Die Schachgemeinschaft Höntrop 1947 stellt sich vor - Bericht zur "Sportschau Bochum 2012" des Bochumer Stadtsportbundes

Nach erneutem Aufstieg in der Saison 2011/2012 spielt die 1. Mannschaft nach Jahren wieder in der Verbandsliga
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  • Nach erneutem Aufstieg in der Saison 2011/2012 spielt die 1. Mannschaft nach Jahren wieder in der Verbandsliga
  • hochgeladen von Michael Drzasga

Im Jubiläumsjahr 2012 – zum 65 jährigen Bestehen des Vereins –
feiern wir die größten Erfolge

Die fünf Gründer unseres Vereins, Josef Mönig, Dr. Werner Schulte-Vorhoff, Franz Herden, Fritz und Hugo Weyers, die mit sechs weiteren am 16.11.1947 die Schachgemeinschaft Höntrop 1947 ins Leben riefen, hofften sicherlich, dass der Verein auch heute noch besteht. Seit 1948 nehmen unsere Mitglieder am Spielbetrieb teil und gleich im ersten Jahr gelang der 1. Mannschaft der Auf­stieg in die damalige B-Klasse. Die Mitgliederliste vom 7.8.1949 wies bereits 41 Mitglieder auf!

Der Schachsport wird in Einzelturnieren und Mannschaftskämpfen ausgetragen. Es wird in verschiedenen Klassen gespielt, die höchste Mannschaftsliga heißt wie beim Fußball: 1. Bundesliga. Bei den Mannschaftskämpfen treten in den Ligen zehn Mannschaften mit jeweils acht Spielern an. Gewinnt ein Spieler, erhält er einen Punkt, bei einem Unentschieden (Remis) einen halben. Für die Mannschaftswertung werden die Ergebnisse der Spieler zusammengezählt, so kann durch ein 4 : 4 der Mannschafts­kampf auch unentschieden enden. Die Mannschaftskämpfe laufen über eine Spiel­saison, diese beginnt im August und endet im Juni des folgenden Jahres. Nach dem Aufstieg wird erst in der nächsten Saison in der höheren Klasse gespielt. Bei Einzel- und Pokal­turnie­ren hingegen, kann man innerhalb einer Saison von der Bezirksebene bis zur Deutschen Meisterschaft gelangen.

Der größte Unterschied zwischen Schachsport und freien Partien ist der Einsatz der Schachuhr. Sie ermöglicht die Unterscheidung dreier Turnierformen. Bei einer Blitzpartie hat jeder Spieler fünf min, beim Schnellschach meist 20 min und bei Turnierpartien bis zu drei Stunden Bedenkzeit. Im Durchschnitt hat ein Spieler bei der langen Bedenkzeit, den Turnierpartien, etwa 3 min pro Zug. Die Einzelspieler oder Mannschaften können von der Kreis- über die Bezirks- und Verbands-, zur Landesebene bis zur Deutschen Meisterschaft gelangen. Die Schachuhr entscheidet oft auch über den Sieg. Gelingt es einem Spieler nicht vor Ablauf der Bedenkzeit den Gegner matt zu setzen oder sich auf ein Remis zu einigen, verliert er die Partie durch Zeitüberschreitung.

Das Jubiläumsjahr 2012 wurde das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der SG Höntrop 1947!

Drei unserer fünf Mannschaften, die 1., 3. und 4. Mannschaft, stiegen in die höhere Liga auf. Die 2. Mannschaft konnte, nach Aufstieg in der letzten Saison, die Klasse halten. Die 1. Mann­schaft (1. Foto) stieg bereits zum zweiten Mal hintereinander auf und erreichte nach Jahren wieder die Verbands­liga des Schach­verbandes Ruhrgebiet, die bisher höchste Liga, in der ein Team der SG Höntrop 1947 spielte. Dies wurde in folgender Aufstellung erreicht: Brett 1 (Spitzen­brett) Ludger Oberbarnscheidt, 2 Detlev Wolter, 3 Jörg Rostek, 4 Michael Drzasga (Mann­schafts­­­kapitän), 5 Sascha Winter­kamp, 6 Lars Hampe, 7 Eckhard Funke und 8 Peter Saphir.
Auch die 5. Mannschaft, die zum größten Teil aus Jugendspielern besteht, war sehr erfolgreich. Sie hätte am Ende der Saison 2011/2012 auch aufsteigen können. In den unteren Spielklassen besteht eine Mannschaft nur aus vier bzw. sechs Spielern. Die 4. Mannschaft benötigte durch den Aufstieg zwei weitere Spieler, die 5. Mannschaft hätte dann auch zwei weitere Spieler benötigt. Unser Verein hatte aber keine weiteren Mitglieder. So musste die 5. Mannschaft auf den Aufstieg verzichten.

