Immer weniger Blumenwiesen

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Ich konnte mich schon immer am Anblick einer blühenden Wildblumenwiese erfreuen, aber den eigenen Garten in eine solche zu verwandeln, auf diesen Gedanken bin ich nie gekommen. Dazu brauchte es erst neue Nachbarn, die nun sehr gute Freunde sind und durch die ich in vielerlei Hinsicht gelernt habe, mit "neuen" Augen zu sehen. Jeder private Grundstückseigentümer sollte sich vor Augen halten, dass in unserer wirtschafts- und profitorientierten Welt fast nur noch die privaten Gärten als Oasen für die Natur möglich sind (Naturschutzgebiete, von denen es immer noch viel zu wenig gibt, einmal außen vor gelassen) und deshalb Gartenbesitzer eine sehr hohe Verantwortung tragen und aus ihren Grundstücken wieder das machen sollten, was sie einst waren: ein Stück Natur, das der Mensch sich nahm. Es ist an der Zeit, den sterilen Prestige-Vorzeigegärten den Rücken zu kehren und der Natur eine Chance zu geben! Dem Menschen muss klar werden, dass es in der Tat eine Minute vor Zwölf ist, so wie es auch in einem Bericht d. NRZ v. 25.06.2015 zu lesen ist! Erst wenn der Mensch wieder lernt, mit der Natur zu leben, anstatt sie zu zerstören, kann weiterem Artensterben in Flora&Fauna entgegen gewirkt werden! Bei der Garten Neu-/& Umgestaltung sollte an die Natur gedacht werden und jede Pflanze, jeder Strauch&Baum, der nicht mehr gefällt , sollte nicht einfach bedenkenlos entfernt werden, da diese Pflanzen Lebensraum für unsere notleidenden Wildtiere & Insekten sind. Auch das "Unkraut-Denken" ist falsch - bei den sogenannten Unkräutern handelt es sich um Wildkräuter der Natur, die einst der Menschheit zur Heilung und auch als Nahrung dienten! Der Mensch sollte wieder lernen, alle Lebewesen der Natur (Tier- und Pflanzenwelt) zu achten. Zu gesunden Böden gehören Bodenlebewesen und nicht künstlicher Dünger, denn die Bodenlebewesen oder verrottende Pflanzenteile bilden NATÜRLICHEN Dünger! Besonders verwerflich ist es auch, wenn im Dezember Tannen aus privaten Gärten, die Jahrzehnte brauchten, um groß und prächtig zu werden, und die vielen Vögeln und anderen Tieren Schutz, Nahrung & Brutmöglichkeit bedeuten, der Säge zum Opfer fallen für nur wenige Tage sogenannter "Christbaum-Freude"! Umweltbewusster und lebensachtender wäre der in alten Zeiten üblich gewesene Gabenbaum aus bereits leblosen Zweigen geformt. Die Menschen früher kreierten hieraus einen wunderschönen, bunt geschmückten Gabenbaum für die Festtage ohne dabei zuvor Leben zerstört zu haben.
In unseren giftfreien Biotop-Gärten mit einheimischen Wildblumen & unbeschnittenen einheimischen Gehölzen&Bäumen bieten wir bereits nun schon (nach nur etwas mehr als 2 Jahren nach Entstehung - und somit erst noch am Beginn!) vielen geschützten und vom Aussterben bedrohten Vögeln und anderen Tieren, incl. Faltern, Bienen, Hummeln, Käfern usw. - nebst Fledermaus, Hase&Igel (mittlerweile ebenfalls auf der "Roten Liste") - Lebensraum, Schutz & Heimat. Mit Läusen, Schnecken & Co. haben wir keine "Probleme", darüber freuen sich unsere Tiere in den Biotopen. Und Maulwürfe (ebenfalls "Rote Liste") sind eher des "Gärtners Glück" als Leid, denn die aufgehäufte Erde ist kostbar fruchtbarer Humusboden, der sehr gut als natürlicher Dünger verwendet werden kann! U.a. auch das sehr selten gewordene Braunkehlchen erfreut sich bei uns an einem Wiesenbereich mit hohen Süßgräsern, die es als Bodenbrüter benötigt. An dieser Stelle auch ein Appell an alle Katzenbesitzer: Nur die Wildkatze (ebenfalls "Rote Liste" Deutschlands) gehört als Jäger in die Natur - nicht aber unsere domestizierten Hauskatzen, die dort als sogenannte "Freigänger" großen Schaden in der Vogelwelt anrichten und auch die wehrlosen Babies der Igel&Hasen als leichte Beute betrachten. Ich bin selbst Katzen-Liebhaberin und mein Kater wurde in nur wenigen Wochen trotz jahrelangen Freigangs zuvor, zum glücklichen Stuben-Kater, der es mit mir und meinem Mann gemeinsam geniesst, nun auch selbst nicht mehr den Gefahren ausgesetzt zu sein, die die Menschheit "draussen parat hält": Straßenverkehr und Gifte in den Gärten !

Nichts ist wohltuender für die Seele als ein Stück Natur vor dem eigenen Heim - ein Nah-Erholungsgebiet voller Leben in lebendigem Grün und bunten Farben. Es summt und flattert, die Vögel singen ihre Lieder und die Vogelbabies zwitschern, Glühwürmchen und Mondenschein vor natürlich belassenen Bäumen & Gehölzen als Kulisse verzaubern in den Nächten und voller Erwarten harren wir der Grillen Zirpen gegen Ende des Hochsommers. Das ist Leben - und ein Stück weit täglichen " Urlaubs " vom Alltagsstress. Etwas, das JEDER aus seinem Garten machen kann, WENN er nur umdenkt und es zulässt !

Marion Güllekers & Nachbarn, Wesel

Autor:

Marion Güllekers aus Wesel

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