Osteoporose - Krankheit mit Tiefenwirkung

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Wo: Osteoporosegruppe , Magermannstraße, 46483 Wesel auf Karte anzeigen

Wesel. Früher war alles besser. Ein Spruch, der für manche an der Realität vorbei zielt. Doch in gewisser Hinsicht stimmt die Behauptung: Früher waren die Menschen gesünder und beweglicher. Dass Fastfood-Konsum und Couchpotato-Mentalität fatale Konsequenzen haben können, zeigt auch die Tatsache, dass es wesentlich mehr Osteoporose-Erkrankungen gibt als früher. Also: Knochenschwund ist ein Zivilisations-Leiden.

„Fastfood und Cola sind Knochenkiller.“, weiß Ursula Biernazcyk, Leiterin der Osteoporose-Gruppe Wesel. Ein Mal pro Monat treffen sich deren Mitglieder zum Erfahrungsaustausch oder um Fachvorträgen zu lauschen. Dann referieren zumeist Fachärzte von den Weseler Krankenhäusern zu medizinischen Themen, die irgendwie mit der Knochenschwund-Krankheit zu tun haben.
„Osteoporose ist nicht heilbar!“, stellt Ursula Biernaczyk klar. Doch mit gesunder Ernährung, Bewegung und der richtigen Portion Vitamine könne man zumindest dem Fortschreiten der Symp-tome entgegen wirken. Die Krankheit zeige sich durch das plötzliche Auftreten starker Rückenschmerzen.
Betroffen seien in der Hauptsache Frauen nach der Menopause (letzte Monatsblutung), wonach durch mangelndes Östrogen ein Knochenabbau (Osteoklasie) einsetzen könne. „Aber auch Männer kannn es treffen.“, so die Gruppenleiterin. Bei diesen können starkes Rauchen, Alkoholkonsum oder bestimmte Medikamente der Krankheit den Weg ebnen.
Entscheidend für die Frage „Osteoporosegefährdet oder nicht?“ seien neben einer möglichen erblichen Vorbelastung vor allem die Kindheit und Jugendzeit eines Menschen. „Wir haben früher vor allem draußen gespielt und sind jeden Tag viel herumgerannt.“, nennt Ursula Biernaczyk einen der Hauptgründe für ein gestiegenes Erkrankungsrisiko. Heute säßen viele Kinder nach dem langen Schultag auch nachmittags oft nur vor der Playstation. Dabei sei körperliche Betätigung ein oder mehrmals pro Woche von großer Bedeutung. Denn: Muskelaufbau könne im Falle einer Erkrankung die Symptome lindern.
28 Euro Jahresbeitrag zahlen die Mitglieder der Weseler Gruppe als Mitglieder im Bundesverband (siehe Logo oben rechts). Dafür werden sie per Quartalsschrift mit den neuesten Informationen über die Verbandsarbeit und mediziniische Themen „gefüttert“. Die Weseler Osteoporose-Gruppe gründete sich im Jahr 1998. Zeitgleich wurde eine Reha-Sportgruppe ins Leben gerufen, in der die Aktiven unter der Leitung von Gisela Henschel viel für ihr Wohlbefinden tun können.
Ursula Biernaczyk ist seit einer Krebserkrankung (mit 45 Jahren) selber von Osteoporose befallen, kann aber relativ locker damit umgehen. „Zuerst merkt man es überhaupt nicht.“, so die Weselerin. Doch wer die Signale des Körpers nach der Erkrankung ignoriere, gehe ein hohes Risiko ein: „Man darf vor allem nicht einrosten!“, betont die Gruppenleiterin.
Die Weseler Gruppe bietet Betroffenen jede Menge Gelegenheit zum „Einstieg“: Neben den Monatstreffen (jeden ersten Mittwoch) sorgen die Fachvorträge für große Resonanz bei den Mitgliedern und ihren Angehörigen. Wobei festzustellen ist, dass Männer sich insgesamt stärker bitten lassen als Frauen.
Anders bei der Wanderausstellung „Knochenschule“, als die Gruppe sich mit einem Stand im evangelischen Krankenhaus in Obrighoven beteiligte. „Da waren sehr viele Männer.“ erinnert sich Ursula Biernaczyk.
Sie würde sich wünschen, dass vor allem junge Leute sich grundsätzlich viel gesünder ernähren würden und warnt: „Die Krankheit kann schon mit unter 35 Jahren ausbrechen!“
Problematisch zudem: der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt, also auch die Menge der wegen des fortgeschrittenen Alters Erkrankten. Doch eins freut die Hobby-Expertin auch: „Fachärzte sind heute besser ausgebildet und in der Lage, die Krankheit eher zu erkennen!“
Osteoporose (altgriechisch „osteo“ = Knochen und „poros“ = hart) wird auch als Knochenschwund bezeichnet. Vitamin-/Bewegungsmangel und falsche Ernährung führen zu einer unzureichenden Knochenbildung, Knochen(ein)brüche können die Folge sein. Betroffen sind oft Rückenwirbel, Hüft- und Handgelenke, Oberarm und das Becken.
Problem: Medikamente gegen die Krankheit haben ebenfalls Knochenabbau zur Folge. Als wirkungsvoll werden Bisphosphonate“ empfohlen. Helfen können Calzium-Tabletten mit Vitamin D-Zusatz.
Symptomhemmend wirken auch: ein halber Lieter Milch pro Tag, einige Scheiben Käse, zwei Joghurte. Experten betonen die Bedeutung von Aktivität, ausgewogener Ernährung und die positive Wirkung von Sonnenlicht.
Weitere Infos gibt‘s bei: Ursula Biernaczyk, Telefon 0281/22213; E-Mail:
biernaczyk@t-online.de.

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