Sie entschärfte die Bombe an der Leibnizstraße - Einzige Sprengmeisterin in NRW

Sprengmeisterin Tanya Beimel.
  • Sprengmeisterin Tanya Beimel.
  • Foto: Bezirksregierung Arnsberg
  • hochgeladen von Holger Crell

Tanya Beimel ist (zumindest) NRW-weit die erste Frau, die als Sprengmeisterin beim staatlichen Kampfmittelbeseitigungsdienst arbeitet. Im Juli nahm sie ihre Tätigkeit bei der Bezirksregierung Arnsberg auf - und kürzlich meisterte die gebürtige Dingolfingerin (Bayern) ihren mittlerweile vierten Einsatz im Auftrag des Landes.

"Bombenentschärfung wie im Bilderbuch" - so eine Lokalredaktion in Bochum
in dieser Woche über die erfolgreiche Arbeit des Arnsberger Kampfmittelräumdienstes. Um 15.16 Uhr hatte sich Tanya Beimel am Montag (26. August) an die Entschärfung der US-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gemacht - und um 16.59 konnte sie den Journalisten das entschärfte Zehn-Zentner-Stück präsentieren. Sprengkraft: 500 Kilo. Grund genug für die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz, vorab 1300 Bewohner im Radius von 500 Metern rund um die Leibnizstraße zu evakuieren.

Der Blindgänger war - wie häufig - bei Luftbildauswertungen lokalisiert
worden. Vor Ort stellte sich dann heraus, dass er in einer Tiefe von 2,50
Meter unter einem Gartenteich lag. Für Truppführerin Tanya Beimel und ihre
Kollegen kein Problem: "Es war meine vierte Bombe, die ich für den
Regierungsbezirk Arnsberg entschärft habe", erzählte die 43-jährige nach dem
geglückten Einsatz. "Ich war konzentriert, aber überhaupt nicht nervös. Wir
sind gut ausgebildet und wissen genau, was wir tun."

Tanya Beimel konnte bereits viel Erfahrung vorweisen, als sie sich im Oktober
2012 bei der Bezirksregierung bzw. dem KBD Westfalen-Lippe am Standort Hagen bewarb. Seit 2005 war sie als Hilfstruppführerin, seit 2007 dann als
Truppführerin und Räumstellenleiterin für Unternehmen in Salzburg und
Finowfurt, Celle und Düren tätig, die - im Auftrag des Staates - an der
Kampfmittelbeseitigung beteiligt sind. Zuletzt war sie dabei oft im
Regierungsbezirk Arnsberg unterwegs. "In diesem Gebiet sammelte ich
zahlreiche Erfahrungen in der Bergung von Bomben unter schwierigen
Bedingungen, sodass mir das aufgeführte Anforderungsprofil weitgehend bekannt ist", schrieb sie in ihrer Bewerbung.

Fundierte Ausbildung

Vorausgegangen waren diverse Lehrgänge: "Eine Laufbahn als Feuerwerkerin bei
der Bundeswehr war zu Beginn meiner beruflichen Tätigkeit für Frauen noch
nicht möglich. Ich absolvierte daher die bestmögliche Ausbildung im zivilen
Bereich - mit drei Lehrgängen als Sondiererin/Munitionsräumerin,
Hilfstruppführerin und Truppführerin an der Sprengschule Dresden", so Tanya
Beimel. Dort sei sie eine von bis heute acht Frauen gewesen, die diese
Ausbildung absolvierten - und die erste bundesweit, die es danach in den
Staatsdienst schaffte. (Eine zweite Frau tritt nach Informationen der
Bezirksregierung Arnsberg am 01.09. in einem staatlichen
Kampfmittel-Zerlegebetrieb in Sachsen ihren Dienst an.)

Bevor Tanya Beimel sich vor knapp zehn Jahren auf das "Männerterrain"
Kampfmittelbergung begab, war sie in ganz anderen Branchen beschäftigt - u.a.
als Inhaberin / Geschäftsführerin von Tennis- und Squashcentern. Nach dem
Abitur in München (1989) hatte sie ein berufsbegleitendes Fernstudium zur
Sportfachwirtin (IHK) erfolgreich abgeschlossen.

Autor:

Holger Crell aus Wattenscheid

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