dort in Wechselstrom umgewandelt und ins Verteilernetz eingespeist. Diese Trasse „A Nord“ wird ihren Verlauf unterirdisch von Emden bis Osterath nehmen. Allerdings ist man hier noch auf der Suche nach dem geeigneten Korridor, der eine Breite von einem Kilometer aufweisen muss.
Geplant ist die Inbetriebnahme des erneuerten Netzes möglichst für das Jahr 2025/2026. Bis dahin wird Amprion etwa fünf Milliarden Euro in den Umbau investiert haben.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Betreibers unter https://www.amprion.net/Netzausbau/Aktuelle-Projekte/Niederrhein-Wesel-Osterath/.

Randolf Vastmans

Zwei von 16 Mitarbeitern des Netzbetreibers Amprion, die den Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort standen. Claudia Merdickerhoff und Claas Hammes
Reges Interesse herrschte von Seiten der Bürger an der Informationsveranstaltung
Autor:

Randolf Vastmans aus Xanten

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