Pflege 2019
Hürden im Pflegealltag

Dennis Klaebe (links) und Niko Engelbrecht haben sich unseren Fragen gestellt.
  • Dennis Klaebe (links) und Niko Engelbrecht haben sich unseren Fragen gestellt.
  • hochgeladen von Walter Demtröder

Niko Engelbrecht ist seit einem halben Jahr als Krankenpfleger in der Ambulanz des evangelischen Krankenhauses in Witten tätig. Zuvor hatte der 21-Jährige in der Krankenpflegeschule des Krankenhauses eine dreijährige Ausbildung absolviert. Dennis Klaebe (30) ist Leiter des Pflegedienstes. Mit den beiden sprachen wir über bürokratische Hürden im Pflegealltag und mögliche Verbesserungen seitens der Politik.

Die Wohlfahrtsverbände haben kürzlich beklagt, dass die Bürokratie in der Pflege extrem zugenommen hat. Ist das auch bei Ihnen der Fall?

Niko Engelbrecht: In der Ambulanz hat sich nichts großartig geändert, aber auf den Stationen muss deutlich mehr dokumentiert werden.

Dennis Klaebe: In der Ambulanz sind die Dokumentationsprozesse schlanker, da sich die Patienten nur kurze Zeit dort aufhalten, aber auf den Stationen hat es aufgrund von behördlichen Gesetzgebungen und der Qualitätssicherung deutlich zugenommen. Die Zeit am Patienten wird dadurch geringer.

Bleibt da überhaupt noch genug Zeit für die Patienten?

Dennis Klaebe: Das hängt davon ab, wie viele Patienten wir haben und vom Personal, das da ist. Es gibt definitiv Momente, in denen zu wenig Zeit da ist, beispielsweise im Nachtdienst.

Was sollte der Gesetzgeber ändern?

Niko Engelbrecht: Man sollte den Beruf attraktiver machen, beispielsweise über höhere Löhne.

Dennis Klaebe: Letztendlich ist die Pflege in unserem Finanzierungssystem unterrepräsentiert. Dem wirkt man entgegen, indem man ab 2020 die Pflege mit einem eigenen Budget finanzieren wird. Was das für uns als Krankenhaus bedeutet, wissen wir allerdings noch nicht.

Was hat sich in den vergangenen Jahren in der Pflege verändert?

Dennis Klaebe: Die Verweildauer. Die Patienten liegen immer kürzer. Und es wird immer schwieriger, Personal zu finden. Wenn wir nicht selbst ausbilden würden, hätten wir auf keinen Fall genug Personal.

Warum sollten junge Menschen den Beruf des Pflegers ergreifen?

Niko Engelbrecht: Es ist ein sehr attraktiver und abwechslungsreicher Beruf. Aber in der Gesellschaft wird er leider nicht so angesehen, obwohl das mehr im Kommen ist, als das in den letzten Jahren der Fall war.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen