Und ewig kippen die Laster…

Auf dem Gelände nördlich des Friedhofes in Günnigfeld wird momentan jede Menge Material bewegt. Die Bezirksregierung hat an dieser Stelle einen Wall von bis zu acht Meter Höhe genehmigt. Der geneigte Betrachter fragt sich: Warum eigentlich?
  • Auf dem Gelände nördlich des Friedhofes in Günnigfeld wird momentan jede Menge Material bewegt. Die Bezirksregierung hat an dieser Stelle einen Wall von bis zu acht Meter Höhe genehmigt. Der geneigte Betrachter fragt sich: Warum eigentlich?
  • hochgeladen von Ingo Niemann

In Günnigfeld rollen nördlich des Friedhofes die Bagger und Laster. Dies hängt allerdings nicht mit dem Bau der Ortsumgehung, sondern mit Aktivitäten auf dem Gelände einer eigentlich ehemaligen Deponie zusammen. Wie zu hören ist, hat die Bezirksregierung für diese Stelle einen Wall genehmigt. Der besteht aber nicht aus gänzlich harmlosen Material.

Denn: Was von der Genehmigungsbehörde lapidar als „Wall“ bezeichnet wird, ist in meinen Augen nichts anderes als eine Deponieerweiterung durch die Hintertür. Das profitierende Unternehmen kann jetzt nicht nur den entnommenen Sand kostengünstigst zur Deponieabdeckung nutzen, es darf auch gewinnbringend einen Haufen aus Schlacken und Aschen aus Hausmüllverbrennungsanlagen aufschütten. Das Loch ist nach meiner Beobachtung 300 Meter lang und 20 Meter breit. Bei 3 Meter Aushub und 8 Meter erlaubter Wallhöhe passt da einiges hinein - jeder kann sich ungefähr ausrechnen, wie viele Tonnen da am Ende hinter dem Friedhof landen werden. Aber wir müssen uns ja keine Sorgen machen, an die zugelassenen Stoffe werden ja strenge Qualitätsanforderungen gestellt und diese werden ja auch regelmäßig vor Ort kontrolliert.

Also ist die Aufregung übertrieben? Ich meine nein! Zu viele Fragen sind offen. Steht der Wall tatsächlich auf rechtlich sicheren Füßen? Ist die Fläche Bestandteil der uralten Deponiegenehmigung? Warum hat die Bezirksregierung den Wall in dieser Form überhaupt genehmigt? Warum werden wir als Bürger nicht informiert? Was wusste die Stadt von den Planänderungen? Hat sie etwas unternommen? Wie oft waren seit Beginn der Arbeiten tatsächlich Kontrolleure vor Ort und haben geprüft, ob die strengen Qualitätsanforderungen eingehalten werden? Und: Was ist eigentlichen aus den Vorwürfen an die Firma, Abfälle in nichterlaubter Form abgelagert zu haben, geworden?

Übrigens: Die Umgehungsstraße musste im westlichen Bereich so nah an die Häuser der Osterfeldstraße gebaut werden, weil die Alternative zu dicht am Friedhof verlaufen wäre. Die Totenruhe hätte gestört werden können. Schlacken haben da offenbar deutlich weniger Störpotential.

Autor:

Ingo Niemann aus Wattenscheid

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