Weseler Sextäter - Was die Polizei zur Überwachung sagt

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Nicht jeder ist damit einverstanden, dass der "Weseler" bislang relativ zurückhaltend über die Rückkehr des verurteilten Sextäters in seine Heimat berichtete.

In unserer aktuellen Printausgabe dokumentieren wir den Versuch, mittels Interview mit der Kreispolizei mehr Licht in die Vorgänge zu bringen, mit denen Behörden und Bürger in der Kreisstadt seit rund zwei Wochen umgehen müssen.

Ein Wiedergabe der Anfrage durch die Redaktion und die Antworten des verantwortlichen Pressesprechers der Polizei lesen Sie hier.

Sehr geehrter Herr Müller,
auch der Weseler/Xantener möchte das o.g. Thema gerne in der nächsten Ausgabe berücksichtigen.
Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir als Grundlage für die Berichterstattung einige Fragen beantworten würden.

Sehr geehrter Herr Bohlen,
gestatten Sie mir, bevor ich auf Ihre Fragen eingehe, einige Vorbemerkungen zum Thema „Entlassener Sexualstraftäter in Wesel“.

Anfang 2011 hat nach Verbüßung seiner kompletten Haftstrafe ein entlassener Sexualstraftäter seinen Wohnsitz im Stadtgebiet Wesel genommen.
In Abgrenzung zu anderen aktuellen Fällen handelt es sich nicht um einen Straftäter, der infolge des Urteils des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden ist.
Vom zuständigen Gericht ist Führungsaufsicht angeordnet worden, die auf Resozialisierung sowie Kontrolle ausgerichtet ist. Hierzu ist dem Mann ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Zur Unterstützung der Führungsaufsicht trifft die Polizei ergänzend Maßnahmen zur Gefahrenabwehr.

Im Rahmen des Verfahrens „KURS NRW“ (Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern in Nordrhein-Westfalen), das Anfang 2010 eingeführt wurde, steht die Polizei vor der Aufgabe, einerseits für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, andererseits die Rückkehr des Mannes in ein straffreies Leben zu ermöglichen. Die Kreispolizeibehörde Wesel hat sich im Rahmen dieser Konzeption vorbereitet. Dies geschah in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Stellen von Kreis, Kommune und Justiz. Um das mögliche Risiko eines Rückfalls nach Haftentlassung weitestgehend zu minimieren, hat die Polizei ein individuelles Schutzkonzept entwickelt, das fortlaufend den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird. Insbesondere hält sie engen Kontakt zu dem Entlassenen.

Die Polizei im Kreis Wesel trifft alle Maßnahmen zur Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.

Redaktion: 1) Beschreiben Sie bitte die ersten Tage der Beobachtung aus der Sicht der eingesetzten Beamten.

Müller: Die Polizei hält engen Kontakt zu dem Mann und überwacht ihn. Einzelheiten bzw. Details zu den polizeilichen Maßnahmen dürfen nicht öffentlich gemacht werden. Hierzu bitte ich um Ihr Verständnis.

Redaktion: 2) In wie weit ist dem aus der Haft Entlassenen ein „normales Leben“ in Wesel möglich?

Müller: Ein Ziel der landesweiten Konzeption „KURS NRW“ ist es, den aus der Haft Entlassenen zu resozialisieren und in ein Leben ohne erneute Straffälligkeit zu führen. Die Polizei unterstützt in diesem Zusammenhang die Führungsaufsicht.

Redaktion: 3) Bitte schildern Sie möglichst knapp die laut Tagespresse vorgesehene Rund-um-die-Uhr-Beobachtung durch die Weseler Beamt(inn)en.

Müller:Antwort wie zu Frage 1

Redaktion: 4) Wie lange wird diese Art der Überwachung voraussichtlich andauern und welche Faktoren spielen für diese Entscheidung eine Rolle?

Müller: Das Schutzkonzept wird fortlaufend den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Die Polizei stimmt sich insbesondere mit Justiz, Kreis und Kommune ab. Es handelt sich demnach um kein statisches sondern um ein dynamisches Konzept.

Redaktion: 5) Wie stehen Sie zum Vorhaben von Müttern in Wesel, eine öffentliche Demonstration zu initiieren?

Müller: In unserer Gesellschaft kommt den Grundrechten der Meinungs- und Versammlungsfreiheit eine zentrale Bedeutung zu. Die Polizei hat die Aufgabe, die Grundrechte aller Bürger zu schützen, insbesondere die Meinungs- und die Versammlungsfreiheit. Auf Grund ihres Auftrags ist die Polizei, was das jeweilige Thema angeht, zur Neutralität verpflichtet.

Redaktion: Was können Sie den sorgenvollen Eltern in Wesel zur Beruhigung sagen?

Müller: Die Polizei versteht die Sorgen der Menschen und nimmt sie ernst. Sie hat ein individuelles Konzept entwickelt, das fortlaufend den aktuellen Gegebenheiten angepasst wird und tut alles zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, weil für die Polizei die Sicherheit höchste Priorität hat.

Lesen Sie mehr zum Thema hier: http://www.lokalkompass.de/wesel/politik/wie-stehen-sie-zum-thema-qsicherheitsverwahrungq-d34901.html

Autor:

Dirk Bohlen aus Wesel

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