Bei der kürzesten Bedenkzeit – im Blitzschach – gelang uns bei der Mannschaftsblitzmeisterschaft nach Jahren durch einen dritten Platz im Bezirk, endlich wieder die Qualifikation für die Verbandsmeisterschaften. Unser Team schlug sich in der Aufstellung Detlev Wolter, Ludger Oberbarnscheidt, Jörg Rostek und Bernd Fitz hervorragend. Unser Team erreichte unter größten­teils höherklassigen Mannschaften mit Platz neun, bei 17 teilnehmenden Teams, das Mittelfeld.

In der Saison 2011/2012 waren wir Ausrichter der Bezirkseinzel­meister­schaften, aus diesem Grunde nahmen einige Spieler der SG Höntrop 1947 teil. Detlev Wolter – der Spitzen­spieler unserer ersten Mannschaft – wurde nach sieben Partien, in der er als einziger der 21 Teilnehmer keine Partie verlor, Bezirksmeister! Damit qualifizierte er sich für die Verbands-Einzelmeisterschaften, bei denen er nach weiteren sieben Partien Platz drei erreichte und sich damit für die NRW-Einzelmeisterschaften qualifizierte. Das ist zumindest in den letzten 30 Jahren keinem Spieler in der Vereinsgeschichte der SG Höntrop 1947 gelungen und somit eine ganz besondere Leistung! Leider konnte er nicht an der Landesmeisterschaft teilnehmen.

Wie beim Fußball gibt es neben den Meisterschaften – Jeder gegen Jeden – auch Pokalturniere, bei denen nur der Sieger die nächste Runde erreicht. Folgende Fotomontage (2. Foto) zeigt Eindrücke aus Runde 1 der Bezirks-Mannschafts-Pokal­meister­schaft der Saison 2011/2012, an der über 100 Spieler teilnahmen. Als Veranstalter traten wir als einziger Verein mit fünf Mannschaften an! Leider erreichte nur die Erste die nächste Runde und schied unglücklich gegen ein stärkeres Team aus.

In der noch laufenden Saison 2012/2013 lief es im Mannschaftspokal etwas erfolgreicher. Nachdem wir mit vier Teams gestartet waren, erreichte die erste Mannschaft die dritte Runde, das Viertelfinale, dort schied sie aber gegen ein gleichwertiges Team knapp aus.

Neben dem Mannschaftspokal nehmen auch Spieler unseres Vereins am Bezirks-Einzelpokal teil. In der Saison 2011/2012 kam Sascha Winterkamp bis ins Halbfinale und scheiterte dort unglück­lich. Auch in dieser Saison 2012/2013 ist der Bezirks-Einzelpokal bereits bis zum Halb­finale fortgeschritten. Detlev Wolter und Michael Drzasga stehen in der Vorschlussrunde, und mit dem nötigen Glück könnte es zu einem reinen Höntroper Bezirksfinale kommen, das gab es noch nie!
Zum 65 jährigen Vereinsbestehen richteten wir im Mai 2012 ein Jubiläums-Schnellschach­turnier aus. Es ging über vier Abende, jeden Abend gab es Geldpreise von 65 Euro zu gewinnen, je ein Euro für jedes Jahr unseres Bestehens. Die besten drei der vier Abende gingen in die Gesamt­wertung ein, der Gesamtsieger gewann 130 Euro. Insgesamt nahmen 42 Spieler teil, darunter auch ein Internationaler Meister (IM) Mikhail Zaitsev, der in der 2. Bundesliga spielt. Drei Abende gewann der IM klar und somit auch die Gesamt­wer­tung. Aber an einem Abend konnte Detlev Wolter ihn in einer schönen Partie besiegen. Leider kam Detlev mit nur zwei gespielten Terminen nicht in die Gesamtwertung, denn er hatte gute Chancen auf Platz zwei. Michael Drzasga wurde somit auf Platz fünf bester Höntroper, Sascha Winterkamp lag nur knapp dahinter auf Platz 6.

