SGW: Erfolg funktioniert nur im Kollektiv

SGW-Trainer Farat Toku ließ im Gespräch mit Stadtspiegel-Mitarbeiter Peter Mohr den bisherigen Saisonverlauf Revue passieren. Foto: Holger Crell
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Bisher läuft es bei der SG Wattenscheid 09 erfreulich gut - zumindest auf dem Platz. Trainer Farat Toku stand beim Besuch der Stadtspiegel-Redaktion Rede und Antwort.


Es hätte ein ganz entspanntes, weil spielfreies Wochenende für Dich sein können. Und dann gab es doch Turbulenzen. Wie hast Du vom Rücktritt des 1. Vorsitzenden Frank Kolberg erfahren?

Ich habe es am Samstag erfahren, und es war für mich schon ein kleiner Schock. Jetzt sind andere Leute gefragt, die Verantwortung zu übernehmen.

Und wie ist die Mannschaft damit umgegangen?
Wir versuchen uns völlig auf den sportlichen Bereich zu konzentrieren und erfolgreich für den Verein zu spielen.

Das ist bisher hervorragend gelungen. Hand aufs Herz: Hast Du das erwartet, dass ihr Mitte Oktober (punktgleich mit Viktoria Köln) auf dem 5. Platz steht, oder bist Du selbst ein wenig überrascht?
Ich weiß, was wir in der Vorbereitung geleistet haben, und ich war von Anfang an von der Mannschaft überzeugt. Ich wusste, dass wir (wenn die Rahmenbedingungen stimmen) eine gute Saison spielen können.

Ich kann mich noch sehr gut an die Saisonvorbereitung erinnern und die kritischen Stimmen, die nach der Verpflichtung eines Stoßstürmers riefen. Und nun stellt ihr die zweitbeste Offensivreihe...
Dass wir so in der Offensive glänzen, ist unserer Flexibilität zu verdanken und ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Aber einen starken Stoßstürmer, den kann jede Mannschaft gut gebrauchen.

Am guten Offensivspiel haben zwei Spieler maßgeblichen Anteil, die in der letzten Saison nicht gerade zu den Sympathieträgern gehörten und die einen unglaublichen Wandel durchgemacht haben. Ich meine Burak Kaplan und „Günni“ Kaya. Was hast Du gemacht, dass die beiden so auftrumpfen und plötzlich ausgesprochen diszipliniert spielen?
(lacht) Ich haben ihnen einen neuen Chip eingesetzt. Nein, im Ernst. Wir haben viele Gespräche geführt, und es war ja auch meine Aufgabe als Trainer, ihnen klar zu machen, dass man Erfolg nur im Kollektiv haben kann. Was Burak und „Günni“ fußballerisch drauf haben, das war schon lange bekannt.

Selbst in den verloren gegangenen Spielen gegen die Spitzenteams aus Lotte und von Viktoria Köln hatte man nie das Gefühl, dass die Mannschaft chancenlos war. Muss man das Saisonziel nicht korrigieren?
Wir haben jetzt zwei Drittel der Vorrunde geschafft und noch nichts erreicht. Mit 20 Punkten würde man am Saisonende absteigen. Wir müssen uns weiterhin jeden Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt erkämpfen.

In diesem Monat stehen noch die Partien gegen Schalke, Oberhausen und Kray an. Bis auf Demir Tumbul sind alle Spieler fit. Was darf man erwarten?
Demir steigt in wenigen Tagen auch wieder ins Training ein. Das sind jetzt drei Spiele mit Derbycharakter, auf die wir uns gezielt vorbereiten werden. Ich plane stets von Spiel zu Spiel und warne weiterhin vor überzogenen Erwartungen. Wir haben bisher gut abgeschnitten, gar keine Frage, wir stehen momentan vor RW Oberhausen, Alemannia Aachen und RW Essen. Das war nicht zu erwarten, aber das ist auch kein Freifahrtschein für die nächsten Spiele.

Der Erfolg und das teilweise grandiose Auftreten der Mannschaft könnte bei der Konkurrenz Begehrlichkeiten wecken. Muss man fürchten, dass in der Winterpause einige Spieler abgeworben werden?
Das wird es bestimmt geben. Das ist im Fußball aber völlig normal und darauf könnten wir doch sogar stolz sein. Ich gehe aber davon, dass kein Spieler weg will und dass auch niemand verkauft werden muss.
Vielen Dank für das Gespräch

Autor:

Peter Mohr aus Wattenscheid

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