Innenstadt-Entwicklung Wesel macht Schule im Pott
Beirat „City-Marketing“ der Stadt Duisburg informiert sich über Weseler Gestaltungssatzung

Die Architekten Eva Christine Albrecht und Heinrich Hendrix vom Büro StadtLandNet sowie Martin Prior vom Fachbereich Stadtentwicklung (Stadt Wesel) führten die Delegation des Duisburger Beirats durch die Weseler Innenstadt.
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  • Die Architekten Eva Christine Albrecht und Heinrich Hendrix vom Büro StadtLandNet sowie Martin Prior vom Fachbereich Stadtentwicklung (Stadt Wesel) führten die Delegation des Duisburger Beirats durch die Weseler Innenstadt.
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In den vergangenen Jahren wurde die Weseler Innenstadt mit vielen Maßnahmen aufgewertet. Wesentlich dazu beigetragen haben die Gestaltungssatzungen „Großer Markt“ und „Innenstadt Wesel“. Sie könnten, wenn es nach dem Willen des Beirats „City-Marketing“ der Stadt Duisburg geht, auch Vorbilder für die Stadt Duisburg sein.

Eine Delegation des Duisburger Beirats informierte sich am Mittwoch, 2. Oktober, im Weseler Rathaus über Weseler Gestaltungssatzungen und wie sich Wesel nach dem Zweiten Weltkrieg baulich entwickelt hat. Auch ein Spaziergang durch die Weseler Innenstadt gehörte zum Besuchsprogramm.

Wesel wurde während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört. Die historische Innenstadt mit ihren alten imposanten Bauwerken aus der Vorkriegszeit war verschwunden. In den 1950er Jahren begann der Wiederaufbau der Stadt. Es entstanden Bauwerke in typischer 50er Jahre Architektur, zum Beispiel das Bühnenhaus, das alte Kreishaus am Herzogenring, das Gebäude der Stadtwerke Wesel (Kreuzstraße – heute Esplanade Center) oder das neue Rathaus am Mathenakreuz (heute Kaufhof).

In den folgenden Jahrzehnten wurden einige dieser Gebäude umgebaut oder sogar abgerissen. Dadurch ging der Innenstadt ein Stück der 50er Jahre Architektur verloren. Darüber wuchs innerhalb der Bevölkerung der Unmut.Bereits in den 1980er Jahre versuchte die Verwaltung, mit Mitteln aus einem Städtebauförderungsprogramm die Innenstadt aufzuwerten. So wurden unter anderem der Große Markt sowie der Kornmarkt umgestaltet.

Ein „großer Wurf“ gelang 2006: die Stadt Wesel wurde in das gemeinsame Förderprogramm des Bundes und der „alten“ Bundesländer „Stadtumbau West“ aufgenommen. Grundlagen waren das Weseler Innenstadtkonzept sowie der daraus abgeleitete Masterplan Innenstadt.

„Wir haben einen Wettbewerb zur Neugestaltung der Fußgängerzone durchgeführt. Unter reger Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Geschäftsleute unserer Stadt haben wir ein Gesamtpaket beschlossen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Viele Menschen, auch aus der Region, kommen gerne zum Einkaufen, Bummeln und Spazieren in unsere Innenstadt“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp mit Blick auf den Prozess zur Neugestaltung der Fußgängerzone. Parallel zur Einkaufsmeile konnte ebenfalls der Bahnhof samt Umfeld barrierefrei hergerichtet werden.

Darüber hinaus beschloss der Stadtrat, im Rahmen des „Stadtumbau West“ ein Beratungsangebot für Gebäudeeigentümer/innen zu schaffen. Seit 2012 können sich Interessierte durch das Architekturbüro StadtLandNet aus Duisburg beraten lassen. Die Architekten Eva Christine Albrecht und Heinrich Hendrix vom Büro StadtLandNet beraten, wie Gebäude modernisiert und gestalterisch verbessert werden können. Begleitet wird das Angebot von einem Fassadenprogramm, das ebenfalls zum „Stadtumbau West“ gehört. Dadurch können auch Privatpersonen Fördermittel für die Aufwertung ihrer Immobilien erhalten. Mit Hilfe des Fassadenprogramms konnten inzwischen 67 Objekte mit zusammen ca. 14.000 qm Fläche in der Weseler Innenstadt umgestaltet werden.
Fast 1,8 Millionen Euro wurden in die Fassaden investiert. Davon stammen knapp 450.000 Euro aus dem Fördertopf. Zusätzlich flossen bereits über

600.000 Euro in die Modernisierungsberatung. Auch diese Gelder sind Teil des Förderprogramms. Die Beratung kann nach wie vor in Anspruch genommen werden.
Grundlage für die Beratung sind die Gestaltungssatzungen „Großer Markt“ (2010) sowie „Innenstadt Wesel“ (2012). Sie regeln das Erscheinungsbild aller Gebäude im Stadtkern. So müssen bauliche Veränderungen einen erkennbaren gestalterischen Bezug zur baulichen Umgebung und zum Charakter der Innenstadt haben. Bei Außenfassaden zum Beispiel muss der architektonische Zusammenhang zwischen Erd- und Obergeschossen gewahrt bleiben.

Das Büro StadtLandNet stellte der Delegation Ziele und Inhalte der einzelnen Satzungen vor. Auch bereits durchgeführte Maßnahmen wurden erläutert. Um sich ein Bild davon zu machen, führten die Architekten Eva Christine Albrecht und Heinrich Hendrix die Gäste aus Duisburg begleitet von Mitarbeitern der Stadtverwaltung durch die Weseler Innenstadt.

Aktuell wird die Gestaltungssatzung „Innenstadt Wesel“ auf Grundlage der bisher gemachten Erfahrungen mit dem Beratungsangebot überarbeitet. Wer sich beraten lassen oder mehr zu den Gestaltungssatzungen wissen möchte, findet unter www.wesel.de Ansprechpartner, Informationen und die aktuellen Fassungen der Satzungen.

Die Architekten Eva Christine Albrecht und Heinrich Hendrix vom Büro StadtLandNet sowie Martin Prior vom Fachbereich Stadtentwicklung (Stadt Wesel) führten die Delegation des Duisburger Beirats durch die Weseler Innenstadt.
Autor:

Lokalkompass Kreis Wesel aus Wesel

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