ASP kommt - fragt sich nur wann! Das macht der Kreis gegen die Afrikanische Schweinepest

Archiv-Foto: Foto Magalski

„Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Afrikanische Schweinepest auch zu uns kommt“, ist sich Klaus Horstmann, Fachdienstleiter Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Fischerei, sicher.

Er hielt dazu in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Mittwoch, 7. März, einen Vortrag zur Afrikanischen Schweinepest. Die Folgen eines Ausbruchs in Deutschland wären verheerend: Infizierte Bestände müssten gekeult werden und ein Zusammenbruch des Handels mit deutschem Schweinefleisch wäre zu erwarten, ebenso wie gravierende wirtschaftliche Schäden für die heimischen Betriebe.

Das Ausbreitungsrisiko minimieren

Wirksame Gegenmaßnahmen wären das Fernhalten des Schwarzwildes von gefährlichen Abfällen entlang der großen Fernverkehrsstraßen sowie die Reduzierung der hohen Schwarzwildpopulationen. Sogenannte revierübergreifende Drückjagden gelten als effektives Mittel, um die Population zu reduzieren. Diese müssen allerdings gut organisiert sein. Da Drückjagden revierübergreifend stattfinden müssen, ergibt sich ein hoher finanzieller und organisatorischer Aufwand für die Verkehrssicherung, wenn stark befahrene Straßen betroffen sind. Horstmann betonte, dass jegliche Gegenmaßnahmen das Ausbreitungsrisiko allerdings nur minimieren könnten und ergänzte: „Wir können die Bestandsreduzierung beim Schwarzwild nur gemeinsam mit den Jagdbehörden, Jägern und Landwirten lösen, indem wir beispielsweise die Bejagungsmöglichkeiten in den landwirtschaftlichen Kulturen verbessern. Dies können wir zum Beispiel durch die Anlage von Schussschneisen insbesondere im Mais sehr gut erreichen.“

Einiges ist bereits umgesetzt. So ist in Nordrhein-Westfalen seit Anfang Januar die ganzjährige Schonzeit bei Schwarzwild bis auf führende Bachen mit Frischlingen mit weniger 25 Kilogramm aufgehoben. Auch Nachtsichtgeräte könnten den Jägern helfen. Andere Bundesländer hätten hier bereits eine Lockerung umgesetzt. Sogenannte Abschussprämien lehnen aber sowohl die Kreisjägerschaft als auch die Verwaltung entschieden ab.

„Wir wollen das Schwarzwild ja nicht abschlachten und ausrotten“, so Klaus Horstmann.

Unterstützung bekam er dabei von der Kreisjägerschaft. „Wir haben auch einen klaren Jagdethos. Und die Schädlingsbekämpfung findet sich darin nicht wieder“, betonte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Alfred Nimphius. „Ein Einsatz öffentlicher Mittel könnte beispielsweise viel besser zur Förderung von Verkehrssicherungsmaßnahmen für revierübergreifende Drückjagden oder zur Absatzförderung von Schwarzwildbret genutzt werden.“

Autor:

Lokalkompass Kreis Wesel aus Wesel

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