SGW: Riesen-Moral – Sieg in Unterzahl

Riesenjubel nach dem Siegtreffer von Sebastian van Santen kurz vor dem Ende. Foto: Peter Mohr
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War das eine tolle Partie! Die SG Wattennscheid 09 besiegte am Samstag im Lohrheidestadion Alemannia Aachen mit 1:0, obwohl die Toku-Truppe mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl spielen musste.

Wenn noch ein Beweis nötig war, dass die Regionalliga-Elf von der Lohrheide trotz der Turbulenzen in den letzten Wochen absolut top funktioniert, dann lieferten ihn die 09er am Samstag in eindrucksvoller Weise.
„Ich muss Wattenscheid ein Kompliment machen. Sie haben verdient gewonnen“, meinte Gästetrainer Fuat Kilic nach der Partie, die mit 15-minütiger Verspätung begonnen hatte, weil Alemannia-Fans die Kassen an der Osttribüne gestürmt hatten und erst durch einen massiven Polizeieinsatz wieder Ruhe einkehrte.
„Glückwunsch an das ganze Team, auch an die Mannschaft hinter der Mannschaft. Wir halten zusammen, wir werden eine Mannschaft bleiben bis zum Ende. Die Einwechselspieler haben diesmal richtig Schwung gebracht“, so 09-Trainer Farat Toku, der in seinem achten Spiel gegen Alemannia als Coach der SGW seinen achten Sieg feierte.
In der ersten halben Stunde spielten beide Teams zwar mutig mit offenem Visier nach vorne, doch die 100-prozentigen Torchancen blieben auf beiden Seiten eine Rarität. Nach einem schnellen Konter über Cellou Diallo traf Emre Yesilova in der 15. Minute nur den Außenpfosten. Der Ex-Aachener agierte zunächst vorne als „Alleinunterhalter“, Sebastian van Santen und der grippegeschwächte Kapitän Nico Buckmaier saßen zunächst nur auf der Bank.
Zweimal konnte der offensivstarke „Nick“ Abdat über die linke Seite Gefahr entfachen. In der 24. Minute konnte Aachens Schlussmann Zeaiter Abdats Hereingabe nicht festhalten, doch Berkant Canbuluts Schuss aus vier Metern wurde von einem Feldspieler noch von der Linie gekratzt. Kurz vor dem Pausentee war Zeaiter nach einer scharfen Flanke von Abdat die berühmten Zentimeter eher am Leder als Emre Yesilova.
Kurz zuvor war Aachens Idrizi mit einem Fernschuss am Querbalken gescheitert.

Ampelkarte gegen Diallo

Nach dem Seitenwechsel ging es mit unvermindert hohem Tempo weiter. Emre Yesilova scheiterte in einer 1-1-Situation nach Canbulut-Zuspiel am Aachener Schlussmann (50.), nachdem Schiedsrichter Schuh – trotz eines harten Fouls- die Vorteilsregel zur Anwendung brachte. Wenig später stand der Referee wieder im Mittelpunkt, als der bereits mit gelb vorbelastete Cellou Diallo weit in der Aachener Hälfte ziemlich ungestüm in einen Zweikampf gegangen war. Die Ampelkarte war die Konsequenz, und die Toku-Truppe musste 33 Minuten in Unterzahl agieren.
Mit viel Leidenschaft und großer Laufbereitschaft kompensierten die Lohrheidekicker die numerische Unterlegenheit, konnten allerdings nicht verhindern, dass Aachens Imbongo zwei Großchancen hatte. Einmal traf er aus kurzer Distanz das Leder nicht richtig (70.), dann stand bei einem Kopfball das Aluminium des Querbalkens (76.) im Weg.
In den letzten zehn Minuten mobilisierten die Hausherren noch einmal die letzten Reserven und erspielten sich zwei „Hochkaräter“. Erst Nico Buckmaier (84.), dann Matthias Tietz (86.) - zweimal hatte Aachens Schlussmann Zeaiter klären können. Nicht jedoch in der 89. Minute, als das Leder nach einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld bei Sebastian van Santen landete. Der schaute 30 Meter vor dem Tor einmal kurz hoch, sah, dass der Alemannia-Keeper nicht gut postiert war und zog aus der Distanz ab. Danach Riesenjubel im 09-Lager. „Das tut in unserer Situation natürlich doppelt gut“, so Coach Farat Toku, der sich am Dienstag zu einem Gespräch mit Aufsichtsratschef Oguzhan Can treffen wird.

Sancaktar, Popovic, Korczowski, Schneider, Unzola, Tietz, Corboz, Abdat (88. Obst), Canbulut (75. Buckmaier), Diallo, Yesilova (80. van Santen)

Tor: 1:0 van Santen (89.)

Zuschauer: 800

Gelbe Karten: Diallo (45.) - Müller (59.), Fiedler (65.)

Gelb-Rote Karte: Diallo (57.)

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