„Wohin mit uns?“

"Wo sollen wir hin?", fragen die Mädchen des Internationalen Mädchentreffs. Foto: Wolf-Dedo Goldacker
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Dunkle Wolken über der Freiheitstraße: Der Internationale Mädchentreff schließt ab dem 1. Juli an drei Tagen in der Woche seine Pforte. Vor drei Jahren wurde das Projekt „Internationaler Mädchentreff“ mit Geldmitteln der „Aktion Mensch“ in der Freiheitstraße installiert. Allerdings war die volle finanzielle Förderung nur auf drei Jahre befristet.

Integration, Bildung , Selbstbewusstsein und Gesundheit von weiblichen Teenagern - vornehmlich mit Migrationshintergrund - sollten nachhaltig gefördert werden.
Ehrgeizige Ziele, die aber durch die beharrliche Vertrauensarbeit der Sozialpädagoginnen Rabea Tutas und Paulina Kowalczyk erreicht wurden. „Wir kommen gerne hier her. Hier gibt es ein Programm. Hier können wir malen, Billard spielen, Kickern, Freundinnen treffen und sogar Hausaufgaben machen“, lobt die 12-jährige Hadil den Treff, den sie dreimal in der Woche besucht. Und Fatima (12) pflichtet ihr bei: „Hier ist etwas los. Wir haben sogar Ausflüge in den Movie Park mit Paulina und Paulina gemacht. Die beiden sind klasse und müssen unbedingt bleiben.“
So stand es auch auf Plakaten, die die Mädchen bei ihrer Protestaktion am Mittwoch mit sich führten.
Das Vertrauen und die Zuneigung der Mädchen zu ihren Betreuerinnen ist groß. „Wir können mit ihnen über unsere Probleme reden und sie auch lösen“, berichtet die 14-jährige Zeyneb. „Und hier gibt‘s keine Jungs, die uns ärgern oder stören“, erklärten mehrere Besucherinnen.
Bisher war der Mädchentreff Sonntag bis Donnerstag von 14 bis 19 Uhr geöffnet. Rund 20 Mädchen besuchen ihn täglich, allerdings im Wechsel. Träger der Einrichtung sind die Bochumer VIA und die Ev. Stiftung Overdyk. Sie stellten jeweils eine Sozialpädagogin zur Verfügung, Ihre Anstellungsverträge laufen zum 30 Juni aus.
Dann wird das Angebot des Internationalen Mädchentreffs drastisch reduziert. Er wird nur noch donnerstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr geöffnet sein. Betreut werden die Mädchen dann von Honorarkräften, die schon jetzt zum Team gehören. „Wir werden beliebte Angebote, z. B. den Nähkurs, weiterführen“, erklärt Susanne Trappe. Die Bereichsleiterin bei der Stiftung Overdyck bezeichnet das bisherige Projekt als großen Erfolg: „In den letzten drei Jahren hat der Mädchentreff einen wachsenden Zulauf gehabt und er genießt bei den Migrationsfamilien einen guten Ruf. Viele der Mädchen konnten hier Erfolgserlebnisse verbuchen.“
Dass der Mädchentreff überhaupt - in abgespeckter Form - weiterlaufen kann, ermöglicht die Stadt Bochum. Sie zahlt die Miete für die Räumlichkeiten.
Susanne Trappe: „Wir verhandeln mit Gruppen, die auch Jugendarbeit speziell für Mädchen betreiben. Sie könnten an den „freien“ Tagen die Räume nutzen.“

Autor:

Lokalkompass Wattenscheid aus Wattenscheid

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