Jedes Jahr, mittlerweile bereits seit 33 Jahren, veranstalten wir in den Ferien das Schnellschach-Sommer-Turnier. Das Traditionsturnier lockte auch 2012 wieder 31 Spieler aus dem Umkreis zu uns, denn es gab einige Geldpreise zu gewinnen. Wie beim Jubiläumsturnier hatte jeder Spieler 20 min Bedenkzeit. Erneut nahm Mikhail Zaitsev teil, dem IM war der Titel nicht zu nehmen, aber Detlev Wolter verteidigte im starken Verfolger­feld Platz zwei. Vierter wurde Sascha Winterkamp.

Die Vereinsturniere dominierte Ludger Oberbarnscheidt. Er gewann die Pokalmeister­schaft, die Blitz­meisterschaft und das Schnellschach­turnier. Die speziellen Blitzturniere zu Ostern und Weihnachten gewann Detlev Wolter. Speziell sind die beiden Turniere, da eine besondere Schachuhr eingesetzt wird, die alle fünf Sekunden „dröhnt“ und dann muss gezogen werden! Jeder Teilnehmer gewinnt am Ende einen Preis, dabei darf der Sieger als erster seinen Gewinn auswählen.

Neben den Wettkämpfen nahmen wir Anfang der Saison 2011/2012 auch mit einem Schach­stand beim Höntroper Gemeindefest teil (3. Foto). Von 12 bis 18 Uhr spielten wir mit Kindern, Jugend­lichen und Erwachsenen. Es gab auch ein Gewinn­spiel, bei dem wenigstens eine von vier korrekt gelösten Schachaufgaben in der Lostrommel landen musste, je mehr Aufgaben man löste, desto höher die Chance gezogen zu werden. Der Hauptgewinn war selbst­ver­ständlich ein Schach-Set! Zusätzlich trat Ludger Oberbarnscheidt, einer unserer Besten, gegen acht Herausforderer im Simultan-Schach an. Trotz kaltem Wetter hatten alle viel Spaß!

Vereinsausflüge dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen (4. Foto). Der Ausflug mit Mitgliedern, deren Partnern und Familien zum Hagener Freilichtmuseum hat allen gefallen. Eine Museumsführung brachte uns eindrucksvoll die alte Zeit näher. Leckeres Brot, das nach altem Rezept im historischen Schanzenofen in der Backstube gebacken wurde, war begehrt. Wieder in Höntrop eingetroffen, ließen wir den Abend noch in der Gaststätte „Molos“ ausklingen.

Unser Vereinsabend findet übrigens jeden Freitag ab 18:30 Uhr statt.
Spielort: Ev. Jugend Höntrop, Emilstraße 6 in 44869 Bochum (Wattenscheid-Höntrop).
Gäste jeden Alters sind gern gesehen! Derzeit haben wir 37 aktiv in den Mannschaften spielende Mitglieder, darunter vier Jugendliche, die auch regelmäßig zu den Vereinsabenden erscheinen. Der Vereins­abend beginnt meist mit dem Jugendtraining, in dem nicht nur die Partien der Mannschafts­kämpfe der Jugendlichen analysiert werden.

Wer gern noch ein wenig mehr über unseren Verein erfahren möchte kann sich mithilfe unserer ausführlichen Homepage informieren: Homepage der SG Höntrop 1947

Michael Drzasga (Spielleiter und Webmaster der Schachgemeinschaft Höntrop 1947)

Autor:

Michael Drzasga aus Wattenscheid

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